Zufall bei der Immobilien-Suche verschlägt Prof. Hahn nach Werne

dzVorsitzender Ruderclub Hansa

Ein Werner leitet den Dortmunder Ruderclub Hansa - das ist der Erfolgsclub am Dortmund-Ems-Kanal, wo auch der Deutschland-Achter trainiert. Besser: trainiert hatte.

Werne

, 23.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„An Training ist noch nicht zu denken“, sagt der seit vielen Jahren in Werne lebende Vorsitzende des Dortmunder Ruderclubs Hansa, „aber wir sondieren gerade, wie wir langsam wieder ins Training entsteigen können“. Derjenige, der da vorsichtigen Optimismus verbreitet, ist Prof. Dr. Ulrich Hahn (65). Der Physiker lehrte bis Ende Februar 2020 an der Fachhochschule in Dortmund und lebt seit 25 Jahren in Werne.

Im Jahre 2018 ruderte Ulrich Hahn eine Tour durch Masuren. 2000 km legt er im Schnitt jährlich im Boot zurück.

Im Jahre 2018 ruderte Ulrich Hahn eine Tour durch Masuren. 2000 Kilometer legt er im Schnitt jährlich im Boot zurück. © Ulrich Hahn

Die Wahl des Wohnsitzes im Jahre 1995 ist allerdings einem lautmalerischen Zufall zu verdanken. 1993 trat er seine Arbeit an der FH Dortmund an. „Damals wohnten wir noch in Essen“, sagt Hahn. Mit seiner Frau suchte er etwas Passendes in Dortmund. Eine Immobilien-Anzeige über ein Objekt in „Dortmund-Körne“ sagte ihnen zu.

„Als wir beim Makler anriefen, entschuldige der sich. Es habe sich um einen akustischen Fehler bei der Übertragung gehandelt. Das Haus stand nicht in Körne, sondern in Werne.“ Hahn erzählt die Anekdote mit einem Schmunzeln zu Ende. „Aber das Haus hat uns so gut gefallen, dass wir nach Werne gezogen sind.“

Rudern auf dem Wasser ist wegen Corona nicht möglich. Hahn hält sich mit einem Ruder-Ergometer fit.

Rudern auf dem Wasser ist wegen Corona nicht möglich. Hahn hält sich mit einem Ruder-Ergometer fit. © Ulrich Hahn

Die Liebe zum Rudersport erwuchs bei Hahn im Alter von 15 Jahren. „Da bin ich dem Ruderclub Hansa in Dortmund beigetreten.“ In den nächsten Jahren engagierte er sich in der Jugendabteilung und organisierte vor allem Wanderfahrten. „Das mache ich bis heute gerne“, erzählt der emeritierte Professor, „um die 2000 Kilometer pro Jahr sind es wohl.“

Das Leistungsrudern, wie eben beim Deutschland-Achter, der am Ruderclub Hansa am Dortmund-Ems-Kanal seinen Stützpunkt hat, war nicht so Hahns Domäne. Obwohl: „Einmal, es war glaube ich 1985, bin ich bei den NRW-Meisterschaften gestartet.“

Am Oberländer Kanal in Polen.

Am Oberländer Kanal in Polen © Ulrich Hahn

Prof. Hahn ist nicht nur dem Rudern, sondern auch der Vereinsarbeit treu geblieben. Seit dem Jahr 2006 steht er als sogenannter Sprecher des Vorstandes an der Spitze des aktuell 440 Mitglieder starken Vereins. Trotz der Dominanz von Fußball in Dortmund sind davon rund 100 Jugendliche. Darauf ist Hahn ein bisschen stolz.

Und wie hält man sich als Ruderer fit, wenn man nicht auf den Kanal darf? Hahn hat zu Hause ein Ruder-Ergometer stehen. Drei Mal die Woche gibt es eine 45-minütige Übungsstunde per Video. „Unsere Übungsleiter machen dann was vor, was wir nachmachen“, erzählt Ulrich Hahn.

Bei der Jubilarehrung des Ruderclubs Hansa Dortmund 2020: v. l. Günter Petersmann (50 Jahre, Olympiateilnehmer 1972 im Achter), Dr. Jochen Opländer (75 Jahre, Ehrenvorsitzender Wilo), Rainer Schmiedner (50 Jahre, mehrf. Dt. Meister im Achter), Prof. Dr. Ulrich Hahn (50 Jahre).

Bei der Jubilarehrung des Ruderclubs Hansa Dortmund 2020: (v.l.) Günter Petersmann (50 Jahre, Olympiateilnehmer 1972 im Achter), Dr. Jochen Opländer (75 Jahre, Ehrenvorsitzender Wilo), Rainer Schmiedner (50 Jahre, mehrfacher Deutscher Meister im Achter), Prof. Dr. Ulrich Hahn (50 Jahre). © Ulrich Hahn

So sammelt er immerhin auch einige Ruderkilometer. Als Corona-Folge eben auf dem Trockenen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Der Tennisverband arbeitet im Hintergrund an Maßnahmen, mit denen zumindest das Training bald wieder hochgefahren werden könnte. Der Katalog liegt der Landesregierung vor. Von Dieter Düwel

Lesen Sie jetzt