Ruhr Nachrichten Werne

Wir für Sie: Wie die Redaktion Werne Sie durch den Tag begleitet

Als Lokalredaktion sind wir Ihr Tagesbegleiter in Werne und Herbern, Ihr Kümmerer und Partner. Wie das funktioniert? Wir nehmen Sie einen Tag lang mit hinter die Kulissen.
Block, Kamera und Handy - das sind die wichtigsten Arbeitsutensilien für einen Journalisten außerhalb der Redaktion, hier die Ruhr Nachrichten in Werne. © Dominik Gumprich

Mein Name ist Jörg Heckenkamp. 1960 in Werne geboren, arbeite ich seit 1980 für das Medienhaus Lensing. Nach etlichen Stationen in und um Dortmund leite ich seit zehn Jahren die Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.

Trotz vier Jahrzehnten in diesem Job fasziniert mich die Arbeit täglich aufs Neue. Was sicherlich daran liegt, dass jeder Arbeitstag anders ist und dass es jeden Tag Überraschungen geben kann.

Mein Arbeitstag beginnt eigentlich schon morgens beim Frühstück. Beim Blick ins Smartphone schaue ich nach lokal relevanten Themen, ebenso verfolge ich den lokalen Rundfunk. In der Redaktion checke ich dann den Mail-Eingang, schaue diverse Online-Seiten durch. Gegen 10.30 Uhr treffen sich alle zur Konferenz. Entweder rund um den großen Redaktions-Tisch oder nun, in Corona-Zeiten, digital per Microsoft-Teams-Schaltung.

Täglich schalten sich die im Home-Office arbeitenden Redakteure digital ein bis zwei Mal zur Konferenz zusammen.
Täglich schalten sich die im Home-Office arbeitenden Redakteure digital ein bis zwei Mal zur Konferenz zusammen. © Pascal Löchte © Pascal Löchte

Wir diskutieren Themen, verteilen Arbeit, machen erste Vorschläge, was das Top-Thema des Tages sein könnte. Weiter überlegen wir, wie wir bestimmte Themen für die gedruckte Zeitung aufbereiten können und wie für Online-Kunden. Hier stehen Grafiken, Karten, Fotostrecken und Videos um Fokus.

Die Ideen für Beiträge stammen aus den verschiedensten Quellen: Anregungen von anderen Medien, Tipps von Informanten und Lesern, Themen-Hinweise aus unseren überregionalen Konferenzen, eigene Idee. Allen gemeinsam ist: Wir müssen die Ideen und Hinweise mit Leben, spricht mit Fakten füllen. Dazu recherchieren wir ausführlich jeden Tag. Neben dem Schreiben ist das ausführliche Recherchieren unsere Hauptarbeit.

Recherche vor Ort

Wenn wir zum Beispiel den Hinweis auf ein großes Schlagloch in einer Straße bekommen, dann sprechen wir einerseits mit dem Hinweisgeber. Anschließend fahren wir raus, schauen uns die Situation an, schreiben Eindrücke nieder, machen Fotos und gegebenenfalls ein Video. Dann kontaktieren wir die „Gegenseite“. In diesem Fall denjenigen, der für das Schlagloch bzw. dessen Beseitigung verantwortlich ist. In diesem Falle das Tiefbauamt der Stadt. Notfalls noch die Firma, die die Asphaltierungs-Arbeiten erledigt hat. Wenn wir alle Infos, alle Stimmen zusammen haben, geht’s an den PC zum Schreiben.

Bevor der Reporter von den Impfungen in einem Seniorenheim berichten kann, muss er sich einem Abstrich für den Corona-Schnelltest unterziehen.
Bevor der Reporter von den Impfungen in einem Seniorenheim berichten kann, muss er sich einem Abstrich für den Corona-Schnelltest unterziehen. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Solche Termine vor Ort wollen vor dem Hintergrund der Corona-Einschränkungen wohl bedacht sein. Die Inaugenscheinnahme einer Schlaglochstrecke ist unkritisch. Selbst, wenn wir einen Anwohner vor Ort interviewen würden. Dann kommen eben die Masken zum Einsatz und wir halten Abstand. Schwieriger sind Termine, an denen mehrere Personen beteiligt sind. Doch wir versuchen, sie irgendwie zu organisieren.

Denn meine Erfahrung ist: Vor Ort und im persönlichen Gespräch bekommt der Journalist mehr Infos, als wenn er nur telefoniert. Zusatz-Nutzen: Oft ergibt sich im Interview der Hinweis auf ein weiteres, spannendes Thema. Außerdem lassen sich natürlich nur vor Ort authentische Fotos und Videos machen.

Beim Verfassen eines Artikels in der Redaktion beziehungsweise am heimischen Arbeitsplatz.
Beim Verfassen eines Artikels in der Redaktion beziehungsweise am heimischen Arbeitsplatz. © Dominik Gumprich © Dominik Gumprich

Nun haben wir Notizblock, Kamera und Handy voll mit Infos und Bildern. Wie geht’s weiter? Ob nun Home-Office oder Redaktionsräume, wir setzen uns an den PC, lesen Fotos und Videos ein und machen uns ans Schreiben. Das geschieht tatsächlich noch ganz klassisch mit der Schreibtastatur des PC. Jedenfalls bei mir und den Kolleginnen und Kollegen der Redaktion Werne.

Ist der Artikel fertig, fragt der Verfasser einen anderen Redakteur, ob er Gegenlesen kann. Ergeben sich daraus Fragen, diskutieren die beiden darüber. Bei besonders brisanten Themen spricht das ganze Team über den Entwurf. Die letztendliche Entscheidung liegt bei mir als Redaktionsleiter, aber fast immer finden wir über strittige Formulierungen oder Inhalte einen Konsens im Team.

Sendeplan für die Veröffentlichungen

Schon während der Recherchen und des Schreibens befassen wir uns mit dem Sendeplan für die Online-Veröffentlichung. Wann geht welches Thema raus? Was liest der User wohl am liebsten morgens, was über den Tag verteilt? Aktuelles, wie ein Feuerwehr- oder Polizeieinsatz, geht natürlich immer sofort online. Oft in einer ersten, kurzen Version mit dem Hinweis „Wie berichten weiter“.

Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp (l.) bespricht mit Producer Dominik Gumprich die Platzierung eines Artikels in der Zeitung. Aktuell finden diese Absprachen meist per Teams-Video-Schalte oder Telefon statt.
Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp (l.) bespricht mit Producer Dominik Gumprich die Platzierung eines Artikels in der Zeitung. Aktuell finden diese Absprachen meist per Teams-Video-Schalte oder Telefon statt. © Dominik Gumprich © Dominik Gumprich

Parallel dazu geben wir dem Producing-Team, das in Kooperation mit den Reportern die Zeitungsseiten gestaltet, Hinweise, welche Artikel wo eingeplant werden sollen.

So allmählich neigt sich der Arbeitstag, der schon beim Frühstück begonnen hat, gegen 18.30/19 Uhr dem Ende zu. Jedenfalls, was die Lokalredaktion Werne angeht. Und vorausgesetzt, es gibt nicht noch einen größeren Feuerwehr- oder Polizei-Einsatz. Dann rückt der Feierabend weiter nach hinten. Schließlich wollen wir so aktuell wie nur eben möglich sein.

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