Lockdown in Werne

Wie in Tübingen: Werne soll zur Modellkommune für Lockerungen werden

Mit einem negativen Testergebnis ab ins Solebad Werne: Die Stadtverwaltung prüft nun, ob man in NRW zur Modellkommune werden könnte. Ein entsprechender Eilantrag der FDP fand rege Zustimmung.
Erst zum Schnelltestzentrum und mit einem negativen Testergebnis und dann rein ins Solebad in Werne: Die Lippestadt soll zum Testobjekt in NRW nach dem „Tübinger Modell“ werden. © Eva-Maria Spiller (A)

Das Prinzip ist denkbar simpel: Mit einem Tagesticket, nämlich dem negativen Ergebnis eines Schnelltests, können Bürger in Tübingen (Baden-Württemberg) gewisse Privilegien genießen: Sie können das Theater, das Kino oder Geschäfte besuchen. Das rege diskutierte „Tübinger Modell“ soll auch in NRW Schule machen. Ministerpräsident Armin Laschet hat angekündigt, dass in einigen wenigen Modellkommunen das Ganze getestet werden soll. Auch Werne soll Teil dieses Projekts werden.

Das forderte die FDP-Fraktion mit einem Eilantrag, der im Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch (24. März) diskutiert wurde. Nach großer Zustimmung (nur eine Gegenstimme) wurde der Antrag nun in einen Arbeitsauftrag an die Stadtverwaltung umgewandelt. Der wichtigste Punkt dabei: Es soll nicht nur um eine Öffnung des Solebads für Besucher mit negativem Testergebnis gehen, sondern auch weitere Bereiche – etwa die Gastronomie – mit eingebunden werden.

„Wir sollten alles daran setzen, dass wir uns an dem Modellprojekt beteiligen können“, erklärte Claudia Lange, FDF-Fraktionsvorsitzende, zum Eilantrag. Die Kosten für die Stadt seien gering. Auf der anderen Seite könne man etwa mit der Öffnung des Solebads wieder viel gewinnen. „Es ist ganz wichtig, dass man den Menschen eine Perspektive geben kann. Viele gehen auf dem Zahnfleisch“, so Lange weiter.

Zustimmung gab es dafür von fast allen Parteien. „Wir würden es unterstützen, auch wenn wir uns wenig Chancen ausrechnen“, erklärte Dirk Pohl (SPD) mit Blick auf die vorgesehenen insgesamt sechs Modellregionen in NRW, die als Testobjekte dienen sollen. Von der CDU und der UWW kam zudem der Wunsch auf, nicht nur über eine Öffnung des Solebads nachzudenken. „Es wäre schön, wenn man über diesen Weg auch der Gastronomie helfen könnte“, schlug Reinhard Stalz (UWW) vor. „Wir sollten keine Begehrlichkeiten wecken, die wir am Ende nicht erfüllen können“, warnte Siegfried Scholz (SPD) derweil.

Nicht nur über Öffnung des Solebads Werne sprechen

Ausgangspunkt des FDP-Antrags war die Öffnung des Solebads, wenn Werne zur Modellkommune werden würde. Die Verantwortlichen des Bads haben sich bereits mit dem Thema beschäftigt. „Wir haben uns über den Antrag gefreut. Wenn es eine Möglichkeit gibt, das Solebad unter bestimmten Bedingungen zu öffnen, dann sollten wir es versuchen“, erklärte Frank Gründken, Ordnungsdezernent der Stadt und Geschäftsführer des Solebads.

Zunächst einmal wird die Stadtverwaltung prüfen, welche Bedingungen und Kosten mit der Teilnahme als Modellkommune verknüpft sind. Das hatte auch Benedikt Striepens (Grüne) gefordert, der keinen „Blanko-Beschluss“ fassen will, ohne die Details zu kennen. Martin Pausch (Die Linke) folgte dem Antrag als einziges Ausschussmitglied nicht. „Wir werden den Antrag ablehnen, weil die Infektionszahlen in Tübingen jetzt wieder hochgehen.“

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