Die Mannschaft der DJK TTC Langern, die 1993 den Aufstieg in die Oberliga geschafft hatte (v.l.): Till Hagemann, Uwe Schulte, Konrad Langenkämper, Wolfgang Kunze, Jürgen Rosenthal und Rainer Reichelt. © Archiv Holz
Sportverein in Werne

Wie das „Unternehmen Staubwolke“ einen Europapokal-Sieger nach Werne lockte

Die DJK TTC Langern besteht inzwischen seit 70 Jahren. Aus dem „Unternehmen Staubwolke“ entwickelte sich aber mehr als „nur“ ein Tischtennisverein in einer Werner Bauerschaft.

Der 18. Juni wäre für die DJK TTC Langern eigentlich ein Grund zum Feiern, denn an diesem Tage besteht der Verein 70 Jahre. Doch die Corona-Pandemie lässt keine Feiern zu, auch die Jahreshauptversammlung und andere Aktivitäten sind zur Zeit kein Thema. So bleibt für die Langerner zum Jubiläum nur eins: Erinnerung.

Und da hat der als reiner Tischtennisverein gegründete Club eine Menge anzuführen. Von der „Staubwolke“, wie der junge Verein in der Anfangszeit spöttisch genannt wurde, bis in die Oberliga. Das war der Weg des DJK-Vereins, in dem heute Breiten- und Gesundheitssport den Leistungssport abgelöst hat.

Bäckerei Holz war Keimzelle des Bauerschaft-Sportvereins

70 Jahre sind es her, dass elf junge Menschen aus der Bauerschaft Langern den Mut hatten, einen Sportverein zu gründen. Bis heute ist die DJK Langern der einzige Sportverein der Werner Bauerschaften. Keimzelle war die Bäckerei Holz. Hier wurden auf einem großen Packtisch die ersten Versuche im Tischtennis gestartet. Motor des „Unternehmens Staubwolke“ war der 2019 verstorbene Günter Bargel.

In der 1990er Jahren spielten die Langerner in der Oberliga, der damals vierthöchsten deutschen Spielklasse. Mit Conny Langenkämper und Michael Langenkämper stellten sie mehrmals den besten Spieler des Tischtenniskreises Lüdinghausen, Reinhard Alfringhaus, Rainer Reichelt, Monika Schlichting und Eva-Maria Pohlmann trugen als „Nationalspieler“ bei internationalen Turnieren das Trikot des DJK-Verbandes.

Sorgten für Stimmung beim Karneval: die
Sorgten für Stimmung beim Karneval: die “TT-Singers” mit Axel Brocke, Wolfgang Rohe, Martin Brocke, Joachim Bargel und Peter Dercken. © Archiv Holz © Archiv Holz

Die „Heimat“ der DJK war viele Jahre die Gaststätte „Jagdhaus Langern“. Hier wurden auch die Meisterschaftsspiele ausgetragen, ehe mit dem Umbau der einstigen Volksschule der Wechsel ins heutige Dorfgemeinschaftshaus folgte.

Aber TTC DJK Langern war nicht nur ein Tischtennisverein. Die Pflege der Geselligkeit und die Verbundenheit zur Bauerschaft Langern waren immer ausgeprägte Bestandteile der Vereinsarbeit. Schon 1953 wurde das Theaterstück „Vier Freier und keine Braut“ im Jagdhaus aufgeführt, die Adventsfeier gehörte viele Jahre zum Jahresprogramm und in den 70er/80er Jahren war der Verein Initiator des beliebten Karnevals der Langerner Vereine.

Gymnastik, Herzsport – und Turniere mit 400 Spielern

Eine echte Lücke innerhalb der Bauerschaft füllt die DJK seit 1969 aus. In diesem Jahr wurde die Frauengymnastik-Abteilung gegründet. Über die Familien-Bildungsstätte wurde später eine Herzsport- und eine Lungensportgruppe dem Verein angegliedert, in dem Tischtennis heute nur noch als Hobbysport betrieben wird.

Zu den Erinnerungen aber gehören auch die in den 1980er Jahren jährlich durchgeführten Tischtennis-Turniere, an denen teilweise über 400 Spielerinnen und Spieler aus ganz Westdeutschland teilnahmen. Der spätere Nationalspieler Ralf Wosik, der an sechs Weltmeisterschaften teilgenommen und 1989 mit PSV Borussia Düsseldorf den Europapokal der Landesmeister gewonnen hatte, war einst Gegner der Langerner, als er mit seinem Stammverein TuWa Bockum-Hövel in der Bezirksliga im DJK-Sportheim zu Gast war.

EIn Bild vom Karneval bei der DJK TTC Langern:
EIn Bild vom Karneval bei der DJK TTC Langern: “Die Langerner” mit Karin Schlichting, Kurt Schlichting, Rudolf Ebbinghaus, Siegfried Bargel und Helmut Holz. © Archiv Holz © Archiv Holz
Über den Autor

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.