Nach Tornado-Flop in Werne und Herbern: Deshalb ist die Wetter-Vorhersage so schwierig

dzWetter in Werne

Tornados, Starkregen und Hagelkörner so groß wie Murmeln: All das hielt der Deutsche Wetterdienst für möglich, doch Werne blieb verschont. Doch wieso sind solche Vorhersagen so schwierig?

Werne, Herbern

, 11.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Deutsche Wetterdienste (DWD) hatte in der Vorwoche gut zu tun: Warnungen vor Sturm und Gewitter verschickte der Wetterdienst reihenweise. Auch für Werne gab es gleich mehrere Vorwarnungen: Tornados und Hagel in der Größe von Murmeln seien in Werne möglich. Doch passiert ist letztlich nichts. Wie kann das sein?

„Gerade Regen und Gewitter vorherzusagen, sind große Herausforderungen für uns“, sagt Uwe Kirsche, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher des DWD. Während Temperatur und Luftdruck gut zu prognostizieren sind, sei das bei Regen und Gewitter anders.

Detaillierte Voraussage ist schwierig

„Wir können Großräume eingrenzen, aber ganz detailliert zu sagen, wo und wann etwas passiert, ist schwierig“, sagt Kirsche. Das liege daran, dass es sich bei Gewitter und Regen um kleinteilige Wetter-Phänomene handele, die sehr plötzlich und lokal auftauchten.

Bedeutet: Ein blauer Himmel kann sich innerhalb von 15 Minuten in ein tiefes Grau verwandeln und Starkregen mit sich bringen - und schnell wieder verschwinden. „Das liegt an den schnellen Veränderungen der Atmosphäre bei einem sommerlichen Gewitter“, so Kirsche.

Wetter-Phänomene oft erst 30 Minuten vor Eintreffen bestimmbar

Vorwarnungen haben nichts mit Panikmache zutun, verdeutlicht Kirsche. Es gehe darum, darauf hinzuweisen, was in einer überschaubaren Region passieren kann. Ob Sturm und Regen letztlich in Werne auftauchen oder nur in Dortmund oder Lünen, sei schwierig vorherzusehen.

„Am liebsten hätten Herr Meier und Frau Mustermann, dass sie heute schon wissen, ob es in einer Woche um 16 Uhr in ihrem Garten regnet“, so Kirsche. Dabei seien solche Wetterphänomene oft erst eine halbe Stunde vor Beginn exakt vorherzusehen.

Tipps vom Deutschen Wetterdienst

Kirsche empfiehlt, nach der Vorhersage des DWD zum Beispiel ein Regenradar zu nutzen, um die genauen Entwicklungen im Auge zu haben.

Obwohl die Vorhersage für Werne nicht zugetroffen ist, sei der DWD laut Kirsche weitaus besser aufgestellT, als in früheren Jahren. Vor 30 Jahren etwa habe man für ganze Regionen gewarnt, vor fünf Jahren waren es dann nur noch Landkreise, ehe man heute Aussagen auf Gemeindeebene treffen könne.

Extremergebnisse sollen noch intensiver werden

Dadurch entstehe laut Kirsche auch der Eindruck, dass häufiger gewarnt werde als in der Vergangenheit. Doch es werde nicht mehr gewarnt, sondern nur präziser.

Mit intensiveren Extremereignissen wie Unwettern rechnet Kirsche hingegen trotzdem aufgrund der Klimaerwärmung. Umso wichtiger sei es, (Vor-)Warnungen im Blick zu haben.

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