Das Innere des Alten Steinhauses bereitet Denkmalschützerin keine Freude

dzZehnmal Werne

Christophoruskirche und Kloster sind die bekanntesten Sakralbauten der Stadt. Doch auch Adel und Bürgerschaft haben Spuren in Werne hinterlassen. Mit besonderen Häusern.

Werne

, 08.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die historischen Gebäude in Werne haben alle einen ganz unterschiedlichen Charme. Jedes für sich sei anders und habe eine besondere Geschichte. Das mache den Denkmalschutz in Werne vor allem interessant, sagt Petra Göbel von der Stadt Werne. „Man muss immer speziell handeln“, sagt die Fachfrau für Denkmalpflege in der Stadt. Dass das „Tücken“ habe, würde sie nicht sagen. Es seien Herausforderungen.

Das Alte Rathaus prägt das Stadtbild Wernes bis heute.

Das Alte Rathaus prägt das Stadtbild Wernes bis heute.

Das alte Rathaus

Es beherrscht den Marktplatz und das Stadtbild wie kein anderes Gebäude: das historische Rathaus. Erbaut wurde es von 1512 bis 1561. Markant sind seine Säulen, die eine offene Bogenhalle bilden, sowie die rot-gelben Fensterläden und die Bleiverglasung. Der Gebäudestil wird als Giebelhaus bezeichnet, der untere Teil als Giebelhaus nach münsterischer Art.

Den Dreiecksgiebel ziert eine Wappentafel, er wurde am Ende der Bauzeit aufgesetzt. Durch diesen Profanbau demonstrierte das damalige, in Zünften organisierte Bürgertum Wernes seine Macht und seinen Wohlstand. Das Rathaus gehört zu den drei Gebäuden, die über die älteste steinerne Bausubstanz in der Stadt verfügen. Das Kernstück des Rathauses ist der Sitzungssaal des Rates im Obergeschoss, der heute als Bürgersaal bezeichnet wird.

In unmittelbarer Nachbarschaft des historischen Rathauses gibt es übrigens etliche Häuser, die unter Denkmalschutz stehen: Dazu gehören die linke Häuserzeile von der Eisdiele bis zum Durchgang zur Kirche, das Hotel Ickhorn gegenüber und auch das Kroes-Gebäude.

Das Alte Steinhaus gilt als Wernes ältestes Gebäude. Dass es von Innen den Charme der 1980er Jahre hat, schmerzt Petra Göbel von der Unteren Denkmalbehörde sehr.

Das Alte Steinhaus gilt als Wernes ältestes Gebäude. Dass es von Innen den Charme der 1980er Jahre hat, schmerzt Petra Göbel von der Unteren Denkmalbehörde sehr.

Altes Steinhaus

Wenn ein Haus Charme und Wärme ausstrahlen kann, dann ist es das Alte Steinhaus mit seinen rot-weißen Fensterläden, in dem sich heute die Stadtbücherei befindet. Ein Umstand, der Denkmalpflegerin Petra Göbel nicht unbedingt erfreut. „Das Innere und das Äußere des Hauses harmonieren nicht“, sagt Göbel über das Gebäude, das um 1400 erstmalig erwähnt wurde. Doch sie hat einen kleinen Trost: „Der 1980er-Jahre-Look des Inneren ist von außen nicht zu sehen.“

Es sei halt immer eine Herausforderung, die Umsetzung des Denkmalschutzes mit der Nutzung und den Veränderungen der Bauordnung in Einklang zu bringen. Doch es gelte, den geschichtlichen Wert zu erhalten und auch die Optik beizubehalten. Und da das Haus, das im 13. Jahrhundert von einem Drosten der Abteil Werden errichtet wurde und sowohl Sitz eines Burgmannes, eines Ritters und später des Unternehmers Moormann war, zeigt, dass ein Haus auch wandelfähig ist.

Zehn mal Werne

Besondere Häuser in der Innenstadt

In unserem Serienformat „10 mal Werne“ blicken wir auf besondere Dinge in der Stadt. Dieses Mal geht es um Gebäude in Werne, die Besucher und Einwohner der Lippestadt kennen sollten - etwa weil sie so besonders sind oder einen besonderen Zeitgeist widerspiegeln. Dazu gehören die Fachwerkhäuser am Kirchplatz und Roggenmarkt.
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