„Auch Kirche ist im Youtube-Zeitalter“: Werner Pfarrer offen für digitalen Klingelbeutel

dzDigitaler Klingelbeutel

Mit der Karte im Gottesdienst spenden: Dafür hat die evangelische Kirche ein Patent angemeldet. In einigen Städten wird der digitale Klingelbeutel ausprobiert – auch in Werne ist man offen.

Werne

, 30.01.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Einmal mit Karte bitte“ – Diesen Satz könnten Gottesdienstbesucher zukünftig öfter hören in deutschen Kirchen. Die evangelische Kirche hat einen digitalen Klingelbeutel beim Patentamt angemeldet. Mit dem sollen Besucher nicht nur mit Kleingeld, sondern auch mit EC- und Kreditkarte spenden können.

In Berlin und Duisburg probieren Gemeinden das System bereits aus. Und in Werne? „Bei Gottesdiensten mit vielen Besuchern wäre das wirklich hilfreich“, sagt Pfarrer Alexander Meese. So zum Beispiel zu Weihnachten, Ostern oder bei der Konfirmation. „Eben an Tagen, an denen auch Leute kommen, die nicht regelmäßig in die Gottesdienste kommen.“

Evangelische Gemeinde zeigt sich offen für Neuerungen

Zeitgemäß sei ein solcher digitaler Klingelbeutel definitiv. Zwischen 2 und 25 Euro kann man mit einem solchen innerhalb weniger Sekunden per Karte spenden. „Ich weiß aber nicht, wie solche Rahmenverträge aussehen und wie wirtschaftlich das ist“, sagt Meese.

Gerade in einer kleineren Stadt wie Werne stelle sich die Frage, ob sich solch ein Klingelbeutel jetzt schon lohne. Deshalb habe man sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt. Anfragen gebe es von Gottesdienstbesuchern auch noch keine, doch generell zeige sich die Evangelische Kirchengemeinde Werne Neuerungen gegenüber offen.

Meese setzt auf moderne Medien wie Film und Musik im Gottesdienst

„Wir sind im Youtube-Zeitalter und deshalb müssen wir uns auch in der Kirche umstellen“, sagt Meese. Zur Lebenswelt der Menschen gehören Musik, Bilder und Videos – warum also nicht in der Kirche? „Nur so kann die fremde Welt des Gottesdienstes alltäglicher rüberkommen.“

Deshalb setzt Meese in Gottesdiensten auch auf moderne Medien. Mit Konfirmanden erstellt er beispielsweise Filme mit Playmobil-Figuren oder verbindet Fotos mit Musik. „Gottesdienst hat sich schon immer verändert“, so Meese. Nur das Grundgerüst müsse stimmen.

Ob der digitale Klingelbeutel dieses Grundgerüst abrunden kann, müsse sich zunächst in größeren Städten herauskristallisieren. „Setzt es sich durch, sieht man so etwas vielleicht auch bald bei uns“, so Meese.

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