Werner Legehennenbetrieb darf erweitert werden

Rat stimmt zu

Der Werner Landwirt Heinz Ostkotte kann seinen Legehennenbetrieb erweitern. Das hat der Stadtrat am Mittwoch beschlossen. Einigkeit herrschte zwischen und innerhalb der Parteien aber nicht. SPD und Grüne sprechen sich gegen Massentierhaltung aus - und doch gibt es ein schlagendes Argument für die heimische Bodenhaltung.

WERNE

, 30.06.2016, 19:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Werner Legehennenbetrieb darf erweitert werden

Massentierhaltung lehnen zwar viele Politiker im Werner Stadtrat ab. Mit Blick auf die Alternative – Eier aus Legebatterien in Osteuropa – stimmten sie der Erweiterung des Legehennenbetriebs von Heinz Ostkotte jedoch zu.

Der Landwirt Heinz Ostkotte kann seinen Legehennenbetrieb erweitern. Der Stadtrat machte am Mittwoch bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen den Weg frei für die Änderung des Flächennutzungsplans und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Ostkotte will seinen Tierbestand von derzeit 65.500 auf rund 89.000 Hennen erweitern.

Die SPD hat ihre Meinung geändert 

Vorangegangen waren kontroverse Diskussionen sowohl innerhalb der Fraktionen als auch im Planungsausschuss am Dienstagabend. Die SPD war ursprünglich gegen eine Erweiterung. Sie erklärte aber dann, dass sie ihre Meinung nun geändert habe: „Wir finden die Bodenhaltung zwar absolut nicht optimal. Es ist aber immer noch die bessere Alternative zu den Legebatterien in Osteuropa“, sagte Ulrich Höltmann im Stadtrat.

Die Grünen sind sich nicht einig 

Ähnlich äußerte sich Benedikt Striepens von den Grünen: „In Osteuropa herrschen ganz andere rechtliche Bedingungen. Dann beziehen wir unsere Eier doch lieber von hier als von dort.“ Er räumte aber auch ein, dass die Grünen generell der Massentierhaltung kritisch gegenüberstehen. „Deshalb werden wir nicht einheitlich abstimmen.“

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So blieb Striepens Fraktionskollege Klaus Schlüter bei seinem Nein zur Erweiterung. „Rechtlich ist da alles in Ordnung. Aber wenn ich bedenke, dass allein in NRW 12,4 Tonnen Antibiotika für die Massentierhaltung auf der Reserveliste stehen, würde ich doch lieber für mich oder meine Kinder reservieren.“

Bürgermeister Christ: Frage der Moral kann nicht in Werne gelöst werden 

Artur Reichert (FDP) sah in der Erweiterung zwar „eine Entwicklungsmöglichkeit für ein mittelständisches Unternehmen“. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Menschen selbst durch ihr Einkaufsverhalten entscheiden, ob sich ein solcher Betrieb lohnt oder nicht. „Wenn die Nachfrage nach solchen Produkten ausbleibt, verändert sich auch die Tierhaltung.“

Bürgermeister Lothar Christ stellte fest, dass „Fragen zu Moral und Ethik nicht im Bebauungsplan der Stadt Werne gelöst werden können“. Dies geschehe am besten weltweit durch Aufklärung, an mancher Stelle auch durch Verbote. „Aber wir können hier nicht den Umweg über die kommunale Planungshoheit gehen.“

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