Werner Landwirte ziehen Bilanz: Glück im Unglück

Erntejahr mit viel Regen

Viele Unwetter machten den Bauern in diesem Jahr das Leben schwer. Doch die Landwirte in Werne hätte es deutlich schlimmer treffen können, die meisten Unwetter zogen knapp an ihnen vorbei. Der viele Regen hat zwar Einbußen mit sich gebracht - doch Grund zur Verzweiflung gibt es für die Werner Bauern nicht.

WERNE

05.08.2016, 05:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Werner Landwirte ziehen Bilanz: Glück im Unglück

Mit viel Gerät wird der Mais geerntet und im selben Arbeitsgang verarbeitet.

„Eigentlich haben wir in Werne Glück gehabt“, sagt Landwirt Robert Schulze Kalthoff über seine Ernte. Zwar ist es etwas weniger Getreide, das die Bauern von ihren Feldern holen können. Woanders sieht die Situation jedoch schlechter aus. Denn viele Unwetter, die im nördlichen Münsterland der Ernte schadeten, sind an Werne knapp vorbeigezogen.

Für die Maisfelder bedeutete das: Glück im Unglück. Zwar hat es extrem viel geregnet, für die Landwirte ist das jedoch kein Grund zur Verzweiflung. Wie groß die Pflanzen werden und wie viel die Bauern am Ende ernten können, hängt vor allem davon ab, wo die Pflanzen stehen. Die meisten Landwirte bewirtschaften sowohl Lehm- als auch Sandböden.

Höhere Maispflanzen in Stockum

Im Grünen Winkel wächst der Mais auf Lehmboden. Dort ist er bis jetzt nur knapp einen Meter hoch. Denn Lehm staut das Wasser, zwischen den Pflanzen bilden sich Pfützen. Zum Vergleich: Auf dem Sandboden in Stockum sind die Maispflanzen schon deutlich höher. Denn Sandboden lässt das Regenwasser schneller durchsickern und die Wurzeln der Pflanzen bekommen genug Luft.

Die Landwirte müssen jetzt den richtigen Zeitpunkt abpassen, um Weizen, Gerste und Triticale zu ernten. Denn das Getreide darf nicht zu feucht für die Lagerung sein. „Vor zwei Wochen haben viele noch schnell die Felder gedroschen, weil Sturm und Hagel angesagt waren“, sagte Hubert Bergmann, Getreidelagerhalter in Werne. Doch das große Unwetter blieb letztendlich aus. Der Mais hat sowieso noch Zeit, er wird erst im Oktober geerntet.

Viel mehr Regen

Landwirt Robert Schulze Kalthoff hat dieses Jahr dreieinhalb bis vier Tonnen Raps pro Hektar eingefahren. „In guten Jahren sind wir bei fünf Tonnen“, sagt er. Mit der Gerste ist es ähnlich: Bei guter Ernte kann der Landwirt von siebeneinhalb Tonnen pro Hektar ausgehen. Dieses Jahr war es etwa eine Tonne weniger.

Als Grund dafür nennen die Landwirte immer wieder das schlechte Wetter, vor allem im Vergleich zum letzten Jahr. „Wir hatten letztes Jahr 60 Liter Regen pro Quadratmeter. Dieses Jahr sind es 250“, sagt der Landwirt Hubert Rosendahl. Auch er hat beim Raps Einbußen gemacht. Jetzt hofft er, den Weizen trocken ernten zu können.

Ernte in der Region
Die Landwirte in Werne haben nicht genug Land, um alleine vom Getreideverkauf zu leben. Deshalb verfüttern sie das Getreide an ihre Schweine.
Auf den Feldern in Werne stehen Gerste, Weizen, Mais, Raps und Triticale, eine Mischung aus Weizen und Roggen. Die Gerste kann meistens schon im Juli geerntet werden. Weizen und Roggen sind ab Ende Juli reif, der Mais erst im Herbst.

Lesen Sie jetzt
Dorstener Zeitung Brücke an der Münsterstraße
Figur an Fußgängerbrücke fehlt: Kehrt Heiliger Nepomuk nach dem Brückenabriss wieder zurück?