Werner klaut 12 Playstations aus Umschlaglager: „Ich gebe es zu“

dzGemeinschaftlicher Diebstahl

2017 hat ein Werner gemeinsam mit Kollegen in einem Kamener Umschlaglager Playstation-Konsolen im Wert von 4800 Euro gestohlen. Vier verteilte der Werner an Komplizen, acht verkaufte er bei Ebay.

von Jana Peuckert

Werne, Kamen

, 04.11.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eiskalt hatte ein Mann aus Werne das Vertrauen seines Arbeitgebers ausgenutzt. 2017 war der 27-Jährige in einem Umschlaglager in Kamen angestellt. Als er dort eine Palette mit Playstation entdeckte, konnte er einen Kollegen aus Bergkamen dazu überreden, zwölf Konsolen zu stehlen. Gesamtwert: 4800 Euro. „Das stimmt. Ich gebe es zu“, legte der Werner im Amtsgericht Kamen am Dienstag (3. November) sofort ein Geständnis ab.

Mit dem Mittäter aus Bergkamen musste er sich wegen gemeinschaftlichen Diebstahls verantworten. Der Werner bezeichnete sein Verhalten als großen Fehler, mit schweren Folgen. Denn neben einer fristlosen Kündigung, erhielt der Angeklagte nun auch noch eine Geldstrafe von 1800 Euro. Zudem wird die Staatsanwaltschaft versuchen, die 4800 Euro Warenwert beim 27-Jährigen und dem Mitangeklagten einzutreiben.

Gabelstaplerfahrer und drei weitere Kollegen mit Kosolen versorgt

Der Werner gab offen den Ablauf des Diebstahls zu Protokoll. Danach habe ein dritter Kollege die Palette an einer nicht einsehbare Stelle im Lager abgestellt und dann Schmiere gestanden, während die beiden Angeklagten die Konsolen in den Wagen des 27-Jährigen verfrachteten. Anschließend habe er die Folie an der Palette erneuert, so der Werner. Eine Playstation ging an den Bergkamener, eine an den Mann auf dem Gabelstapler, jeweils eine an zwei Mitarbeiter derselben Schicht. Damit blieben acht Geräte für den Mann aus Werne übrig. Der nahm die Konsolen an sich und verkaufte sie Ebay.

Jetzt lesen

Während der Werner keine Vorstrafen mitbrachte, weißt das Vorstrafenregister des Bergkameners gleich elf Eintragungen auf. Deutlich erkennbar wird dabei eine damalige Drogenabhängigkeit, denn mehrfach ist er wegen Besitzes und Erwerbs von Betäubungsmitteln verurteilt worden. Aber auch Diebstahl, Beleidigung und Fahren ohne Fahrerlaubnis gehören zur Liste seiner Vorstrafen.

Der Richter verurteilte beide Angeklagten am Ende gleichermaßen zu 60 Tagessätzen. Bei der Tagessatzhöhe machte er jedoch Unterschiede. Aufgrund der Vorstrafen und des höheren Einkommens des Bergkameners, fiel seine Strafe mit 2400 Euro - also 60 Tagessätze zu 40 Euro - höher aus als die des Mitangeklagten aus Werne. Bei ihm sah der Richter 60 Tagessätze zu je 30 Euro als tat- und schuldangemessen an.

Beide Angeklagten akzeptierten die Entscheidung des Gerichts sofort. Rechtskräftig ist das Urteil jedoch noch nicht, da es sich bei dem Vertreter der Staatsanwaltschaft um einen Referendar handelte, der aufgrund seines Ausbildungsstatuses keinen Rechtsmittelverzicht erklären darf.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt