Friseurmeisterin Katrin Stockhausen (43) freut sich, dass sie ihren gleichnamigen Salon bald wieder öffnen darf. Allerdings wird es zunächst einen sehr eingeschränkten Betrieb geben. © Sylva Witzig
Wirtschaft in Corona-Krise

Werner Friseurin zum Lockdown-Ende: „Wir eröffnen mit angezogener Handbremse“

Für Friseure endet der Lockdown am 1. März. Das sorgt bei Friseurmeisterin Katrin Stockhausen aus Werne für Erleichterung. Jetzt gilt es aber, die vielen Kundentermine fair zu vergeben. Eine Herkules-Aufgabe.

Der Lockdown in Deutschland wird verlängert. Friseure dürfen allerdings aufgrund einer Sonderregelung schon ab dem 1. März (Montag) wieder öffnen. Die Entscheidung von Bund und Ländern, die am Mittwoch (10. Februar) getroffen wurden, erleichtert viele Friseure, die durch die Krise arg gebeutelt sind.

„Ich habe den Live-Ticker zu den Gesprächen in Berlin verfolgt. Das war wieder sehr aufregend für mich. Ich habe nicht damit gerechnet. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Katrin Stockhausen (43), die nun aufatmen kann. Die Werner Friseurmeisterin und Inhaberin darf ihren Salon in der Steinstraße bald wieder öffnen.

Faire Lösung für Kunden des Salons in Werne gewünscht

Doch mit dem Start nach dem Lockdown ist auch eine große Herausforderung verbunden. „Wir müssen gucken, wie wir die Termine organisieren können. Wir wollen das möglichst fair lösen“, erklärt Stockhausen. Doch was ist fair in dieser Situation? Stockhausen und ihr Team haben sich dazu entschieden, zunächst die bereits vereinbarten Termine aus Dezember nachzuholen. Aber auch das wird nicht schnell erledigt werden.

Die Eröffnung wird „mit angezogener Handbremse“ erfolgen, wie Stockhausen sagt. Denn aufgrund der strengen Hygienemaßnahmen, die etwa ein regelmäßiges Desinfizieren der Sitze nach jedem Kunden vorsehen, können nicht annähernd so viele Termine wie üblich an einem Tag vereinbart werden.

Keine langen Behandlungen und Termine für Neukunden

Auch gewisse Behandlungen, die längere Zeit in Anspruch nehmen, wird sie zunächst nicht anbieten können, erklärt Stockhausen. Dazu zählt beispielsweise eine „Balayage-Behandlung“. Diese aufwendige Strähnen-Technik dauert gern einmal drei Stunden. Auch für Termine für Neukunden sieht Stockhausen zu Beginn der Wiedereröffnung keinerlei Chance.

Allein um die Stammkunden mit ihren noch offenen Terminen aus Dezember und dem Weihnachtsgeschäft zu versorgen, benötigt das Team viel Zeit. So müssten auch diese Kunden wohl mit Wartezeiten von bis zu zwei Wochen rechnen, erklärt Stockhausen. Wahrscheinlich wird sie die Öffnungszeiten erweitern, um der Nachfrage überhaupt nachkommen zu können.

Ein Dankeschön in schwierigen Zeiten: Katrin Stockhausen (r.), Friseurmeisterin aus Werne, bietet während des Lockdowns ihren Fenster-Verkauf mit Haarpflege-Produkten an. © Katrin Stockhausen © Katrin Stockhausen

Täglich erreichen sie schon jetzt im Lockdown wieder Anfragen zu neuen Terminen. Ähnliches erwartet Stockhausen auch in den nächsten Tagen, nachdem klar ist, dass der Salon bald wieder öffnen darf. Schon nach der Wiedereröffnung nach dem ersten Lockdown im Mai 2020 standen zwei Telefone im Salon nicht mehr still, wie Stockhausen erzählt. Nun aber, so die Friseurmeisterin weiter, könne man sich aufgrund der Vorlaufzeit generell besser auf den Re-Start des Salons vorbereiten. Bis dahin bietet die Friseurmeisterin wieder ihren Fenster-Verkauf im Lockdown an. Dort können Kunden ihre Haarpflege-Produkte kaufen.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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