Ein Jahr ohne Kirmes: Statt dem bekannten Sim-Jü-Flair herrscht in diesen Tagen gähnende Leere in der Werner Innenstadt. © Felix Püschner
Absage in der Corona-Krise

Werne ohne Sim-Jü: In der Stadt herrscht gähnende Leere statt Kirmes-Trubel

Die Mini-Sim-Jü würde am Donnerstag (22. Oktober) starten. Die eigentliche Sim-Jü sollte am Samstag beginnen. Doch aufgrund der Corona-Krise verwandelt sich Werne dieses Mal nicht in eine Kirmes.

Normalerweise herrscht Ende Oktober in Werne immer reges Treiben. In den Tagen vor der Sim-Jü-Kirmes, die traditionell rund um den Tag der Apostel Simon und Judas am 28. Oktober stattfindet, verwandelt sich die Stadt Stück für Stück in eine Kirmes-Landschaft. Normalerweise.

In diesem Jahr fällt die Traditionsveranstaltung in der mehr als 650-jährigen Geschichte zum ersten Mal aus. Nachdem Sim-Jü in gewohnter Weise und Größe bereits Ende September abgesagt wurde, wurde das Aus für die Mini-Sim-Jü, die am Donnerstag (21. Oktober) nur auf dem Parkplatz am Hagen steigen sollte, vor knapp zwei Wochen endgültig besiegelt. Aufgrund der aktuellen Entwicklung in der Corona-Krise und der damit verbundenen Einordnung des Kreises Unna als Risikogebiet war die Entscheidung der Verantwortlichen der Stadt Werne alternativlos.

Damit steht fest: Die Werner und die vielen Besucher von außerhalb, die vielen Kirmes-Fans, müssen in diesem Jahr auch ohne die beliebte Sim-Jü-Kirmes auskommen.

In Werne bleibt es zur Sim-Jü-Zeit plötzlich ganz ruhig

So bleibt es Ende Oktober plötzlich ganz ruhig in der Lippestadt. Eigentlich hätte es schon seit einigen Tagen die ersten Anzeichen der Sim-Jü-Kirmes gegeben. Die ersten Schausteller hätten schon seit Tagen ihre Zelte in Werne aufgeschlagen. Einige Fahrgeschäfte wären zu diesem Zeitpunkt schon aufgebaut. Und in den kommenden Tagen wäre es mit den weiteren Schaustellern, die ihre Stände und Buden aufgebaut hätten, typisch trubelig in der Innenstadt geworden.

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Werne ohne Sim-Jü: Gähnende Leere statt Kirmes-Flair

Im Ordnungsamt der Stadt Werne hätten sich der Marktleiter von Sim-Jü und die Kollegen vor allem mit der Vorbereitung der Kirmes beschäftigt. „Normalerweise würden wir uns jetzt im vollen Umfang um Sim-Jü kümmern. Wir haben uns schon gefragt, welchen Stand wir heute hätten. Eigentlich würde jetzt das Riesenrad schon stehen“, sagt Kordula Mertens, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Werne.

Keine drehenden Karussells, nur parkende Autos

Und für die Mini-Sim-Jü wäre bereits alles angerichtet für die Eröffnung. Der kleine Jahrmarkt war eigentlich vom 22. bis 27. Oktober geplant. Statt drehender Karussells auf dem Parkplatz am Hagen stehen heute dort nur Autos.

„Wir sind schon traurig und bedauern es sehr, dass es in diesem Jahr keine Kirmes in Werne gibt“, sagt Mertens. Statt Fragen der Schausteller rund um die Kirmes zu beantworten, kümmern sich die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in diesen Tagen und schon seit Monaten vor allem um ein Thema: die Corona-Krise.

Bereits die Mai-Kirmes fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. An den Planungen des wichtigsten Events in Werne, der Sim-Jü-Kirmes, hielten die Verantwortlichen lange fest, ehe sie keine andere Möglichkeit mehr sahen, aufgrund der steigenden Infektionszahlen auch die Traditionsveranstaltung in diesem Jahr abzusagen.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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