Diebstahl im Restaurant: „Es werden sogar Sachen geklaut, die in keine Handtasche passen“

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Eine Woche lang lagen Rinderfelle als Sitzunterlage im Stilvoll am Rathaus - bereits jetzt ist das Erste verschwunden. Andere Gastronome beklagen auch Verluste. Was da geklaut wird, ist kurios.

Werne

, 15.11.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Außenbereich vom Stilvoll am Rathaus sollte es richtig kuschelig werden - für die neue Bestuhlung wurden acht Sitzkissen und Rinderfelle angeschafft. Eine Woche später sind es nur noch sieben. Inhaber Andreas Nozar ärgert sich gewaltig über den Verlust: „Man möchte es den Gästen so schön und bequem wie möglich machen, doch das wird von manchen mit Füßen getreten.“

Es ist nicht das erste Mal, dass sein Eigentum in die Taschen der Gäste wandert: „In den letzten fünf Jahren sind rund 40 Decken und 25 Speisekarten verschwunden. Wir hatten auch schöne Pfeffermühlen auf den Tischen, doch auch die wurden geklaut. Inzwischen haben wir nur noch billige Streuer.“

Weihnachtsdeko wandert schnell in die Taschen der Gäste

Die selbstgebastelte Weihnachtsdekoration sei ebenfalls beliebt. „Es macht beinahe keinen Spaß mehr, alles mühevoll zu gestalten, wenn die Leute die Sachen mitnehmen“, klagt Nozar. Anzeige erstatten möchte der Inhaber nicht. „Die würde eh im Sande verlaufen. Ich kann nicht viel mehr tun, als mich zu ärgern.“

Um die Diebstähle einzudämmen, könnte der Laden videoüberwacht werden. Nozar ist jedoch skeptisch, ob das allen Gästen gefiele. Während die Kameras manche nicht stören, könnten andere deshalb fern bleiben. Außerdem wolle er nicht alle Gäste dafür „bestrafen“, dass sich ein paar daneben benehmen. Deshalb sucht der Inhaber noch nach Alternativen: „Wir haben schon überlegt, die Felle mit Klett an den Bänken zu befestigen. Doch das im Sommer wieder abzulösen, könnte dem Holz schaden.“

Diebstahl im Restaurant: „Es werden sogar Sachen geklaut, die in keine Handtasche passen“

Im Außenbereich des „Stilvoll am Rathaus“ sollen seit Kurzem Rinderfelle für eine kuschelige Atmosphäre sorgen. Der Inhaber Andreas Nozar ist verärgert: Bereits nach einer Woche ist das erste Fell verschwunden. © Vanessa Trinkwald

Pfand auf Decken ist keine Option

Auf Facebook wird heiß über das Thema diskutiert - ein Vorschlag gegen die Kriminalität ist die Einführung eines Pfandes für Decken und Co.

Nozar hält nicht viel von dieser Idee: „Man bräuchte eine seperate Kasse für den Pfand, da das überschüssige Geld in den Portmonees sonst schnell als Trinkgeld gewertet würde.“ Gerade im Sommer würde das Kassieren des Pfandes den Betrieb aufhalten. Außerdem möchte er nicht nur den Kellnern, sondern auch den Gästen so wenig Umstände wie möglich machen: „Die Gäste fänden es vermutlich befremdlich, erst einmal Pfand zu bezahlen.“

Aschenbecher, Kerzenständer, Pfefferstreuer - alles wird gestohlen

„In der Gastronomie ist Diebstahl Gang und Gäbe“, berichtet Bettina Schriever vom Stadthotel im Kolpinghaus. Der Fall im Stilvoll sei da kein Einzelfall. „Bei Kollegen mit Biergärten verschwinden haufenweise Aschenbecher. Und bei uns werden sogar Sachen geklaut, die in keine Handtasche passen.“ In der Gastronomie des Stadthotels werden häufiger Kerzenständer, Dekoration und Pfefferstreuer mitgenommen - das ärgert die Betreiber.

Schriever sieht jedoch augenzwinkernd auch etwas Positives in dem Diebstahl: „Wenn die Leute etwas mitgehen lassen, zeigt das ja, dass ich einen guten Geschmack habe. Ich suche ja nur Sachen aus, die mir gefallen.“ Inzwischen kaufe sie jedoch viel Deko in Billigläden, um den Verlust geringer zu halten.

Kuriose Gegenstände werden im Stadthotel entwendet

Dass Gäste Handtücher und Bademäntel aus Hotels mitnehmen, kalkulieren viele Hotels schon in die Zimmerpreise ein. Im Stadthotel sei Handtuch-Diebstahl kein Thema: „Es kommt sehr, sehr selten vor, dass dort etwas verschwindet.“ Dafür werde aber im Restaurantbetrieb allerlei geklaut.

„Wir hatten mal zwei Standaschenbecher vor der Tür. Nachdem die gestohlen wurden, haben wir keine Neuen mehr aufgestellt. Jetzt müssen die Gäste auf den Boden aschen. Wir fegen dann“, berichtet Schriever. Doch es geht noch kurioser: „Wir hatten im Hof zur Deko eine alte Gärblase liegen. Also ein Teil, mit dem man früher beispielsweise Bier braute. Das Ding war knapp kniehoch und wurde manchmal als Türstopper zweckentfremdet - und irgendwann entwendet.“

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