Mottowochen an Werner Schulen nur in abgespeckter Form

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Mottwoche und der Abi-Gag fallen an den Werner Schulen in diesem Jahr anders aus als in den Vorjahren. Dass sie ihren Schülern Verbote ausgesprochen haben, streiten die Schulleiter aber ab.

Werne

, 11.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Mottowoche angehender Abiturienten ist seit jeher eine besondere. Die Schüler verkleiden sich an den fünf Tagen zu verschiedenen Themen, treiben Schabernack und feiern am Freitag eine Abschlussfeier - den so genannten Abi-Gag. Doch in diesem Jahr sieht die Sache in Werne anders aus.

Drei statt fünf Tage (Mittwoch bis Freitag) und ein Abigag, der nach den Prüfungen stattfinden soll – das sind die neuen Rahmenbedingungen. „Und das heißt nicht, dass wir den Abi-Gag verboten haben. Das ist nicht richtig. Wir haben diesen nur verschoben“, stellt Marcel Damberg, Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) klar.

Schulministerium nicht in die Entscheidung involviert

Das Christophorus-Gymansium hat das Konzept bereits im vergangenen Jahr geändert, jetzt zieht das AFG nach. „Wir arbeiten als Schulen eng zusammen, auch in diesem Bereich“, so Damberg. Die Entscheidung für solch einen Schritt fällt jede Schule für sich selbst. Jörg Harm, Pressesprecher des Schulministeriums erklärt auf Anfrage: „Wir als Ministerium haben damit nichts zu tun. Darum liegen uns auch keine Zahlen vor, wie viele Schulen das im Kreis Unna machen.“

Doch warum wurde die Woche überhaupt verkürzt und der Abi-Gag verschoben? Die Gründe sind vielfältig. Zum einen gehe es darum, den „normalen“ Unterricht fortführen zu können. „Bei uns werden noch Klausuren geschrieben. Stellen sie sich mal vor, da platzt einfach wer so rein“, so der AFG-Schulleiter.

Schulschwänzern soll ein Riegel vorgeschoben werden

Ebenfalls wollen die Verantwortlichen mit diesem Vorgehen potenziellen Schulschwänzern einen Riegel vorschieben. Thorsten Schröer, Schulleiter des Christophorus-Gymnasiums, sagt: „Oft war es bei uns in der Vergangenheit so, dass zu dieser Feier kaum noch wer da war. Das ist doch auch für die Abiturienten schade.“ Hintergrund: Viele Schüler haben sich während der Feier eigenmächtig ein paar „Freistunden“ gegönnt.

Angesprochen auf das Thema Alkoholkonsum unter den Abiturienten während der Mottowoche halten sich beide Schulleiter bedeckt. „Es hält sich im Rahmen“, sagt Damberg. Generell sei dies kein großes Thema in Werne. Ebenso kämen Randale und Vandalismus kaum vor. „Wir gönnen den Schülern doch auch ihren Spaß, aber in einem vernünftigen Rahmen“, so Schröer, „von einem Verbot kann hier also keine Rede sein.“

AFG-Abiturienen verzichten auf Abi-Gag

Dennoch ist dieses neue Konzept nicht bei allen Abiturienten gut angekommen. Am AFG verzichten die Schüler dementsprechend auf eine abgesprochene Verlegung des Abi-Gags. „Das akzeptieren wir als Schule so“, so Damberg. Die Feier sei nun als reine Privatveranstaltung außerhalb der Schule geplant.

Anders sieht es am Christophorus aus. Dort wird der Abi-Gag nach den Prüfungen stattfinden. Der genaue Tag ist noch ein gut gehütetes Geheimnis. „Im Juni, so viel kann ich sagen“, so Schröer. Die Idee: Das Ganze soll ein Schulevent werden, dass für alle Schüler etwas bietet. „Für die unteren Stufen eine Überraschung und für die Abiturienten einen tollen Abschluss.“

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