Mit dem Vorstoß, Wärmepumpen ab sofort in öffentlichen Gebäuden zu installieren, scheiterte die CDU im Umweltausschuss in Werne. © picture alliance/dpa/BROETJE
Energie in Werne

Wärmepumpen in öffentlichen Gebäuden: CDU scheitert mit Vorstoß im Umweltausschuss

Die CDU Werne wollte mit einem Antrag, in öffentlichen Gebäuden in der Stadt ab sofort vorwiegend Wärmepumpen zu verbauen, vorpreschen. Doch im Ausschuss sammelte die Fraktion nicht die nötigen Mitstreiter.

Der CDU-Fraktion der Stadt Werne geht die Klimawende in der Stadt zu langsam. Insbesondere mit Blick auf den Einbau von nicht-klimafreundlichen Heizungsanlagen in der Stadt ist die Partei unzufrieden. „Es hat mich ein bisschen geärgert, dass die Stadt da ein bisschen langsam ist“, sagte Jürgen Regener am Mittwochabend (2. Juni) im Kolpingsaal bei der Sitzung des Umwelt- und Mobilitätsausschusses.

An der Marga-Spiegel- (MSS) und der Wiehagenschule etwa könne man Wärmepumpen zur Beheizung der Gebäude einbauen. Stattdessen seien aber in der MSS erst kürzlich Gasbrennwertheizungen verbaut worden. Deshalb wollte die CDU die Verwaltung auffordern, den Einbau von Wärmepumpen zu prüfen oder zumindest Gründe aufführen, die dagegen sprechen, und politisch legitimieren zu lassen. Doch die CDU bekam am Ende nur 6 Ja-, 8 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen.

Ausschussmitglieder sehen Thema eher im Klimaschutzkonzept

Jan Oestermann (SPD) sagte dazu: „Grundsätzlich begrüße ich den Antrag sehr. Ich finde es nur etwas unpassend, da es gut im Klimaschutzkonzept aufgehoben ist oder beim Kommunalbetrieb Werne (KBW).“ Der Klimaschutzmanager Johannes zur Bonsen bestätigte daraufhin, dass das Thema im Klimaschutzkonzept berücksichtigt werde. Zum einen sei man in Sachen Klimaleitlinien im Gespräch mit dem KBW – hier könne man Energieeffizienzstandards festlegen – und zum anderen werde es einen Sanierungsfahrplan geben.

Diese Begründung war Jürgen Regener aber zu wenig: „Aber uns geht das zu langsam. Jeder private Haushalt ist dazu aufgerufen [sich um die energetische Sanierung seines Hauses zu kümmern, Anm. d. Red.] und die Stadt sagt: ‚Wir warten, bis das Konzept beschlossen ist.‘“ Denise Jücker (Sachkundige Bürgerin, FDP) entgegnete: „Wir finden den Antrag gut. Das Einzige, was rausspringt ist die Wärmepumpe als optimale Lösung. Wir würden es unterstützen in Bezug auf klimaneutrale Heizungen.“

Ulrich Höltmann (SPD): „Wärmepumpe ist zu kurz gedacht“

Für Regener allerdings kam das nicht in Frage, denn seiner Meinung nach blieben nur Wärmepumpen oder Holzheizungen. Denn die Geothermie gehe sehr weit in die Tiefe: „Das ist sehr kompliziert und birgt große Gefahren.“ Auch eine Heizung über Strom sei denkbar, mit der Hoffnung darauf, dass der Strommix in Zukunft zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien gewonnen werde. Eine Holzpelletheizung eigne sich nur für energetisch schlechte Gebäude, so Regener.

Ulrich Höltmann (SPD) erklärte, dass man der Idee nicht im Wege stehen werde. Aber: „Die Wärmepumpe ist zu kurz gedacht. Die Verwaltung muss sich erst einmal Gedanken machen, welche Art die richtige ist. In zwei Jahren wird das Haus eventuell noch gedämmt. Wir stehen dahinter, dass die Stadt Vorreiter sein muss, aber der Antrag sollte nicht unterstützt werden.“ Laut Baudezernent Ralf Bülte beschäftige man sich bei dem neu zu errichtenden Feuerwehrgerätehaus mit der Frage der optimalen energetischen Weise.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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