Vorwurf sexueller Missbrauch: Polizei findet Mann (53) aus Werne

dzFacebook-Video

Ein Mann soll sich mit einem Jungen verabredet haben, um dessen Urin zu trinken. Ein weiterer Mann konfrontierte ihn damit und filmte das Aufeinandertreffen. Jetzt steht ein Werner im Verdacht.

Werne

, 24.06.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende Mai war im Kreis Unna ein Facebook-Video viral gegangen, in dem ein Mann einen anderen filmt und ihn beschuldigt, sich mit einem Kind treffen zu wollen, um sich an diesem zu vergehen. Nun hat die Polizei in Unna einen Verdächtigen identifiziert und ausfindig gemacht.

Dabei handelt es sich um einen 53 Jahre alten Mann aus Werne. Über den Filmer des Videos ist unterdessen klar, dass dieser aus Tönisvorst bei Wuppertal stammt.

In dem Video, das in den sozialen Netzwerken im vergangenen Mai Tausende Male geteilt wurde, ist zu sehen, wie jemand mit seinem Handy auf einen Mann zugeht, der in einem Auto mit einem Kennzeichen aus Unna sitzt, und ihn fragt, ob er den Urin eines siebenjährigen Kindes trinken wolle. Kurz darauf beleidigt der Filmende den Mann im Auto und schlägt ihm ins Gesicht.

Polizei beschlagnahmte Datenträger in Werner Wohnung

Wie nun bekannt wurde, hat die Polizei bereits Ende Mai die Wohnung des Beschuldigten in Werne durchsucht und sämtliche Datenträger mitgenommen, so der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Dortmund, Henner Kruse. Um welche Art und was für einen Umfang von Datenträgern es sich handelt, konnte Kruse nicht sagen. Ihm zufolge sei der Mann bisher nicht wegen Missbrauchs vorbestraft.

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„Jetzt laufen die Ermittlungen gegen den Mann“, so Kruse. Konkret lautet der Verdacht „Versuchter Missbrauch“. Aber: „Ob das überhaupt schon einen strafrechtlichen Gehalt hat, ist noch unklar“, so Staatsanwalt Henner Kruse.

Laut seinen Angaben habe der Mann aus Tönisvorst behauptet, vor dem Zusammenstoß Kontakt mit dem Werner im Internet gehabt zu haben. Der Vorwurf des Tönisvorsters: Dem Mann aus Werne sei es darum gegangen, ein Kind für einen Missbrauch zu erlangen. Was im Internet genau zwischen den beiden Männern ausgetauscht wurde, ist nun Gegenstand der Ermittlungen.

Gegen Tönisvorster läuft Verfahren wegen Körperverletzung

Gegen den Tönisvorster läuft derweil ein separates Verfahren, das bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal liegt. Dem Tönisvorster, gegen den in erster Linie wegen Körperverletzung ermittelt wird, könnten bis zu fünf Jahre Haft drohen.

Am 28. Mai hatte die Kreispolizeibehörde Unna auf ihrer Facebook-Seite Nutzer gebeten, das Video nicht weiter zu teilen. Darunter zogen Personen erste Verbindungen nach Werne. Bestätigen können habe dies die Polizei Ende Mai jedoch nicht, hieß es damals einem Sprecher zufolge. Grundsätzlich, so Bernd Pentrop, erschwere das Teilen derartiger Videos die Arbeit der Polizei.

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