Kommunaler Netzausbau? - Benedikt Striepens muss bei Zuschauerfrage passen

dzBürgermeister-Kandidaten im Video

Bei der Veranstaltung „Werne vor der Wahl“ mussten sich die Bürgermeister-Kandidaten auch den Zuschauerfragen stellen. Benedikt Stripens (Grüne) geriet dabei zwischenzeitig ins Schwitzen.

Werne

, 24.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Kandidaten stellen sich am 13. September zur Wahl für das Amt des Bürgermeisters in Werne: Dauerrivale Benedikt Striepens (Grüne) tritt gegen das amtierende Stadtoberhaupt Lothar Christ (parteilos) und den neuen Herausforderer Dominik Bulinski (CDU) an. Bei der Diskussionsveranstaltung „Werne vor der Wahl - der Bürgermeister“ stellten sich die Kontrahenten in einer Blitzfragerunde auch den Zuschauerfragen. Und Striepens geriet vor allem bei einer Frage ins Schwitzen. Ein Rückblick.

Video
Wernes Bürgermeister-Kandidaten beantworten Zuschauerfragen

Es ist ja nicht so, als wäre ein Wahlkampf völliges Neuland für Benedikt Striepens. Das dienstälteste Werner Ratsmitglied ist schließlich schon mehrfach gegen seinen Kontrahenten Lothar Christ angetreten - immer vergeblich, am Ende behielt stets Christ oder Vorgänger die Oberhand. Dennoch: Erfahren genug ist der Grünen-Politiker eigentlich, um auch auf unangenehme Fragen routiniert antworten zu können.

Doch als einer der Zuschauer danach fragt, ob ein kommunaler Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur denkbar wäre, ist Striepens für einen Moment sprachlos. Dann sagt er mit einem Lächeln: „Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Kann ich die Frage an Lothar Christ weitergeben?“ Doch so einfach geht das in der Blitzfragerunde nicht.

Klimaschutz und Stockum liegen Striepens eher

Der Grünen-Kandidat betont also, dass es sich hierbei um ein ziemlich kompliziertes Thema handelt. Hintergrund der Frage ist, dass sich die großen Telekommunikationsunternehmen nicht unbedingt gewillt zeigen, den Netzausbau in Werne voranzutreiben. Striepens versucht sich an einer Erklärung, gibt sich dann aber doch geschlagen - zumindest bei dieser Frage.

Wesentlich besser passen ihm die Fragen nach dem Klimawandel und nach dem Ortsteil Stockum. Bei ersterem ist die Sache klar: Als Grüner steht man voll und ganz zum Klimaschutz. Striepens betont, dass man die Klimaziele nur durch „Gebote, Verbote und klare Richtlinien“ erreichen werde. Als Stadt habe man zudem eine Vorbildfunktion, müsse bei Baugenehmigungen auf die richtigen Baustoffe und die nötigen Energiestandards setzen.

Dörfliche Strukturen sollen erhalten bleiben

Was er im Falle eines Wahlsieges denn für den oftmals etwas stiefmütterlich behandelten Ortsteil Stockum machen würde, möchte einer der Zuschauer wissen. Der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses könne ja schließlich nicht das Ende der Fahnenstange sein. „Da bin ich auf jeden Fall der richtige Ansprechpartner“, sagt Striepens mit einem Augenzwinkern.

Er und seine Partei wollten Stockum - aber auch Horst und Langern - vor allem so erhalten, wie sie sind: „Wir sind nicht dafür, mit Bauflächen in den weiteren Außenbereich zu gehen.“ Stattdessen wolle man „die dörflichen Strukturen weiterhin schützen“. Und da kämen auch die engagierten Vereine ins Spiel. „Die sind in Stockum vorbildlich unterwegs und müssen unterstützt werden“, so Striepens.

Grünen-Kandidat ist kein Freund von Amazon

Ziemlich deutlich bringt der Kandidat auch seine Meinung zum Problem der nachlassenden Kaufkraft im stationären Handel zum Ausdruck - gerade vor dem Hintergrund der Konkurrenz durch den Onlinehandel. Striepens: „Wir rühmen uns damit, Amazon vor der Tür zu haben. Das habe ich mehrfach kritisch angemerkt. Die Argumentation, zu sagen, die bringen doch ein bisschen Steuerkraft und wenn wir es nicht machen, dann machen es andere, finde ich moralisch nicht ganz weit vorne.“

Um den lokalen Handel zu stärken, gelte es aber auch, die Innenstadt attraktiver zu gestalten, etwa durch eine neue Möblierung und Grünflächen. Man müsse sie zu einem „Ort des Verweilens“ machen. „Das ist die Chance des Einzelhandels vor Ort. Die Menschen müssen gerne in die Innenstadt gehen und Zeit mitbringen, dann kaufen sie auch gerne ein“, so Striepens.

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