Vom Sorgenkind zum Vorzeigeprojekt? Diese Geschichten stecken in der Werner Horne

dzVideokolumne Heidewitzka

Die Horne soll im Zuge des Regionale-Projekts aufgewertet werden. Im Mittelpunkt des Interesses stand der Bach früher schon häufig. Warum, erklären wir in unserer Video-Kolumne Heidewitzka.

Werne

, 18.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was wurde da zuletzt bloß für ein Tamtam um die Horne gemacht: Auf die Empörung der Politik angesichts der Kostenexplosionen bei der Umgestaltung des Gewässers im Rahmen des Projekts „Werne neu verknüpft“ folgten die Suche nach Einsparpotenzialen und Rechenspiele der Stadt. Irgendwie muss man das Gewässer doch wohl aufwerten können - fürs Auge und ökologisch. Hat man schließlich erst vor ein paar Jahren so beschlossen. Und vorsichtshalber drücken jetzt alle die Daumen. Nicht, dass das Kind nachher doch noch in den Brunnen fällt.

Doch wer in den vergangenen Monaten den Dialogen zwischen Verwaltung und Politik lauschte, bekam zwischenzeitig durchaus den Eindruck: Der Gewässer-Umbau, der 2021 starten und fünf Jahre dauern soll, steht auf äußerst wackeligen Beinen. Und es wäre nicht das erste Mal, dass die Horne in Werne für nasse Füße sorgt, wie ein Blick in die Geschichte der Lippestadt zeigt.

Video
Heidewitzka - Folge 25: Die Geschichte der Horne

Es ist der 8. August 1924. Durch die Burgstraße schlendern einige Bürger zu den kleinen Geschäften in der Werner Innenstadt. Obwohl: Eigentlich ist es eher ein Waten. Denn die Burgstraße ist überflutet. Genauso wie die Westmauer. Und nein, es ist kein Rohrbruch, der für die Wassermassen verantwortlich ist. Es ist die Horne, die - mal wieder - über die Ufer getreten ist.

Wernes Bürger kennen dieses Spielchen schon. Ist ja nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Der Bach, den sie einst auch zum Waschen und Bleichen der Kleidung sowie zum Betreiben der Hornemühle nutzten, hat nun mal seine Vor- und Nachteile. Aber an diesem 8. August macht er sich nicht unbedingt beliebt. Eine größere „Hochwasserkatastrophe“ hat das Städtchen bisher nämlich noch nicht erlebt.

Die Hornebrücke steht komplett unter Wasser, im Unterland steigt das Hochwasser der Horne auf über einen Meter. Daran mögen vielleicht die planschenden Kinder ihren Spaß haben - doch für die Wohnhäuser und Geschäfte ist das Szenario überhaupt nicht lustig.

Vom Sorgenkind zum Vorzeigeprojekt? Diese Geschichten stecken in der Werner Horne

Die Horne trat in der Vergangenheit häufig über die Ufer. © Förderverein Stadtmuseum

Und nun? Nun geht das Planen los. Ein Planen und Umgestalten, wie es auch heute - fast 100 Jahre später - wieder en vogue ist: Erst bekommt der Bach in den 1930er-Jahren mehr Platz, dann 1970 sogar ein neues Bett samt Schotterauffüllung und Kunststoffgitter. Und das ist nicht alles. Eine neue Uferbefestigung, gefällig? Sehr gerne. Und wie wäre es mit einem komplett neuen Verlauf? Immer her damit. Geht zwar alles auf Kosten des idyllischen Charakters, sorgt aber wenigstens für trockene Füße.

Die verspricht die „Gesamtkonzeption zur Projektrealisierung“ von „Werne neu verknüpft“ im Jahr 2019 auch. Der Horne-Umbau soll ein Vorzeige-Projekt werden. Hornepark, Horneaue, Hornegärten - ist alles mit dabei. Wenn denn die Rechnung am Ende tatsächlich aufgeht.

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