Viel Diskussion um Verein in Horst im Jugendhilfeausschuss

dzVerein Horst & Wessel

Der Förderverein für Horst und Wessel ist als freier Träger für die Jugendarbeit vom Jugendhilfeausschuss anerkannt worden. Allerdings erst nach längerer Diskussion, die nicht nötig gewesen wäre.

Werne

, 21.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Jugendhilfeausschuss hat am Donnerstagabend - nach längerer Diskussion den Förderverein Dorfgemeinschaft Horst & Wessel e.V. als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt. Damit kann sich der Verein künftig um Fördermittel in diesem Bereich bewerben.

Der Verein ist in Horst und Wessel kein unbekannter, da er auf dem alten Dorfplatzgelände bereits mehrere Projekte wie die Kita samt Erweiterung, ein Mehrzweckcarport und ein Dorfgemeinschaftshaus realisiert hat. Und eine konkrete Idee hat der Verein auch schon: Auf einem angrenzenden Grundstück will er ein Blockhaus für Kinder, die aus der Kita kommen, und Jugendliche nach Ende der weiterführenden Schule schaffen. Ein Blozplatz soll auch dazu kommen. „Bisher gibt es in Horst ein unzureichendes Angebot für den Nachmittag“, so Herbert Schulze-Geiping vom Verein.

Ausschuss will Vereinstätigkeiten sehen, die aber nicht nötig sind

Trotzdem hatten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses am Donnerstagabend in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums Bedenken, den Verein als Träger für die freie Jugendhilfe anzuerkennen. Ihr Wunsch: eine Aufstellung der Dinge im Jugendhilfebereich, die der Verein bisher schon umgesetzt hat. Denn so sei man bei dem Verein an der Waldstraße auch vorgegangen, der dann noch einmal eine entsprechende Maßnahmenliste vorlegen musste, bevor der Verein offiziell anerkannt wurde.

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Diese Abstimmung hatte offenbar im nicht-öffentlichen Teil einer Jugendhilfeausschuss-Sitzung stattgefunden. Dafür habe es einen Rüffel gegeben, so Vorsitzender Rolf Weißner, weil diese Abstimmungen immer im öffentlichen Teil stattfinden müssen.

Während der Verein aus Horst erklärte, erst Anfang des Jahres mit der aktiven Jugendarbeit begonnen zu haben, reichten dem Ausschuss die Aussagen „Da ist immer Leben bisher“ und „Die Kinder suchen diesen Anlaufpunkt“ nicht aus, um ihn von dem Verein zu überzeugen. „Mir fehlt das Garant für die Konsistenz dieses Angebotes“, war einer der Einwände. Auch eine Anerkennung auf Zeit war in der Diskussion.

„Die Stadt sollte froh sein, dass Vereine so etwas übernehmen“

Bis Jugenddezernent Alexander Ruhe über die Rechtslage aufklärte und erläuterte, dass der Verein keine Arbeit aus den vergangenen Jahren vorweisen müsse. Vielmehr gehe es darum, ob sich eine Absicht, diese Ziele zu verfolgen, erkennen ließe. Am Ende wurde der Verein anerkannt. „Wenn wir der Ansicht sind, dass der Verein die Voraussetzungen nach einer Zeit nicht erfüllt, kann die Aberkennung erfolgen“, so Ruhe. Auch der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) werde sich hierzu klar positionieren. In einem Jahr solle der Verein vorstellen, was er umgesetzt habe, wünschten es sich die Ausschussmitglieder.

Uwe Schenk von der Jugendhilfe Werne wünschte sich darüber hinaus eine Liste aller freien Träger in Werne und ergänzte: „Die Stadt sollte froh sein, dass Vereine so etwas übernehmen.“

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