Viagra-Verkauf via Facebook: Wernerin (21) zu 9 Monaten Haft verurteilt

dzNeun Monate Haft

Weil sie Viagra via Facebook verkaufte und Marihuana in ihrer Wohnung hatte, wurde eine Wernerin am Donnerstag zu 9 Monaten Haft und einer Geldbuße verurteilt.

von Sylvia Mönnig

Werne, Lünen

, 18.06.2020, 14:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über das Internet bot eine junge Frau aus Werne verschreibungspflichtiges Potenzmittel an – und geriet an einen Scheinkäufer der Polizei. Außerdem wurde der Marihuana-Vorrat der 21-Jährigen entdeckt. Das alles hatte nun Folgen.

Anfang vergangenen Jahres fiel die Wernerin Ermittlern bei Facebook auf, als sie dort ein Viagra-Präparat anbot. Ein Geschäft mit rund 17 Euro Erlös konnte sie abschließen, dann geriet sie an den vermeintlichen Kunden, der tatsächlich für die Polizei agierte. Darüber hinaus wurde im Sommer ihre Wohnung durchsucht und dabei offenbarte sich, dass sich im Besitz der 21-Jährigen 111,88 Gramm Marihuana befanden – wenn auch mit einem eher niedrigen Wirkstoffgehalt.

„Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“

Unerlaubter Arzneimittel-Handel in zwei Fällen und Betäubungsmittelbesitz wurden ihr nun in einem Prozess vor dem Lüner Jugendschöffengericht vorgeworfen. Sie räumte ihre Taten unumwunden ein. Sie habe nicht gewusst, dass sie das Potenzmittel nicht hätte verkaufen dürfen. Aber, so sah sie selbst ein: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.“ Die Medikamente seien halt da gewesen und sie habe die Gelegenheit quasi genutzt – aber nicht, um Profit zu machen. „Es war einfach dumm.“ Bei aller Offenheit wollte sie allerdings keine Angaben dazu machen, woher sie das Potenzmittel hatte.

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Ähnlich verhielt es sich mit dem Marihuana. Auch diese Tat gestand sie ein und gab an, mit dem Konsum der Droge, die sie ausschließlich für den Eigenkonsum erworben habe, ihre Borderline-Störung etwas kompensiert zu haben - innere Unruhe oder auch zu viele Gedanken in ihrem Kopf. „Man hört natürlich von vielen Leuten, dass das sehr entspannend ist.“ Tatsächlich habe sie damit abschalten können. Mittlerweile sei sie aber clean und bemühe sich, ihren Problemen mit einer Therapie entgegenzuwirken. Das Marihuana habe sie im Übrigen wegen des niedrigen Wirkstoffgehalts günstig für 400 Euro kaufen können. Angaben zu ihrem Lieferanten wollte sie allerdings nicht machen.

Das Geständnis, auch wenn sie hinsichtlich ihrer Quellen blockte, und die Bereitschaft, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, standen letztlich dem Umstand gegenüber, dass sie gleich drei Taten beging. Auch war sie im vergangenen Jahr bereits mit einer Fahrt ohne Führerschein und unter Drogen-Einfluss in Erscheinung getreten. Eine einmalige Lebensphase, so die Hoffnung des Richters. Reifeverzögerungen waren zur Überzeugung des Gerichts nicht gegeben. Daher kam Erwachsenenstrafrecht zum Tragen. Die junge Wernerin wurde schließlich zu neun Monaten Haft mit Bewährung und zur Zahlung von 600 Euro Geldbuße verurteilt. Sie akzeptierte die Entscheidung des Gerichts postwendend, so dass das Urteil umgehend rechtskräftig wurde.

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