Achtung Wildwechsel: Im Herbst steigt das Risiko für Wildunfälle

Straßenverkehr

Im Herbst steigt das Unfallrisiko für Mensch und Tier sichtlich an. Der ACV warnt vor erhöhtem Risiko zur bevorstehenden Zeitumstellung. Der Hegeringsleiter erklärt, worauf Autofahrer achten sollen.

Werne

von Charlotte Schuster

, 25.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Herbst steigt das Unfallrisiko wegen Wildwechsel.

Im Herbst steigt das Unfallrisiko wegen Wildwechsel. © Helga Felgenträger

Die Zahl der Wildunfälle ist so hoch wie nie zuvor. Im Jahr 2019 gab es fast 300.000 Kollisionen - 27.000 mehr als es im Vorjahr der Fall war. Der Automobil-Club Verkehr (ACV) warnt, dass die Anzahl von Wildunfällen im Zuge der Zeitumstellung am Sonntag, 25. Oktober, noch einmal drastisch steigen könnte.

Im Herbst werden die Felder abgeerntet und die Zeitumstellung verändert den Tagesrhythmus der Menschen - das wirkt sich auch auf die Wildtiere aus. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) meldet 295.000 Wildunfälle pro Jahr. Im Durchschnitt macht das 800 Unfälle pro Tag.

Einige Autofahrer bagatellisieren diese Gefahr jedoch trotzdem. Aufgrund dessen, haben der ACV und der Deutsche Jagdverband im Jahr 2019 die Kampagne „Tiere kennen keine Verkehrsregeln“ zur Prävention gegründet. Die Intention des Clubs ist es, ein Gefahrenbewusstsein - insbesondere bei jungen Autofahrern - mit einem dramatischen Video zu entwickeln.

Wenn sich beispielsweise bei 60 Kilometern pro Stunde eine Kollision mit einem Rothirsch ereignet, wirkt eine Kraft von ungefähr fünf Tonnen auf das Fahrzeug ein. Diese Intensität wird in dem Video durch einen Elefanten demonstriert.

Auf diesen Werner Straßen findet vermehrt Wildwechsel statt

Hegeringsleiter Matthias Möllenhoff erklärt, dass es im Herbst aus verschiedenen Gründen zu vermehrten Wildunfällen kommt. Zum einen sei die dunkle Jahreszeit ein Grund dafür. Die Verkehrsteilnehmer sehen die Wildtiere meist erst später als am helllichten Tag. Das Wild merke zwar nicht, dass die Uhr umgestellt wird, aber die Menschen seien zu anderen Zeiten unterwegs. Besonders aktiv seien die Tiere in den Dämmerungsstunden und in der Nacht, so Möllenhoff.

Zudem gibt er Verhaltenstipps, um Wildunfälle zu vermeiden. Insbesondere auf Landstraßen und auf Straßen, welche durch amtliche Verkehrszeichen gekennzeichnet sind, solle man langsam und aufmerksam fahren. Auf der Nordlippestraße, Wesseler Straße, Varnhöveler Straße, Capeller Straße, Südkirchener Straße und auf der B55 finde vermehrt Wildwechsel in Werne statt, so Möllenhoff.

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Falls doch plötzlich ein Tier auf die Fahrbahn laufen sollte, sollten Autofahrer schleunigst bremsen, das Lenkrad gerade halten und hupen. Außerdem sollten sie abblenden, da das Wild ansonsten geblendet würde. Trotz allen Vorsichtsmaßnahmen kann es zu einem Zusammenstoß kommen. In dem Fall sollten die Fahrer die Unfallstelle sichern und die Polizei alarmieren. „Man sollte nicht versuchen, das Tier zu retten oder anzufassen“, sagt der Heringsleiter. Einer der Gründe dafür sei, das etwa Wildschweine äußerst aggressiv darauf reagieren und so zu einer Gefahr für den Menschen werden könnten.

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