Endlich: Stadt will Verfall von Fachwerkhaus juristisch stoppen

dzSüdmauer 27

Seit vielen Jahren ist das Fachwerkhaus an der Südmauer dem Verfall preisgegeben. Nun will die Stadt endlich schärfer gegen den Eigentümer vorgehen; Gerichtsverfahren nicht ausgeschlossen.

Werne

, 09.02.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Eigentümer des denkmalgeschützten Fachwerkhauses an der Südmauer 27, Höhe Elektrogeschäft Steinkuhl, lässt seit vielen Jahren die Immobilie vor sich hin rotten. Er veranlasst nur die nötigsten Arbeiten. Etwa, wenn sich Nachbarn über den Wildwuchs und Ratten auf dem Grundstück beschweren. Das Gebäude bleibt sich selbst überlassen, rottet vor sich hin.

Endlich: Stadt will Verfall von Fachwerkhaus juristisch stoppen

Vormals war eine Schuhmacher-Werkstatt in dem großen Fachwerkhaus an der Südmauer untergebracht. Es steht schon viele Jahre leer. © Foto: Jörg Heckenkamp

Jahrelang hat die Stadt Werne das tatenlos mitangesehen, auf eine einvernehmliche Lösung mit dem Eigentümer gesetzt (übrigens derselbe Eigentümer, der auch das leer stehende Fachwerkhaus am Kirchhof 3 sein Eigen nennt). Doch mittlerweile hat sich der Eindruck verfestigt, dass der Eigentümer nicht an Kooperation interessiert ist. Im Gegenteil.

„In diesem Jahr werden wir in Sachen Südmauer 27 die Zügel anziehen“, sagt Planungsdezernent Ralf Bülte auf Anfrage der Redaktion. Was bedeutet das genau? „Wir werden uns juristische Hilfe holen.“ Heißt im Klartext: Die Stadt plant eine juristische Auseinandersetzung mit dem Eigentümer mit ein.

Stadt will sich juristische Hilfe gegen den Leerstand holen

Mit Bordmitteln, also eigenen Expertisen und eigenem Personal, könne man solch ein möglicherweise langwieriges Verfahren nicht stemmen. Planungsdezernent Bülte: „Da brauchen wir Hilfe von außen. Leute, die sich mit Baurecht gut auskennen.“ Man stehe seitens der Stadt bei der Politik im Wort, dass man in Sachen Südmauer 27 aktiv werde.

Was wäre das Ziel einer solchen juristischen Vorgehensweise? „Wir arbeiten auf eine Erhaltungsanordnung hin“, sagt Bülte. Der Eigentümer müsse dann auf seine Kosten dafür sorgen, dass das denkmalgeschützte Fachwerkhaus in gutem Zustand erhalten bleibt. Sollte er sich weigern, „dann müssen wir über angemessene Bußgelder oder andere Zwangsmaßnahmen nachdenken.“

Endlich: Stadt will Verfall von Fachwerkhaus juristisch stoppen

Vor einer Bauruine in Weimar, mitten in der Fußgängerzone, steht dieses Schild. Ein Vorbild für Werne? © Foto: Jörg Heckenkamp

Einen anderen Weg hat vor etlichen Jahren die Stadt Weimar eingeschlagen. Sie prangert mittels offizieller Schilder den jahrelangen Leerstand an. So war etwa vor einem Gammelhaus in der Weimarer Innenstadt ein Schild zu sehen, auf dem die Verwaltung unter anderem mitteilt, dass sich die Immobilie nicht in ihrem Besitz befindet, aber man sich um Lösungen bemüht.

Wäre solch ein Anprangern auch ein Weg für Werne? „Wir als Stadtverwaltung würden das jetzt nicht initiieren“, sagt Planungsdezernent Ralf Bülte. Aber wenn andere Personen, beispielsweise interessierte Bürger oder die Gruppe rund um die Altstadtfreunde, so eine demonstrative Aktion starten würden, „dann hätte ich sicherlich nichts dagegen“.

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