UWW schaltet beim Thema Radfahren einen Gang rauf - und sorgt für Verwunderung

Politik in Werne

Hat da jemand etwas nicht mitbekommen - oder ist er einfach nur ungeduldig? Die UWW will beim Thema Radfahren in den nächsten Gang schalten. Das löst Verwunderung bei den anderen Parteien aus.

Werne

, 22.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Den Radverkehr will die Stadt in Zukunft besonders im Blick haben - und einiges verändern.

Den Radverkehr will die Stadt in Zukunft besonders im Blick haben - und einiges verändern. © Helga Felgenträger

Mit einem ausführlichen Antrag hat die Unabhängige Wählergemeinschaft Werne (UWW) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr für Irritationen gesorgt. Der Inhalt des Antrags: Maßnahmen für eine zukunftsweisende und ökologische Mobilität in Werne. Konkret fordert die UWW die Schaffung einer „Infrastruktur für das Radfahren als ökologisches Nahverkehrsmittel“. Das möge der Rat doch bitte in seiner nächsten Sitzung beschließen, heißt es in dem Schreiben.

Denn: Es müssten neue Maßstäbe für den Innenstadtverkehr der Zukunft gesetzt werden, und zwar „hin zu einer für Radfahrer optimalen Mobilität“. Dadurch werde es „in Anbetracht der derzeitigen Klimasituation zu einer Nutzungsänderung vom Auto zum Fahrrad kommen“. Die Liste der vorgeschlagenen Maßnahmen ist lang. Angefangen bei alltagstauglichen Radwegen ohne unnötige Hindernisse wie Ampeln und Kreuzungen über Kombifahrspuren im Innenstadtring, die nur für Radfahrer und Busse zugelassen sind, bis hin zu überdachten Radständern am Bahnhof und Busbahnhof sowie an Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen.

Weg fürs Mobilitätskonzept ist bereits geebnet

Eine Stärkung des Radverkehrs in Werne? Da schaute das ein oder andere Ausschussmitglied dann doch etwas ungläubig. Der Grund: Genau diese Dinge haben Stadt und Politik schon längst auf dem Schirm, wie auch Claudia Lange (FDP) erklärte: „Ich kann diesen Antrag überhaupt nicht nachvollziehen. Da ist doch schon alles längst im Fluss.“ Gemeint ist das „integrierte Mobilitätskonzept“. Ein Ausdruck, der schon seit vergangenem Jahr die Runde macht. Und für eben dieses Konzept, bei dem der Radverkehr besonders im Fokus stehen soll, hatte die Kommune erst kürzlich auch einen Förderbescheid über knapp 31.000 Euro vom Land NRW erhalten.

Durch die Förderzusage könne nun das Vergabeverfahren für die Auswahl eines Büros zur Konzepterstellung offiziell starten, erklärte Bürgermeister Lothar Christ vor gut zwei Wochen. Bereits im November 2019 war bei einem Treffen mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, der Initiative Radverkehr sowie des ADFC zugesagt worden, dass das Thema „Mobilität“ nun eine besondere Priorität erhalten werde – auch im Rahmen des Klimaschutzmanagements.

Hat die UWW von all dem etwa nichts mitbekommen? Doch, sagte UWW-Mitglied Hermann Havers: „Aber wir wollen jetzt nicht fünf Jahre darauf warten.“ Immerhin auf eine Sache musste Havers dann tatsächlich nicht lange warten: die Ausschussmitglieder einigten sich darauf, die Maßnahmenliste den Planungsexperten als Hinweise mit auf den Weg zu geben. Als eine Art Starthilfe, bevor man dann wirklich den nächsten Gang einlegt.

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