Corona: Nach viel Aufregung ist unser Urlaub doch noch geplatzt

dzKolumne Klare Kante

Wer freut sich nicht auf die schönsten Wochen des Jahres? Vor allem, wenn man sie immer wieder verschieben musste. Auch der letzte Anlauf hat nicht geklappt. Ist das nicht besser so?

Werne

, 17.10.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manchmal stellt sich später heraus, dass ein Verlust auch seine guten Seiten hat. So war das bei unserem für März geplanten Urlaub in Gambia, dem kleinsten afrikanischen Land. Drei Tage vor Abflug schlug die damals noch junge Corona-Pandemie zu und das Reise-Unternehmen sagte alles ab.

Später las ich den Bericht einer Deutschen, die genau zu unserer favorisierten Zeit dort war. Sie stöhnte über die unfassbare Hitze, die für Westeuropäer kaum auszuhalten gewesen sei. Plus Corona-Maßnahmen. Okay, dachten wir, alles hat sein Gutes. Als wir nach längerem Hickhack zudem unser Geld zurückbekamen, war das Thema Gambia-Absage gegessen. Wo verbringen wir denn dann im Jahre 2020 unseren Urlaub?

Diskussion reicht von Flugreise bis Kreuzfahrt

Wir diskutierten verschiedene Arten und Zeiträume. Von Flugreisen bis zu Kreuzfahrten. Doch meist hatte sich die Planung durch die Corona-Einschränkungen schnell erledigt. Bis auf drei Tage in einer Privatwohnung in Hamburg sind wir im ersten Halbjahr nicht aus dem heimischen Dunstkreis herausgekommen.

Im September standen die nächsten Urlaubstage an. Was tun? Wir entschieden uns für eine Boat&Bike-Tour in Holland - eine Woche Flusskreuzfahrt mit täglichen Fahrradtouren. Drei Tage vor Beginn wurde die Region um den Startpunkt Amsterdam zum Risikogebiet erklärt. Verzweifelt suchten wir als Alternative eine (bezahlbare) Ferienwohnung oder Pension in Deutschland.

Der Autor dieses Artikel wird in seiner Urlaubswoche u. a. Wanderungen in der Umgebung Wernes machen.

Der Autor dieses Artikel wird in seiner Urlaubswoche u. a. Wanderungen in der Umgebung Wernes machen. © Jörg Heckenkamp

Schließlich konnten wir die Boat&Bike-Tour doch noch antreten. Der Veranstalter hatte kurzfristig die Route geändert. Start und Ziel lagen nun in Utrecht. Doch Dreierlei trübte die ansonsten schöne Reise: Durch die an sich schon nervige Umbuchung war unsere Bahnkarte verfallen; die Corona-Regeln auf dem Schiff sorgten für Einschränkungen sowie Ärger über die, die sich nicht daran hielten; Utrecht wurde zwischenzeitlich zum Risikogebiet erklärt.

Das bedeutete nach unserer Rückkehr: Häusliche Quarantäne bis zur Vorlage eines negativen Covid19-Tests. Das dauerte insgesamt knapp fünf Tage. Alles nervig.

Corona fährt wieder in die Parade

Nächster Urlaubs-Zeitraum für uns: die zweite Woche in den Herbstferien. Unser erster Plan: Die im Mai abgesagten Übernachtungen in einem besonderen Hotel in Rotterdam im Oktober nachholen. Auch hier war schnell klar: Corona fährt uns wieder in die Parade. Immerhin: Das Hotel spielt bei einer weiteren Verschiebung aufs nächste Jahr mit.

Der zweite Plan: einige Tage in Deutschland zu verbringen. Wir hatten uns ein nettes Hotel an der Lahn in Hessen ausgesucht. Zum Zeitpunkt der Buchung war der Kreis Unna noch kein Risikogebiet. Jetzt ist er es. Ja, hieß es bei meinem Anruf am vergangenen Wochenende von der Rezeptionistin, dann brauchen wir von Ihnen beiden einen negativen Covid19-Test, nicht älter als 48 Stunden.

Woher einen Covid19-Test bekommen?

Der ist aber nicht, zumindest nicht mit sicherer Auswertungszeit, innerhalb von zwei Tagen zu bekommen. Teuer ist er obendrein. So der Stand bis Dienstag (13.). Am Mittwoch, 14., hieß es, der Kreis Unna würde solche Test kostenlos anbieten. Juchu, können wir doch fahren? Die Einschränkung kam sofort: Eine Auswertung innerhalb von 48 Stunden (eigentlich müsste es noch schneller gehen, man muss ja mit dem Test ja auch noch zum Urlaubsziel fahren) ist eher unwahrscheinlich.

Wir haben noch über Adressentricks mit Verwandten in risikoärmeren Gebieten nachgedacht, als schließlich die Vernunft siegte. Wenn die Corona-Zahlen so stark steigen, ist es das beste Mittel, sich möglichst von anderen Menschen fern zu halten und daheim zu bleiben. Wir werden rund um Werne wandern oder mal in ein schönes Restaurant gehen, uns Dinge anschauen, mit dem Fahrrad fahren und uns die Ruhe antuen. Corona, du kannst uns mal...

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