In Werne war der Marktplatz am Montagmorgen (1. Februar) wegen des Blitzeises in der Nacht ziemlich glatt. © Jörg Heckenkamp
Glatteis in Werne

Unfall wegen Blitzeis in Werne: „Stellenweise war es sehr, sehr glatt“

8 Tonnen Streusalz, 1,3 Tonnen Sole und ein Unfall in Werne später: Hinter dem Winterdienst in Werne liegt eine einsatzreiche Nacht. Auch die Polizei war am frühen Montagmorgen schon unterwegs.

Glatte Straßen, eingefrorene Autos, Fußgänger, die vorsichtig die rutschigen Bürgersteige entlang gingen: Am frühen Montagmorgen (1. Februar) hat der Nieselregen der Nacht für Blitzeis auf den Werner Straßen gesorgt. Die Feuerwehr hat bisher keine Glätteunfälle verzeichnet, die Polizei meldete um kurz nach 7 Uhr in der Straße Baaken ein Auto, das gegen eine Garagenwand gerutscht war. Kostenfaktor 1000 Euro.

Auch für die Werner Bauhof-Mitarbeiter war es eine ereignisreiche Nacht: 8 Tonnen Salz und 1,3 Tonnen flüssige Sole haben die Mitarbeiter der Gruppe 1 des Winterdienstes in der Nacht zwischen 4 und 7.30 Uhr ausgestreut. 3 Großfahrzeuge mit zwei Schleppern waren dafür im Einsatz. Gruppe 1 und Gruppe 2 wechseln sich alle 2 Wochen ab mit dem Winterdienst.

Als Bernd Kussel, der Winterdienstleiter der Gruppe 1 am Bauhof, in der Nacht um 2.45 Uhr aufgestanden sei, habe er bereits beobachtet, dass der Nieselregen auf den Autos zum Teil gefroren war. Daraufhin informierte er seine Gruppe, die ab 4 Uhr auf den Werner Straßen streute. „Stellenweise war es sehr, sehr glatt“, sagt Kussel. Doch Unfälle wegen Glätte seien auch ihm bisher nicht bekannt aus der Nacht von Sonntag auf Montag.

Winterdienst musste diesen Winter schon 7 bis 8 Mal ausrücken

Dass 9,3 Tonnen Streumaterial zum Einsatz gekommen sind, das sei normal für diese Verhältnisse, sagt Kussel. „Wenn Schnee dabei ist, dann kann das schon mal das Doppelte werden. Aber Schnee hatten wir schon lange nicht mehr.“ Im Vergleich zum vorangegangenen Jahr seien die Winterdienstmitarbeiter in diesem Winter bisher 7 oder 8 Mal zum Streuen unterwegs gewesen. Generell seien die Winter der vergangenen Jahre aber milder gewesen.

Mit der Wettervorhersage sei es in den vergangenen Jahren „sehr kompliziert geworden“, sagt Kussel. „Das Wetter verändert sich manchmal innerhalb einer Stunde.“ Wenn man sich dazu entscheide, erst einmal nicht rauszufahren, könne es kurz darauf schon wieder ganz anders aussehen, so der Winterdienstleiter. „Das Wetter hat sich unwahrscheinlich verändert.“ Verrückt, nennt Kussel das. Früher sei es einfach glatt gewesen, nun müsse man jeden Tag aufs Neue schauen.

Auch Tobias Tenk, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Werne, sagt, dass es schon längere Zeit keine witterungsbedingten Einsätze für die Feuerwehr gegeben habe. Der letzte Einsatz, an den er sich erinnere, sei ein Unfall auf Höhe von Mutter Stuff vor 1,5 Jahren gewesen, bei dem ein Autofahrer wegen Glätte von der Fahrbahn abgekommen und sich mit seinem Auto überschlagen habe.

Um kurz nach 10 Uhr am Montagmorgen meldete die Polizei des Kreises Unna, dass in der Nacht in Schwerte ein Auto in den Straßengraben gerutscht sei, In Unna-Massen rutschte ein Lkw gegen eine Hauswand. In Holzwickede kippte gegen 8 Uhr ein Streufahrzeug auf die Seite.

Über die Autorin
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Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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