Unerwartet hoher Rücklauf an illegalen Waffen

Amnestieregelung

WERNE "Da werden die Kollegen im zuständigen Dezernat wohl die Hände überm Kopf zusammenschlagen." Martin Joost, Leiter der Polizeiwache in Werne, war selbst überrascht, wie viele Waffen bis zum 31. Dezember 2009 im Gebäude am Bahnhof abgegeben wurden.

von Von Daniel Claeßen

, 05.01.2010, 07:05 Uhr / Lesedauer: 1 min

Erbwaffen sind nicht illegal Die Waffen wandern ans zuständige Dezernat der Kreispolizeibehörde in Unna. Dort hat Polizeisprecherin Ute Hellmann bisher insgesamt rund 700 eingegangene Waffen registriert. "Davon fallen allerdings nur etwa 15 Prozent unter die tatsächliche Amnestieregelung." Viele Leute hätten die Gelegenheit genutzt und Waffen abgegeben, die sie beispielsweise einmal geerbt hätten. "Die meisten waren über die genaue Gesetzeslage gar nicht im Bilde."

Scharfe Erbwaffen sind grundsätzlich nicht illegal, auch wenn der neue Besitzer keine entsprechende Besitzkarte vorweisen kann. Das Innenministerium von NRW - wo bisher landesweit rund 34 000 abgegebene Waffen registriert wurden - rät dennoch dazu, auch nach dem 1. Januar 2010, Waffenfunde der Polizei zu melden.

Ein Rat, den auch Martin Joost gibt: "Man weiß sonst nie, ob so eine Waffe in einem falschen Moment nicht dann doch zum Einsatz kommt." Er selbst sei über die große Menge von Waffen in Werne überrascht gewesen. "Aber immerhin haben wir sie auf diesem Wege bekommen."

Lesen Sie jetzt