Treppe führt aufs Gleis in Werne - Bahn sieht keinen Bedarf für Absperrung

dzBahnverkehr in Werne

Eine Treppe, die direkt auf die Gleise in Werne führt, sorgt in den sozialen Medien aktuell für rege Diskussionen. Die Deutsche Bahn hat sich nun zu der ungesicherten Stelle geäußert.

Werne

, 23.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Selmer Straße in Werne auf Höhe der Hausnummer 51 führt eine neue Treppe direkt auf die Gleise auf dem darübergelegenen Gleisbett. Von Bauzäunen und Warnschildern ist hier weit und breit nichts zu sehen. Dieser Anblick hat in den sozialen Medien in Werne in dieser Woche für rege Diskussionen gesorgt.

„Wieso baut man so einen Aufgang zur Bahnstrecke? Wird der noch gesichert? Oder spielen da demnächst unsere Kinder? Sieht doch einladend aus“, schreibt ein Nutzer, der ein Foto der ungesicherten Treppe veröffentlichte. 54 Kommentare folgten darauf, in denen einige Werner ähnliche Sorgen äußern. Eine Frau schreibt, dass sie ihrer Tochter zu der Treppe schon ein paar sehr eindringliche Worte gesagt habe. „Für die 6-10-Jährigen Uhlandschüler ist das nämlich sehr verlockend.“

Deutsche Bahn klärt über Treppe an Selmer Straße auf

Viele weitere hingegen schreiben: „Sieht doch wohl nach Baustelle aus, oder? Also mal die Füße stillhalten und abwarten“ und „Man sieht doch, dass es noch nicht fertig ist.“ Eine Nachfrage bei der Deutschen Bahn (DB) bringt Gewissheit: „Im Rahmen der Bahndammertüchtigung mussten zur Umsetzung des Rettungskonzeptes mehrere Treppen errichtet werden, um den Zugang zu den Bahnanlagen zu gewährleisten“, teilt ein Sprecher auf Nachfrage mit. Dies sei nötig, um sicherzustellen, dass Personen den Gleisbereich verlassen können, aber auch Rettungskräfte Zugang zu Bahndamm, Gleisen und Zügen haben.

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Warum die Treppe nicht abgesichert ist, erklärt der Sprecher wie folgt: „Bis zur Aufnahme des allgemeinen Eisenbahnverkehrs am 9. Oktober, werden die Zugänge entsprechend abgesichert bzw. erforderliche Warn- bzw. Verbotsschilder aufgestellt.“ Darüber hinaus sei klar, dass das Betreten der Bahnanlage grundsätzlich nicht gestattet ist.

Bahn warnt vor Leichtsinn an den Gleisbetten

Immer wieder insbesondere vor den Ferien weißt die DB ausdrücklich darauf hin, dass „Bahnanlagen kein Abenteuerspielplatz“ sind. „Gerade unsere Anlagen, Züge und Gleise üben auf junge Menschen oft eine große Faszination aus und wecken die Neugierde“, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung der DB. Das Betreten sei generell verboten.

„Auch wenn Fotos im Gleis oder die Abkürzung über die Schienen auf den ersten Blick noch so verlockend und berechenbar erscheinen – hier droht ernste Gefahr! Züge können, anders als Fahrzeuge auf der Straße, Hindernissen nicht ausweichen und haben aufgrund ihrer großen Masse einen Bremsweg von bis zu 1000 Metern“, heißt es weiter. Außerdem seien Züge oft erst spät zu hören und beispielsweise ICEs nicht selten mit rund 160 Stundenkilometern unterwegs. Auch von den Oberleitungen mit 15.000 Volt geht Gefahr aus: „Schon bei bloßer Annäherung kann es zu einem lebensbedrohlichen Stromüberschlag kommen.“

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