Treffpunkt für Jugendliche kommt wohl nicht mehr in diesem Jahr: „Wir wollen es vernünftig machen.“

dzJugendliche in Werne

Beschwerden über Lärm, Müll und fehlende Aufenthaltsorte für Jugendliche - diese Probleme sollte eine kleine Fläche zwischen Juwel und Altem Amtsgericht eindämmen. Doch das Projekt verzögert sich.

Werne

, 19.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich klang alles recht gut - und stimmte Jugendliche, Eltern und Anwohner optimistisch: Einen „Ort mit Aufenthaltsqualität“ will die Stadt für Jugendliche zwischen dem Jugendzentrum Juwel und dem Alten Amtsgericht schaffen. Überdacht und mit Sitzgelegenheiten soll er sein - auf einer Fläche von vier mal sechs Metern. Geschehen sollte das noch in diesem Herbst. Doch wer aktuell einen Blick auf die Fläche wirft, stellt fest: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Und in diesem Jahr dürfte es wohl auch so bleiben.

„Wir arbeiten mit Nachdruck an der Umsetzung. Und wir sind guter Dinge, dass wir es bald auch hinbekommen“, erklärte Jugendamtsleiter Maik Rolefs am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Wann man mit dieser Umsetzung beginnen werde, könne er aktuell noch nicht sagen. Nur so viel: „Wir haben natürlich den Anspruch, es vernünftig zu machen. Und deswegen haben wir uns nun doch breiter aufgestellt als ursprünglich geplant.“

Outdoor-Musikboxen sind eine Option

Im Juli hatte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt, dass Spenden für das Projekt bereits akquiriert werden konnten und in einem Workshop mit den Jugendlichen darüber gesprochen wurde, welche Erwartungen diese an ihren neuen Aufenthaltsort haben. Auf der „Wunschliste“ standen unter anderem Mülleimer und Aschenbecher sowie eine Beleuchtung, Tische, Steckdosen und W-Lan. Zudem wünschten sich die Jugendlichen Outdoor-Musikboxen.

Jetzt lesen

Die könnten laut Rolefs so eingestellt werden, dass sie eine bestimmte Lautstärke nicht überschreiten - ein wichtiger Punkt, zumal sich gerade die Anwohner im näheren Umfeld des Juwels in der Vergangenheit immer wieder über den von Jugendlichen verursachten Lärm beschwert hatten. Durch den neuen Aufenthaltsort, der quasi geschützt zwischen Juwel und Altem Amtsgericht liegt, soll sich das ändern.

Noch eine Beteiligungsrunde

Wann es so weit sein wird, ließ der Jugendamtsleiter am Montag allerdings offen. Man habe inzwischen eine Lenkungsgruppe mit mehreren Akteuren ins Leben gerufen - darunter der Kommunalbetrieb Werne (KBW), freie Träger sowie eine Künstlerin, die an der Gestaltung mitwirken soll. Zudem habe es eine weitere „Beteiligungsrunde“ gegeben, wie Rolefs erklärte: „Und so eine Beteiligung kostet Zeit - das wirkt sich schon auf die Meilensteine eines solchen Projekts aus.“

So seien beispielsweise weitere Jugendliche in den Herbstferien hinsichtlich ihrer Wünsche befragt worden. Welche genau man davon letztlich an dem Ort umsetzt, ist ebenfalls noch völlig offen. Mit Ausnahme der Überdachung und der Sitzgelegenheit. Die stehen - zumindest schon mal in der Theorie.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt