Marko Mecke (hier auf einem Archivbild) nimmt in einem exklusiven Interview Stellung zu den Tierquälerei-Vorwürfen in einem seiner Standorte. © Jörg Heckenkamp (A)
Tierquälerei

Tierskandal bei Metzgerei: Exklusiv-Interview mit dem Firmenchef

Der Tierskandal um brutal misshandeltes Schlachtvieh in einer Werner Viehsammelstelle der Mecke GmbH findet ein großes Echo. Wir haben ein Exklusiv-Interview mit Marko Mecke geführt.

Die Tierschutzorganisation Soko Tierschutz hat den Skandal ins Rollen gebracht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Politiker zeigen sich schockiert und fordern Abhilfe. Wir haben mit dem Chef des Unternehmens, Marko Mecke, über den Skandal gesprochen.

Wie haben Sie von den Tierquälereien in der Viehsammelstelle an der Lünener Straße erfahren?

Wir haben die Aufnahmen erstmalig gestern Abend im Fernsehen gesehen und waren schockiert. Auf den Aufnahmen sind zwei ehemalige Mitarbeiter unseres Unternehmens zu sehen. Wir haben beiden Mitarbeitern heute mit sofortiger Wirkung gekündigt. Die Behörden werden wir bei der vollständigen Aufklärung der Sachverhalte umfassend unterstützen. Das, was auf den Aufnahmen zu sehen ist, widerspricht allem, wofür unser Unternehmen steht.

Ist Ihre Firma Mecke GmbH und Co. KG Besitzer dieser Viehsammelstelle oder in welchem wirtschaftlichen Verhältnis stehen Sie bzw. Ihre Firma zu diesem Standort?

Die Tiersammelstelle gehört zu unserem Unternehmen und war behördlich zugelassen. Es gab zudem klare Anweisungen der Unternehmensleitung zum ordnungsgemäßen Umgang mit den Tieren. Diese Anweisungen wurden von den beiden Mitarbeitern in für uns unfassbarer Weise missachtet.

Es gibt Behauptungen, dass Tierquälereien schon seit Jahren dort gang und gäbe sind. Konnte Ihnen das entgehen?

Das können wir definitiv nicht bestätigen. Wir wissen auch nicht, wer solche Behauptungen aufstellt und was es hierfür für eine Grundlage geben soll. Wenn es konkrete Hinweise gibt, gehen wir diesen nach.

Die Menschen in der Region fragen sich nun, ob es möglich ist, dass das Fleisch kranker, geschlachteter Tiere nicht nur zu Tierfutter verarbeitet wurde, sondern auch in Waren landeten, die für den menschlichen Verzehr bestimmt waren?

Das ist ausgeschlossen. Schlachtungen für Tierfutter und Schlachtungen für den menschlichen Verzehr finden vollständig voneinander getrennt und an unterschiedlichen Standorten statt. Zudem findet bei Waren, die für den menschlichen Verzehr verarbeitet werden, eine Kontrolle durch einen amtlichen Tierarzt statt.

Wie haben Sie reagiert, als Sie von den Vorwürfen hörten?

Wir haben uns die Aufnahmen gestern Abend angesehen und heute Morgen sofort Kündigungen gegen die beiden Mitarbeiter ausgesprochen. Von unserer Seite gab es darüber hinaus keinen Gesprächsbedarf mehr mit den beiden Personen. Die Aufnahmen sprechen für sich.

Die derzeitige Situation ist sicherlich auch für Sie und Ihre Angestellten nicht einfach. Welche Erfahrungen machen Sie gerade auch in Ihrer Metzgerei-Filiale?

Wir können die Empörung verstehen. Wir sind selbst wütend. Die Aufnahmen und aktuellen Geschehnisse nehmen unsere Mitarbeiter und unsere ganze Familie emotional stark mit. Wir arbeiten und leben zusammen mit Tieren. Wir begegnen Tieren mit Respekt. All das macht die Aufnahmen für uns unerträglich. Unsere Mitarbeiter und Kunden informieren wir weiterhin transparent und so schnell es geht.

Wie wollen Sie ausschließen, dass sich solche Brutalitäten gegen Tiere wiederholen?

In den knapp 100 Jahren seit Bestehen unseres Familienunternehmens gab es keine Beanstandungen wegen Tierschutzverstößen. Die aktuellen Vorgänge werden wir lückenlos aufklären. Wir stehen auch und insbesondere jetzt zu unserer Verantwortung.

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Jörg Heckenkamp

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