Nach dem Eulenbaby-Fund sagt der Experte: „Die Tiere haben absichtlich ihr Nest verlassen“

dzTier-Rettung

Drei Kinder haben zwei Eulenbabys in einem Wald in Werne gefunden und sie an eine Tierschutzorganisation gegeben. Die Eulen haben aber wohl absichtlich das Nest verlassen, so ein Experte.

Werne, Lünen

, 02.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nachdem drei Kinder in einem Werner Wald zwei kleine Eulenbabys gefunden und mitgenommen haben, möchte Ornithologe Klaus Nowack darauf aufmerksam machen, wie man in solchen Situationen reagiert. Denn dass die Eulen ihr Nest verlassen haben, ist nicht untypisch.

„Das liegt in ihrem Naturell. Sie machen das absichtlich. Sie klettern auch wieder hoch, indem sie sich mit dem Schnabel in der Rinde festhacken“, sagt Nowack. Den Bildern nach geht der Experte davon aus, dass es sich um Waldkäuze handelt.

Noch nicht flügge gewordene Jungtiere kehren zurück

Generell sei es bei Eulen ganz typisch, dass die Jungtiere nach einigen Wochen zu sogenannten „Ästlingen“ werden. „Das bedeutet, dass sie umher klettern, aus dem Nest und zum Teil auch auf den Boden springen“, sagt Nowack. Die Eltern könnten die noch nicht flügge gewordenen Jungtiere aber auch nach dem freiwilligen Verlassen des Nestes oder der Bruthöhle versorgen.

Es könnte aber auch sein, dass die Kleinen sich in der Nähe verstecken und abwarten, bis sie weiter gefüttert werden. Generell sei es so, dass nicht jedes Jungtier durchkommt. „Mindestens ein Jungtier aus dem Wurf schafft es nicht“, so der Ornithologe. In der Regel bekämen Waldkäuze drei Jungtiere.

Auch wenn die Jungtiere wieder von den Eltern versorgt worden wären, lobt Klaus Nowack die Reaktion der Kinder. „Ich finde es toll, dass die Kinder aktiv geworden sind.“

Maria Riedel (l.), Hendrik Hanning und Jasmin Radomski zeigen die Stelle, an der Hendrik die Eulenbabys gefunden haben. Gemeinsam haben die Kinder die Tiere versorgt.

Maria Riedel (l.), Hendrik Hanning und Jasmin Radomski zeigen die Stelle, an der Hendrik die Eulenbabys gefunden haben. Gemeinsam haben die Kinder die Tiere versorgt. © Andrea Wellerdiek

Eulenbabys befinden sich Auffangstation

Hendrik Hanning, Maria Riedel und Jasmin Radomski hatten die Eulenbabys am Ostersonntag in einem Wald in Langern gefunden. Sie nahmen die Tiere mit und informierten mit Hilfe von Nachbarn die Tierschutzorganisation Arche aus Dortmund. Ein Mitarbeiter nahm die Jungtiere schließlich mit.

Die Eulenbabys kamen in eine Auffangstation in Süddeutschland, in der sie aufgepäppelt werden. „Danach müssen sie auf jeden Fall wieder von Experten ausgewildert werden“, erklärt Klaus Nowack.

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