Heißer Tipp für Temposünder: Fuß vom Gas, hier spielen Kinder!

dzKolumne Klare Kante

Mit 30 km/h durch die Spielstraße – muss man erst mal schaffen. Doch viele Autofahrer scheinen einen Talent dafür zu haben. Und das verdrängt dann schon mal den Hirnschmalz. Ein Kommentar.

Werne

, 29.07.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht schon wieder so eine nervige 30er-Zone! Und wenn man die erst mal hinter sich gelassen hat, lauert ein paar Meter weiter auch noch so eine bekloppte Spielstraße auf der Route. Danke liebes Navi – wegen dir muss ich jetzt rasen. Kann ich auch nix für...

Im Jahr 2018 starben allein in NRW 490 Menschen bei Verkehrsunfällen. Und das lag in der Regel nicht daran, dass sich alle ganz brav an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten haben. Natürlich ist das Gegenteil der Fall.

Zu viel Sprit in der Birne statt im Tank

Wer mit 200 km/h durch die Autobahn-Baustelle rast oder mit 80 durch die 50er-Zone, der braucht sich nicht zu wundern, wenn dabei irgendwann etwas schiefgeht. Und wer sich noch nicht einmal in verkehrsberuhigten Bereichen an die Regeln hält, der hat sich vielleicht zu viel Sprit in die Birne statt in den Tank gekippt.

Anders lässt sich nun mal nicht erklären, warum manch ein Freizeit-Rennsportler mit bis zu 30 km/h durch die Spielstraße fegt. Einen Zeitgewinn hat er dadurch in der Regel nicht. Allenfalls ein paar Sekunden.

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Wenn er dadurch jedoch ein Kind, das plötzlich über die Straße läuft, schwer verletzt oder gar tötet – dann hat er ein Leben lang Zeit, darüber nachzudenken.

Dann spielt es auch keine Rolle mehr, ob jemand ein Piktogramm auf die Fahrbahn gemalt hat oder nicht. Es ist dann auch egal, ob die Stadt einst meinte, „baulich alles erschlossen“ zu haben und deswegen keine „Legostein“-Barrieren errichten ließ. Letztlich liegt die Schuld an der Tragödie dann hauptsächlich bei Euch, liebe Temposünder.

Und dann könnt Ihr doch nicht mehr rechtzeitig bremsen

Vielleicht könnt Ihr euren eigenen Kindern dann ja irgendwann einmal erzählen, wie schnell Ihr über den Asphalt geflogen seid. Und vielleicht erklärt Ihr ihnen bei der Gelegenheit auch gleich, warum Ihr das Tempolimit links liegen gelassen habt und deshalb nicht mehr rechtzeitig bremsen konntet, als das kleine Mädchen mit dem niedlichen Kleidchen plötzlich über die Straße lief.

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