Ab 2022 wird die Tabaksteuer erhöht und ausgeweitet. Unsere Autorin kritisiert diesen Beschluss des Bundestags. © Unsplash
Kommentar

Tabaksteuer: Erziehung bleibt Sache der Eltern und nicht des Staates!

Der Bundestag hat die neue Tabaksteuer-Reform beschlossen. Ab kommendem Jahr sollen Zigaretten und weitere Produkte damit stärker besteuert werden. Der völlig falsche Weg, findet unsere Autorin.

Künftig werden Deutschlands Raucher noch stärker zur Kasse gebeten als ohnehin schon. Das hat der Bundestag am Freitag (11. Juni) beschlossen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser unüberlegte Plan am Ende doch noch in Rauch aufgehen wird. Die Regierung möchte Menschen mithilfe der erhöhten Tabaksteuer dabei „helfen”, sich das Rauchen abzugewöhnen. Das erinnert an eine Mutter, die ihrem Kind den Schnuller abgewöhnen möchte.

Der Unterschied zwischen der Regierung und der Mutter ist offensichtlich: Die Mutter möchte das Beste für ihr Kind. Die Regierung möchte nur das Beste für sich selbst. Dabei denkt sie keine Sekunde an das Wohl der Raucher.

Die erhöhte Tabaksteuer wird Raucher nicht davon abhalten, Zigaretten oder andere schädliche Produkte zu kaufen. Sie dient nur dem Fiskus. Wer profitiert schlussendlich vom Fiskus? Ganz genau, der Staat. In den kommenden fünf Jahren nimmt der Staat 14,4 Milliarden Euro mehr ein als er dies laut Finanzprognose ohne Steuerreform tun würde. Da werden die Ohren eines jeden Finanzministers natürlich spitz. Augen für die Raucher hat er neben solchen Summen natürlich nicht mehr.

Wenn er nämlich an die Raucher denken würde, wäre ihm bewusst, dass eine simple Erhöhung der Steuern dieses Problem nicht lösen wird. Die Entscheidung, mit dem Rauchen aufzuhören, müssen die Abhängigen selbst treffen.

Solange sie das nicht tun, werden sie immer weiter in die Tasche greifen – Da ist es egal, wie teuer die Lungenkrebs fördernden Drogen noch werden. Das ist dem Staat natürlich ganz Recht. Wenn nämlich alle Raucher aufhören würden zu dampfen, wie sollte die Staatskasse denn dann die 14,4 Milliarden Euro einnehmen?

„Die erhöhten Preise werden zwar die Geldbeutel der Betroffenen schrumpfen lassen, aber ihre Sucht wird weiterhin bestehen bleiben!”

Im Vergleich zum Rauch einer Zigarette würden Liquids weniger Schadstoffe enthalten. Besser als Rauchen sei es wohl wirklich. Das schreibt die Krankenversicherung Barmer in einem Faktencheck über E-Zigaretten.

Die Tabaksteuer-Reform bezieht E-Zigaretten trotzdem mit ein. Das wäre sicherlich anders, wenn es den Zuständigen tatsächlich um den Gesundheitsschutz gehe.

Denn viele Konsumenten, die prinzipiell gerne mit dem Rauchen von Zigaretten aufhören möchten, greifen erstmals auf E-Zigaretten oder Tabakerhitzer zurück. Dieser positive Effekt würde dank der erhöhten Steuer wegfallen.

Eine Erziehungsmaßnahme nach dem Motto „Wir haben euch bereits vor fünf Jahren gewarnt, dass Rauchen schlecht für eure Gesundheit ist. Ihr macht es trotzdem noch, deshalb bestrafen wir euch jetzt” funktioniert vielleicht bei Teenagern, deren Eltern sie vor einer langen Sucht bewahren wollen.

Ausgehend von der Regierung funktioniert sie aber sicherlich nicht. Die erhöhten Preise werden zwar die Geldbeutel der Betroffenen schrumpfen lassen, aber ihre Sucht wird weiterhin bestehen bleiben.

Über die Autorin
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Neben dem Journalistik-Studium unterstützt Charlotte Schuster die Redaktion in Werne. Im Sommer 2020 hat sie ein Praktikum bei den Ruhr Nachrichten absolviert, welches ihr die schönen Seiten des Lokaljournalismus gezeigt hat.
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Charlotte Schuster

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