Mit der neuen Surfanlage soll Werne zum Surf-Mekka NRWs werden. © SW GmbH & CO. KG
Surfworld Werne

Surfpark-Betreiber im Interview: „Es ist ein komplexes Verfahren“

Auf dem ehemaligen Zechengelände an der Flöz-Zollverein-Straße in Werne soll die größte, künstliche Surfanlage der Welt entstehen. Im Interview äußert sich Dr. Michael Detering zum aktuellen Stand der Dinge.

Herr Dr. Detering, wann können die Werner auf der ersten Welle im neuen Surfpark reiten?

Der aktuelle Planungsstand sieht etwa so aus wie in der Vergangenheit, wir bleiben beim Frühjahr 2023. Derzeit sind die Gutachter sehr ausgebucht. Wie bei jedem großen Projekt können sich aber Verzögerungen ergeben.

Wenn Sie einen Blick auf die vergangenen Wochen und Monate werfen: Was hat sich in der Zeit getan?

Das Größte, was passiert ist: Wir sind an die Öffentlichkeit gegangen. Ansonsten gibt es einfach einen Planungsprozess für dieses große Vorhaben, der sehr arbeitsreich und sehr komplex ist. Da gibt es nicht jeden Tag große Fortschritte, das Ganze summiert sich schlicht über die Zeit. Die Stadtverwaltung ist dabei, das Bauleitplanverfahren zu strukturieren, diese Voraussetzung für das Verfahren brauchen wir auch. Es ist sehr komplex, darin wird vieles abgeprüft und das ist für alle Beteiligten wichtig. Für uns für die Rechtssicherheit, für die Stadt, dass alle Anforderungen geprüft sind. Wir haben eine Sorgfaltspflicht, und der kommen wir auch beide nach.

Was passiert derzeit rund um die Surfworld und den dazugehörigen Forschungsteil Science Wave?

Derzeit finden viele technische und konzeptionelle Planungen statt. Das ist viel Anlagentechnik, über die wir sprechen. Wir sprechen mit möglichen Lieferanten und Auftragnehmern. Es wird auch voraussichtlich mehrere große Ausschreibungen geben. Wie diese gestaltet sind und welche Gewerke wir zusammenfassen, legen wir noch fest. Es würde mich freuen, wenn viele örtliche Unternehmen dabei sind. Wenn einer alles aus einer Hand anbietet für einen super Preis, werden wir sicher nicht „Nein“ sagen. Aber nach heutigem realistischem Stand wird es auf mehrere Aufträge aufgeteilt. Und wir sprechen mit Marketingpartnern.

Wo stehen die Planungen aktuell?

Der nächste Meilenstein im Bauleitplanverfahren ist die Offenlage, die in diesem Jahr ansteht. Interne Meilensteine sind die Vergaben größerer Aufträge. Es müssen noch weitere Gutachten abgeschlossen werden. Alle Gutachten, die kritisch hätten werden können, haben wir bereits: Das Verkehrsgutachten ist inhaltlich fertig, Schallschutz- und Lärmgutachten ebenso. Auch das Artenschutzgutachten ist fertig, daraus folgt der Umweltbericht. Hintergrund ist auch, dass wir im eigenen Projektteam eine große Erfahrung bei der Entwicklung von Infrastrukturprojekten haben. Bereits in der Frühphase der Planung haben wir uns sehr intensiv mit den wichtigen Umwelt- und Infrastrukturfragen auseinandergesetzt, dies gleich auch sehr detailliert.

Zwei Hauptbecken sind der Blickfang der Surfwelt in Werne.
Zwei Hauptbecken sind der Blickfang der Surfwelt in Werne. © SW GmbH & Co. KG © SW GmbH & Co. KG

Und wie steht es um den Forschungsteil der Anlage?

Der erste Teil der Studie zu den grundsätzlichen Forschungsfeldern und Anforderungen an das Layout liegt uns bereits vor. Der zweite Teil umfasst, wie genau die Science Wave [Wissenschaftswelle, Anm. d. Red.] ausgestattet werden soll für die Forschung, im Wesentlichen also, welche Ausstattung notwendig ist in den drei Schwerpunkten: in den Becken, außerhalb der Becken und in den Synergien mit dem Freizeitteil. Beispielsweise wird es Messtechnik samt Werkstatt geben.

Für das Konkurrenzprojekt in Krefeld am Elfrather See sieht es derzeit nicht so gut aus, das in einem Naherholungsgebiet entsteht. Eine Bürgerinitiative will sich dagegen wehren. Ein Glücksfall für Werne?

Ich bin da gespalten. Unter Wettbewerbsaspekten freuen wir uns, dass wir vorne liegen. Andererseits kenne ich auch die dortigen Projektentwickler, wir sprechen miteinander. Der Unterschied ist: Wir sind hier schon sehr früh sehr tief in die technischen Planungen eingestiegen. In Werne bauen wir nicht mitten in einem Naherholungsgebiet, sondern auf der privaten Industriebrache des ehemaligen Zechengeländes. Die Standortwahl ist ein großer Punkt. Wir bieten für das bereits sanierte Gelände eine sinnvolle Nachnutzung.

Ich kenne die Stadt Werne seit fast 30 Jahren als Bürger, nun auch als Projektentwickler. Sie unterstützt uns in dem Vorhaben, aber gleichzeitig fordert sie uns auch. Und das ist auch genau richtig so. Die Stadt schaut ganz genau hin und das tut sie mit großer Kompetenz. Es macht großen Spaß, dieses Projekt in Werne zu machen.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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