Der lange unterbrochene Aufbau des Zeltes an der Solebad-Gastronomie Strobels schreitet voran. Das Provisorium soll so schnell es geht eröffnet werden und länger stehen als ursprünglich geplant. © Jörg Heckenkamp
Gastronomie im Lockdown

Strobels im Solebad in Werne: Zelt für Außengastronomie soll langfristig stehen bleiben

Das Strobels im Solebad Werne ist startklar: Sobald die Außengastronomie öffnen darf, soll der Betrieb wieder aufgenommen werden. Dafür wurde nun ein Zelt errichtet, das deutlich länger stehen soll als erst geplant.

Seit Wochen tut sich etwas am Strobels im Solebad in Werne. Dort, wo Gäste normalerweise bei ersten Sonnenstrahlen ein Bier zum Feierabend oder einen Kuchen am Nachmittag genießen würden, steht nun ein riesiges Zelt. Aus dem eigentlichen Biergarten ist ein großer Pavillon geworden, in dem nun nicht nur die Platanen zu sehen sind, sondern auch die Tische und Stühle aus dem Biergarten.

Die Betreiber des Strobels im Solebad machen sich bereit für die Öffnung der Außengastronomie. Nun sind die Arbeiten an dem Zelt fast fertig. „Ich möchte gerne noch ein paar Kronleuchter und Hängepflanzen hinein hängen. Aber bis auf die Dekoration ist alles soweit“, erklärt Björn Lepke, einer der beiden Betreiber des Restaurants.

Unfertiges Zelt im Biergarten des Strobels‘ in Werne als Sinnbild der Krise

Eigentlich sollte das Zelt schon längst in Betrieb sein. Im Spätsommer 2020 wurde mit dem Aufbau begonnen. Dann kam der Lockdown, der bis heute andauert. Das Zelt sollte ursprünglich dazu dienen, neben dem Innenbereich weitere Sitzplätze in den Wintermonaten anbieten zu können.

In dem Zelt können etwa 100 Gäste künftig Platz mit nötigem Abstand finden.
In dem Zelt können etwa 100 Gäste künftig Platz mit nötigem Abstand finden. © Andrea Wellerdiek © Andrea Wellerdiek

Stattdessen allerdings mussten die Betreiber das Restaurant komplett schließen. Das nur zum Teil aufgebaute Zelt stand irgendwie sinnbildlich für die Situation der gesamten Branche. Auch jetzt, ein knappes halbes Jahr später, blicken die Betreiber in eine ungewisse Zukunft. Wann sie im Strobels wieder Speisen und Getränke anbieten können, ist unklar.

Keine Öffnungsschritte für Gastronomie in Sicht

Auch die jüngsten Beratungen von Bund und Ländern haben nichts daran geändert. Zuvor wurden erste Öffnungsschritte für die Gastronomie in Aussicht gestellt, wenn die Infektionszahlen auf niedrigem Niveau bleiben. Stattdessen wird der Lockdown bis zum 18. April verlängert und teilweise sogar verschärft.

Die Betreiber des Strobels im Solebad tun das, was man in dieser schwierigen Situation machen kann. „Wir möchten alles so vorbereiten, dass wir schnell wieder Gäste empfangen können. Wir sind eigentlich zu 100 Prozent startklar. Wenn es wieder los geht, dann sind wir bereit“, erklärt Lepke.

Etwa zwei Wochen würde man benötigen, um den gesamten Betrieb wieder hoch zu fahren. Deutlich länger dauert es wohl, bis das Team, das auch mit neuen Mitarbeitern verstärkt werden muss, sich wieder eingespielt hat. Neues Personal müssen die Betreiber für die Wiedereröffnung, deren Termin noch in den Sternen steht, suchen. Bisher, so Björn Lepke, haben sich noch keine Interessenten auf die Stellenausschreibungen beworben. „Das ist ein Blindflug. Wenn die Gastronomie wieder öffnet, dann wird das Ganze auch anziehen“, glaubt Lepke.

Zelt bleibt deutlich länger stehen

Der Gastronom sieht eine schrittweise Öffnung der Gastronomie für Ende Juni als realistisch. Eine große Rolle wird dabei das Zelt im Biergarten spielen. Denn dies soll deutlich länger stehen bleiben als bislang geplant. „Das Zelt schafft eine Außengastronomie mit Wettersicherheit“, erklärt Björn Lepke. Eigentlich sollte das Provisorium nur solange stehen bleiben, bis der Biergarten bei milderen Temperaturen wieder geöffnet werden kann.

Nun sei der Plan stattdessen, das Zelt bis zum kommenden Frühjahr, also insgesamt etwa ein Jahr, zu nutzen. So könne man auch bei schlechten Wetterverhältnissen Plätze anbieten. In den Wintermonaten soll das Konstrukt, in das etwa 100 Gäste passen, mit einer Heizung ausgestattet werden. Mindestens zwei Seiten des Pavillons ließen sich laut Lepke öffnen, sodass man regelmäßig für eine Frischluftzufuhr sorgen kann.

Nun wird das Zelt doch zu einer langfristigen Lösung. „So sind wir überhaupt in der Lage, etwas umsetzen zu können. Man muss abwägen, ob man kaum eine Gastronomie hat, die nutzbar ist oder so ein Anblick ertragbar ist, damit man überhaupt ausgehen kann“, sagt Lepke zu der Optik des Zeltes im Vergleich zum typischen Biergarten.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek
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