Mit dieser Baumscheibe vor seinem Restaurant La Strada an der Bonenstraße in Werne ist Salvatore Macculi nicht einverstanden. © Spiller
La Strada gegen Stadt

Streit mit Stadt um Baum vor La Strada: „Mit uns wurde nicht gesprochen“

Das Restaurant La Strada fühlt sich durch die Baumpflanzung vor seinem Restaurant von der Stadt übergangen. Die wiederum kann die Kritik an ihrer Baumpflanzung nicht verstehen.

Die Nachricht, dass das italienische Restaurant La Strada nach der letzten Hiobsbotschaft eines neuen Baumes und eines Spielgerätes im Außenbereich über einen Wegzug aus Werne nachdenkt, hat für viel Aufsehen gesorgt. Nicht nur unsere Redaktion erreichten zahlreiche Leserbriefe und digitale Nachrichten, in denen sich die Leser über das Festhalten an der Baumpflanzung vor dem Restaurant aufregten. Auch das La Strada selbst wurde von vielen Bürgern auf die Nachricht angesprochen.

Viele hätten ihn gefragt, ob es sich dabei um einen Aprilscherz handele, sagt Salvatore Macculi vom La Strada in dieser Woche am Telefon. Doch das sei es definitiv nicht. „Es haben sich viele Freunde und Stammgäste gemeldet.“ Und die habe er gebeten, sich gern an Herrn Christ und an die Stadt Werne zu wenden. „Ich weiß nicht, wie sehr sich die Stadt dessen annehmen wird. Die Bonenstraße war vorher schon eine Geisterstraße und die Stadt tut nichts daran, dass sich das ändert“, so Macculi.

„Wir haben nicht einmal alternative Lösung angeboten bekommen“

Zuvor hatte Adrian Kersting vom Fachbereich Straßen und Verkehr der Stadt Werne erklärt, dass der Baum, der nun vor die Gaststätte gepflanzt werden soll, ein Kompromiss mit La Strada und dem mediterráneo gewesen sei. Doch das weist Macculi von sich: „Es wurde weder mit dem mediterráneo noch mit mir gesprochen.“ Entsprechend sei auch kein Kompromiss getroffen worden. Das Restaurant sei nicht in die Planungen und Gestaltungen der Straße miteinbezogen worden. „Wir haben nicht einmal eine alternative Lösung angeboten bekommen.“

Lediglich bei einem Gespräch mit Adrian Kersting im Spätsommer 2019 habe dieser die Planungen erläutert und habe im Gespräch gesagt, dass es sich bei dem Baum offenbar um einen Planungsfehler handele, erklärt Macculi. Im Gespräch mit Kersting sei dieser Baum gestrichen worden.

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Restaurant La Strada unzufrieden mit Baum

„Dann habe ich 1,5 Jahre nichts mehr gehört, bis vor das Fenster die Baumscheibe gesetzt wurde“, so Macculi weiter. Er könne nicht verstehen, dass ein Baum in den Bereich einer Außengastronomie gepflanzt wird, während auf der anderen Straßenseite Geschäfte ohne Außenfläche seien und teils leer stünden. „Und da wo gearbeitet wird und die Leute leben, werden Spielgeräte und Bäume geplant. Man hätte nochmal Rücksprache mit uns halten müssen.“

Auch der Kompromiss, einen Olivenbaum zu pflanzen, den das Restaurant dann stutzen könne, sei nicht umsetzbar, da die Bäume einheitlich seien müssten, zitiert Macculi Kersting.

Stadt kann sich Diskrepanz nicht erklären

Adrian Kersting wiederum könne sich die Diskrepanz zwischen den unterschiedlichen Wahrnehmungen zwischen La Strada und Stadt nicht erklären, sagt er. „Bereits im öffentlichen Teil der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr am 21.02.2019 wurden die finalen Pläne (mit ursprünglichen 3 Bäumen und 2 Spielgeräten) erläutert und in nachfolgenden Presseberichten veröffentlicht.“ Und weiter: „Direkt nach Abschluss der Ausführungsplanung wurden die Eigentümer und zum Teil auch Pächter der Geschäfte angeschrieben und informiert. Hier war von vornherein das Angebot, im direkten Termin Fragen und Anregungen zu klären. Hiervon wurde jedoch wenig Gebrauch gemacht.“

Kersting: La Strada wurde in Vorbereitungen einbezogen

Am 12.11.2019 habe er persönlich den Termin bei der Pizzeria La Strada wahrgenommen, wo er den Ausführungsplan erläutert habe und der Kompromiss zur Pflanzung eines von zwei Bäumen gefunden worden sei, so Kersting weiter. „Hierfür wurde sich ausdrücklich bedankt. Eine Aussage zu einer möglichen fehlerhaften Planung und somit dem Wegfall beider Bäume hatte ich nicht getroffen.“

„Darüber hinaus sind alle Eigentümer im Zuge des Baustarts erneut informiert worden mit dem Hinweis auf unserer regelmäßigen Baubesprechungen in der Bonenstraße. Dort wurden mit Beginn der Maßnahmen im Oktober 2020 auch sämtliche Ausführungspläne für den Kanal und die Straße ausgehangen, aus denen der aktuellste Stand der Planungen hervorging.“

Der Baum von der Straße aus gesehen links vor der Fensterfront des La Strada soll nun weiterhin gepflanzt werden, so Kersting: „Aufgrund der ausführlichen Vorgespräche und zuletzt einem Angebot seitens Herrn Bürgermeister Christ an die Betreiber der Pizzeria La Strada wird der Baum wie vorbereitet in einer Unterflurkonstruktion mit einem Platzbedarf von 80×80 cm gepflanzt.“

Eine Verlegung des Baumes innerhalb der Fußgängerzone sei schwierig und liege an der engmaschigen Verlegung von Versorgungsleitungen für Gas-, Wasser und Strom sowie Telekommunikationsleitungen. „Die Stromleitungen teilen sich zudem in diejenigen für die private Versorgung und die öffentliche Versorgung, wie die Beleuchtung. Zudem sind in der Innenstadt besonders häufig Hauptversorgungsleitungen aus Verteilerstationen anzutreffen.“

Auf diesen Trassen sei es ohne Schaffung einer Unterhaltungsstelle oder möglicher Gefahren durch Rohrbrüche „nahezu unmöglich, eine Innenstadtbegrünung vorzusehen, um auch den klimatischen Aspekten durch Verbesserung des Mikroklimas für solche versiegelten Flächen zu erzielen. Neben diesen Herausforderungen im Untergrund kommen weitere oberirdische Aspekte hinzu (wie z.B. Rettungswege).“

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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