Streetworker hilft nicht nur bei Problemen auf der Straße

Streetworker Michael Knäpper erweitert sein Aufgabenfeld: Es geht nicht mehr nur um Jugendliche auf der Straße, sondern zukünftig auch um Familien. Mit bezahlbaren Aktionen will er diejenigen integrieren, die nicht ins soziale Netz eingebunden sind. Der 21-Jährige, der bereits selber Vater geworden ist, gehört dazu. Denn die Probleme, die er als bereits als Jugendlicher hatte, sind als Erwachsener nicht kleiner geworden.

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von Von Daniel Claeßen

, 16.07.2008, 12:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stiftungsmitarbeiterin Meike Lange und Elke Kappen vom Jugendamt mit Streetworker Michael Knäpper (v.l.)

Stiftungsmitarbeiterin Meike Lange und Elke Kappen vom Jugendamt mit Streetworker Michael Knäpper (v.l.)

Eine fünftägige Kanutour steht ebenso auf dem Plan wie eine Fahrt zur Tropfsteinhöhle in Attendorn oder ein Bolzplatzturnier im Holtkamp. „Die Aktionen werden größtenteils aus unserem Etat finanziert. Bei den Touren haben wir Unterstützung durch Vereine wie den SV Stockum“, so Knäpper. Deshalb müssen die Teilnehmer nur einen geringen Obulus entrichten – manchmal entfällt er sogar ganz.Soziale Einbindung und Geld fehlen "Das Problem ist, dass einige Jugendliche mittlerweile erwachsen sind und selber Kinder haben.“ Michael Knäpper schickt niemanden weg, bloß weil er 21 und Vater geworden ist. „Die Schwierigkeiten bleiben die gleichen. Die Familien sind nirgendwo eingebunden und haben kaum Geld.“ Vor allem letzteres schrecke die Eltern davor ab, ihre Kinder im „normalen“ Ferienprogramm anzumelden. „Man muss die Familien abholen. Von allein kommen sie nicht.“Betroffene aus der Isolation holen Michael Knäpper erhält Unterstützung aus den Jugendzentren und von der Stiftung St. Christophorus. Neben personeller Hilfe sorgt vor allem das Spielmobil dafür, dass in den Ferien Begegnungspunkte entstehen, an denen sich Familien aller Schichten und Herkunft treffen. „Hier besteht für uns die beste Möglichkeit, Betroffene aus der Isolation zu holen.“ Dabei seien vor allem die Erwachsenen das Problem. „Die Kinder machen keine Unterschiede. Das hat sich ja auch in den offenen Ganztagsschulen gezeigt.“ Da mittelfristig das Problem der Vereinzelung drohe, müsse die Aufgabe des Streetworkers neu definiert werden: „Natürlich kümmere ich mich weiter um die Einzelfälle auf der Straße.“ Aber die Arbeit hört nicht mehr an der Haustür auf.

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