Steuerberater: Profitiert der Beruf von der Corona-Krise?

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Steuerberater sind gefragte Leute in der Krise. Viele Unternehmen brauchten verstärkt Unterstützung bei Themen wie Kurzarbeit und Soforthilfe. Welche Bilanz ziehen Steuerberater in Werne?

Werne

, 16.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Beistand eines Steuerberaters ist gerade während der Corona-Krise sehr gefragt. Das Tagesgeschäft vieler Unternehmen hat sich massiv geändert und plötzlich standen Themen wie Soforthilfe und Kurzarbeitergeld auf der täglichen Agenda.

Birgit Geldmacher von der gleichnamigen Kanzlei in Werne sagt: „Wir hatten durch die Corona-Krise sehr viel mehr zu tun.“ Besonders zu dem Zeitpunkt, als die Einführung der Corona-Soforthilfe bevorstand. „Da hat das Telefon die ersten zwei Tage nicht stillgestanden“, sagt Geldmacher.

Kurzarbeit und Soforthilfe sind Top-Themen

Der Aufgabenbereich eines Steuerberaters konzentrierte sich zu dieser Zeit besonders auf die Beantragung und Abrechnung von Kurzarbeitergeld sowie die Beratung rund um die Corona-Soforthilfe des Landes.

Besonders die Rechtslage der Soforthilfe zu überblicken, war für Geldmacher anfangs eine Herausforderung. „Täglich hat sich was geändert, da musste man schon am Ball bleiben“, sagt Geldmacher. Das wird schon an ganz einfachen Dingen wie täglichen Updates der verwendeten Abrechnungs-Software deutlich.

Viele Aufträge in Corona-Zeiten

Auch in der Nachbearbeitung der Soforthilfe ist Beistand durch einen Steuerberater gefragt. Unternehmen müssen Liquiditätsengpässe während der vergangenen Wochen nachweisen können, um zu beweisen, dass sie Anspruch auf das Geld des Landes hatten. Sonst steht eine Rückzahlung bevor.

Neue Mandanten habe Geldmacher aufgrund der Krise nicht bekommen. In der Regel haben die Unternehmen bereits einen Steuerberater. Dafür kamen aber vermehrt neue Aufträge ins Haus. „Die Anzahl der Aufträge von bestehenden Mandanten ist teilweise explodiert“, sagt Geldmacher.

Durch Krise zu Mandanten verbunden

Aufträge ihrer Mandanten abgelehnt habe Geldmacher nicht: „Da arbeitet man auch mal nach Feierabend länger oder beantragt Fristverlängerungen.“ Die Branchen, die in der Corona-Krise Anfragen gestellt haben, waren ganz unterschiedlich. Das geht von Handwerksbetrieben über Gastronomen bis hin zu den Freiberuflern.

Profitiert von der Corona-Krise habe Steuerberaterin Geldmacher in dem Sinne, dass sie viele Möglichkeiten hatte, ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen. „Zudem hat sich dadurch noch einmal die Beziehung zu Dauermandanten gefestigt“, sagt Geldmacher.

Mittlerweile ruhiger im Steuerbüro

Ähnliche Erfahrungen hat Markus Klenner, Steuerberater im S+P Beraterhaus in Werne, während der Corona-Pandemie gemacht. Auch bei ihm im Haus waren die Anfragen der Mandanten von März bis Mai „ganz massiv mehr“. Klenner ist der Meinung, er habe nicht von der Krise profitiert. „Es ist nicht so, dass wir uns gelangweilt haben und die Krise brauchten“, sagt Klenner. Mittlerweile habe sich das Geschäft wieder normalisiert.

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