Die Stadtverwaltung in Werne will - und muss - digitaler werden. Wie der aktuelle Stand ist, hat die Verwaltung nun genau aufgelistet. © (A) Anne Schiebener
Digitalisierung

Status quo der Digitalisierung: So ist die Werner Stadtverwaltung aufgestellt

Die Werner Stadtverwaltung hat einen Sachstandsbericht zur Digitalisierung vorgelegt. Darin finden sich allerdings auch Hinweise auf Projekte, die bald umgesetzt werden sollen.

Die Stadtverwaltung muss digitaler werden. Das sehen nicht nur Bürger und Politik so, sondern auch die Stadt selbst. Und klar ist ja ohnehin: Einen alternativen Weg gibt es gar nicht. Das hängt unter anderem mit dem im Jahr 2017 in Kraft getretenen Onlinezugangsgesetz (OZG) zusammen. Bund, Länder und Kommunen werden darin dazu verpflichtet, Verwaltungsleistungen ab 2022 zusätzlich über Onlineportale anzubieten. Insgesamt umfasst der Katalog 575 Online-Leistungen. Unnötiger Papierkram und lange Wartezeiten sollen bald der Vergangenheit angehören.

Und spätestens seit dem ersten Corona-Lockdown im vergangenen Jahr zweifeln wohl nur noch die wenigsten an der Sinnhaftigkeit dieser Strategie. Denn wenn der Gang zum Amt nicht möglich ist, muss es andere Optionen geben, um Anträge zu stellen, Ausweise zu verlängern und andere Amtsgeschäfte erledigen zu können. Das Telefon allein genügt dazu nicht.

Stand der Dinge ist bald Thema im Ausschuss für Digitalisierung

Es kommt aber nicht nur deswegen kaum überraschend, dass der Sachstand der Digitalisierung in Werne am Mittwoch (17. Februar) ganz weit oben auf der Tagesordnung steht, wenn erstmals die Mitglieder des Ausschusses für Digitalisierung und Bürgerservice zusammenkommen. In einem zehnseitigen Dokument hat die Verwaltung den Status Quo und weitere Planungen im Vorfeld der Versammlung bereits erläutert.

Was daran auffällt: Die Liste mit Beispielen für bereits umgesetzte Projekte ist nicht gerade kurz – allerdings handelt es sich dabei auch keineswegs ausschließlich um vergleichsweise neue Errungenschaften. So wird etwa neben dem Rats- und Bürgerinformationssystem auch der Abfallkalender genannt. Darüber hinaus sind Punkte wie die Online-Terminvergabe für das Bürgerbüro, Mängelmelder und Kontaktformular (Beschwerde-Management) sowie das Online-Angebot von VHS, Stadtbücherei und Fundbüro aufgeführt.

Auch Formulare in Form von PDF-Anträgen finden sich auf der Liste – wobei darauf hingewiesen wird, dass hier eine kurz- und mittelfristige Umstellung auf HTML-Formulare über einen Formularserver mit e-Payment erfolgen soll. Recht überschaubar ist hingegen die Liste mit Beispielen für weitere konkrete Projekte, die Stand jetzt bereits in Planung sind: Sperrmüllkarte und Gartenwasseruhren sind dort aufgeführt.

Als die Diskussion rund um das Thema Digitale Stadtverwaltung im vergangenen Jahr noch lauter wurde als zuvor, habe man natürlich keineswegs bei null anfangen müssen, wie Ordnungsdezernent Frank Gründken auf Anfrage unserer Redaktion betont: „Wir waren und sind schon in Teilen digitalisiert. Durch Corona hat das Thema aber jetzt noch einmal einen anderen Drive bekommen.“

„Wir sind kein Wirtschaftsbetrieb. Die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen funktioniert leider nicht so einfach wie bei einem Onlineshop.“

FRANK GRÜNDKEN,Ordnungsdezernent

Ein guter Beleg sei die Zahl der Homeoffice-Arbeitsplätze. 70 davon hat die Stadtverwaltung inzwischen geschaffen – bei 300 Mitarbeitern, von denen aber freilich nicht jeder eine Tätigkeit ausübt, die auch wirklich Homeoffice-tauglich ist. Um beispielsweise die Straßen vom Schnee zu befreien, muss ein Mitarbeiter des Bauhofs nun mal vor die Tür. Da hilft der beste Laptop nichts.

Immerhin ein Drittel bis die Hälfte aller städtischen Mitarbeiter mit Homeoffice-tauglichen Tätigkeiten könnten mittlerweile allerdings von Zuhause aus arbeiten, schätzt der Ordnungsdezernent. Dennoch müsse man bei allem Drang zur schnellen Digitalisierung eines berücksichtigen: „Wir sind kein Wirtschaftsbetrieb. Wir reden hier über die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen. Und wir haben viele verschiedene Leistungen.“

Fünf IT-Mitarbeiter kümmern sich um 1200 Hardware-Produkte

Für all diese Leistungen müsse man jeweils eigene Lösungen finden und somit gewissermaßen alle Bereiche einzeln digitalisieren. Es funktioniere nun mal leider nicht so einfach wie bei einem Onlineshop. Da sei das System immer das gleiche und unabhängig von der Vielfalt der angebotenen Waren: Der Kunde sucht sich etwas aus, schmeißt es in den digitalen Warenkorb und klickt auf den Bezahl-Button.

Apropos Warenkorb: Wie der Technik-Pool der Stadt gerade aussieht, geht aus dem Sachstandsbericht zur Digitalisierung ebenfalls hervor. Demnach betreuen die derzeit fünf Mitarbeiter der IT-Abteilung aktuell mehr als 1200 Hardware-Produkte – darunter 397 PCs, 101 Notebooks, 100 Drucker, 80 Beamer, 60 Whiteboards und 82 Apple TVs.

Und im Zuge des Medienentwicklungsplans dürften sogar noch einige hinzukommen. So wie die 523 iPads für Lehrer und Schüler, die Ende 2020 im Rahmen des digitalen Sofortausstattungsprogramms sowie über die Förderung von dienstlichen Endgeräten für Lehrkräfte an Schulen in NRW bestellt wurden.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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