Kirchenabriss wegen Rissen in St. Johannes „ist überhaupt kein Thema“

dzRissbildung in der Kirche

Tiefe Risse an der Kirche St. Johannes bereiten der Gemeinde Sorgen. Doch ein Abriss sei kein Thema, so Wolfgang Bille aus dem Kirchenvorstand. An St. Konrad geht es nach dem Abriss weiter.

Werne

, 27.02.2019, 11:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Seitenschiff der katholischen Kirche St. Johannes sind seit August 2018 tiefe Risse zu sehen. Diese riefen nicht nur einen Gutachter, sondern auch die Bauordnung der Stadt Werne auf den Plan. Ein Abriss des Gotteshauses sei nicht komplett ausgeschlossen, hieß es jüngst im Planungsausschuss der Stadt Werne.

Diese Annahme teilt Wolfgang Bille aus dem Bauausschuss des Kirchenvorstands allerdings nicht. „Das ist überhaupt kein Thema“, teilt er auf Anfrage mit. Stattdessen werde derzeit mit einem Gutachten geprüft, welche Sanierungsmöglichkeiten infrage kommen. „Es wird noch an einem Konzept gearbeitet, um die Dimension und die Kosten auszumachen“, erklärt Bille.

Sommerfrost ist Schuld

Er hofft, dass innerhalb der nächsten Monate ein Sanierungskonzept vorliegt. Bis dahin werden die Risse im Seitenschiff provisorisch geschlossen, „damit es optisch ins Kirchenbild passt“, so Bille. Die Risse in dem alten Gotteshaus sind nach Angaben von Pfarrdechant Jürgen Schäfer auf den sogenannten „Sommerfrost“ zurückzuführen.

Durch die extreme Trockenheit des vergangenen heißen Sommers werden die Böden hart. Die Erde federt nicht mehr ab und kleinste Erschütterungen werden übertragen – etwa auf Gebäude.

Phänomen auch andernorts zu sehen

Ähnlich war es auch bei Kirchen in der Nachbarschaft zu beobachten: In der St.-Benedikt-Kirche in Herbern mussten am Montag, 25. Februar, 14 Linden rund um das Gotteshaus weichen. Sie sorgten mit ihren Wurzeln unterhalb des Kirchenbodens für Bewegungen und damit für Risse in der Kirche. In Südkirchen sind die Folgen an St. Pankratius noch extremer: Bis zum Frühjahr 2020 ist das Gebäude gesperrt.

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Die Statik an der St.-Johannes-Kirche in Werne sei aufgrund der Schäden nicht gefährdet, so Pfarrdechant Schäfer. Während das Gotteshaus bald saniert und damit weiter der Gemeinde zur Verfügung stehen wird, ist von St. Konrad schon seit Wochen nur noch ein kleiner Teil zu sehen.

Rohbau-Arbeiten an St. Konrad beginnen

Nach dem Abriss ist einzig der Kirchturm stehen geblieben. Hier wird sich das Bild künftig ganz neu darstellen. Im Laufe des Monats März würden die Rohbau-Arbeiten beginnen, erklärt Wolfgang Bille. Auf dem Gelände entsteht bekannterweise ein Neubau, der rund 1,7 Millionen Euro kostet.

Dort wird die Rendantur, sprich die Kassenstelle oder Rechnungsbehörde für die Kirchengemeinden Hamm-Nord, Lüdinghausen und Werne, einziehen. In dem zweigeschossigen Gebäude entstehen 18 Büros sowie eine Sakristei und ein Gemeinderaum. Im erhaltenen Glockenturm sollen künftig die Gottesdienste stattfinden. In knapp einem Jahr soll der Neubau an der Stockumer Straße fertiggestellt sein.

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