Kirchenbrand bei Notre-Dame - Könnte das auch mit St. Christophorus so passieren?

dzSt. Christophorus

Hölzern, morsch und trocken: So beschreiben Experten das Dach von Notre-Dame, das durch ein Feuer rasend schnell abgebrannt ist. Würde das bei St. Christophorus in Werne auch so aussehen?

Werne

, 16.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die ganze Welt schaut nach Paris. Innerhalb weniger Stunden zerstörten Feuer Jahrhunderte von Geschichte der Kathedrale Notre-Dame. Die Flammen waren lange Zeit kaum in den Griff zu bekommen. Zwar ist die Werner St.-Christophorus-Kirche ein paar Nummern kleiner, doch könnte solch ein Großbrand hier auch entstehen?

„Es würde ganz sicher große Probleme geben“, sagt Bodo Bernsdorf, Pressesprecher der Feuerwehr Werne. „Der Dachstuhl ist auch Hunderte Jahre alt und besteht aus trockenem Gebälk.“ Beste Voraussetzungen also für einen Großbrand. Brennt dann sogar der Kirchenturm, werden die Löscharbeiten erst recht kompliziert.

Drehleiter wäre für Brand des Kirchenturms zu klein

Ein grundsätzliches Problem ist für die Feuerwehr bei Dachstuhl-Bränden, überhaupt die Brandstelle zu erreichen. Einerseits müssen die Schindeln entfernt werden. Andererseits kann die Leiter der Feuerwehr nur 30 Meter hochfahren.

Laut Vorschrift muss sie mindestens 12 Meter entfernt sein, sodass die maximale Höhe zum Löschen laut Bernsdorf 23 Meter beträgt. Viel zu tief für den über 70 Meter hohen Kirchturm.

Außen liegende Leitern, die bei Hochhäusern genutzt werden, gibt es bei St. Christophorus ebenfalls nicht. Die Wehr müsste sich also ihren Weg durch die Wendeltreppe bahnen und vom Glockenstuhl aus Wasser hochpumpen.

Feuerwehr führt jedes Jahr Übungen in Werner Objekten durch

Die Löscharbeiten von St. Christophorus würden sich also durchaus schwierig gestalten. Auch, weil die Feuerwehr alleine durch das Löschwasser weitere Schäden anrichten würde.

Doch für den Ernstfall ist die Feuerwehr in Werne gerüstet. „Wir schauen uns ganz unterschiedliche Objekte im Sommer an und machen dort auch Übungen“, sagt Bernsdorf. So beispielsweise in der Sparkasse und anderen Unternehmen. Sechs bis acht Objekte untersucht man so jedes Jahr.

Kirchenbrand bei Notre-Dame - Könnte das auch mit St. Christophorus so passieren?

So sah der Brand von Notre Dame aus. © dpa

„Wir schauen, woher wir das Wasser bekommen, und gewinnen dadurch ein Gefühl für die Situation“, so Bernsdorf. Mit künstlichem Nebel simuliere man solche Brände zu Übungszwecken. „Und um auf dem Schirm zu haben, was wir auf jeden Fall retten müssen, damit die Produktion schnell weitergehen kann.“

Wann solch eine Probe zuletzt bei St. Christophorus stattgefunden hat? Das weiß Bernsdorf nicht. „Wir sollten es also mal wieder in unseren Plan aufnehmen“, so Bernsdorf.

St. Christophorus mit zwei großen Vorteilen

Doch zwei große Vorteile hat St. Christophorus bei einem möglichen Brand gegenüber Notre-Dame: Es ist mehr Platz um die Kirche herum, sodass Wagen und Drehleitern sich drum herum positionieren könnten und der Größenunterschied der Kirchen spielt eine große Rolle.

„Wir müssten das Feuer wahrscheinlich nicht erst so lange suchen wie in Paris“, so Bernsdorf. Doch herausfinden muss Bernsdorf diese Vermutung nicht selbst, hofft er. Ein Blick nach Paris war für ihn bereits Schreck genug.

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