Solebad ist Alleinstellungs-Merkmal

Marketing-Experte

In der Sole-Debatte hat Bürgermeister Christ das Thema Image hervorgehoben. Seine Aussage: Eine Abschaffung des Solebades setze eine negative Entwicklung in Gang. Denn deutlich gravierender als die von der FDP geforderten Einsparungen sei der negative Marketing-Effekt eines Sparbades zu werten. Stimmt das?

Werne

von Von Jörg Heckenkamp

, 14.08.2013, 19:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Prof. Dr. Hartmut Holzmüller sieht das Natursolebad als Alleinstellungs-Merkmal.

Prof. Dr. Hartmut Holzmüller sieht das Natursolebad als Alleinstellungs-Merkmal.

Oder ist das politisches Wunschdenken? Wir haben einen Experten befragt: Prof. Dr. Hartmut Holzmüller. Der 58-Jährige leitet den Lehrstuhl für Marketing an der Universität Dortmund.Bedeutung des Natursolebades

"Die Grundfrage lautet doch: Ist ein höherer Zuschuss diesen Marketing-Effekt wert?" Dazu müsse man die Frage stellen, welche Bedeutung das Natursolebad habe. Aus den ihm zur Verfügung stehenden Informationen urteilt Holzmüller: "Das Solebad ist neben der Kirmes Sim-Jü ein Leuchtturm, ein Alleinstellungsmerkmal."

Werne verfüge über etwas, was sich andere Städte mit Mühe und viel Geld erst aufbauen mussten. Holzmüller erinnert an die Stadt Unna, der es erst nach vielen Jahren und hohen Ausgaben gelungen sei, das italienische Fest zur Marke zu machen.

Zur Debatte um Spar- oder ausgebautes Solebad meint Holzmüller: "Wenn es um einen erhöhten Zuschuss von rund 300.000 Euro im Jahr geht - das ist diesen Leuchtturm sicherlich wert."

Eine solche Einrichtung, die Menschen aus der Umgebung anlocke, sei ein hervorragendes Marketing-Instrument: "Damit haben Sie die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen." Wenn Werne kein solches Bad hätte, müsste die Stadt ungeheure Anstrengungen unternehmen, um aus der Riege vergleichbarer Gemeinden herauszuragen.

Eine ähnliche Debatte sei in Dortmund um das Kultur- und Medienzentrum Dortmunder U entbrannt. Zu teuer, zu aufwendig, habe es geheißen. "Heute fährt fast jeder Besucher irgendwann am U vorbei. Das prägt sich als Bild von Dortmund ein." Marketing, wie man es sich besser nicht wünschen kann.

Und so bewertet der Marketing-Professor abschließend den erhöhten Zuschussbedarf: "Für ein Alleinstellungs-Merkmal ist das eine relativ kostengünstige Geschichte."

 

 

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