Coronavirus und das Smartphone: Werner „Handy Paradies“ rät zur Desinfektion

Coronavirus

In Zeiten von Corona sollte man aufs Händeschütteln lieber verzichten, sie dafür aber häufig waschen. Doch das allein genügt nicht, wenn man seine Bazillenfalle immer griffbereit hat: das Smartphone.

Werne

, 04.03.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marius Peters (37) vom Handy Paradies Werne bietet wegen des Coronavirus eine kostenlose Handydesinfektion an.

Marius Peters (37) vom Handy Paradies Werne bietet wegen des Coronavirus eine kostenlose Handydesinfektion an. © Felix Püschner

Toilettenpapier, Seife, Nudeln und Co. sind in den Werner Supermärkten gerade heiß begehrt. In vielen Geschäften sind solche Artikel bereits vergriffen. Allen voran natürlich Desinfektionsmittel. Die Menschen hamstern fleißig - wegen des Coronavirus. Auch im „Handy Paradies Werne“ in der Steinstraße ist das Virus ein großes Thema. Inhaber Marius Peters (37) will seine Kunden für etwas sensibilisieren, das die meisten wohl kaum auf dem Schirm haben: das Smartphone als Bazillenfalle. Seit Mittwoch, 4. März, bietet das Geschäft seinen Kunden eine kostenlose Desinfektion ihrer Geräte an.

„Man darf nicht vergessen, dass sich auf dem Handy jede Menge Bakterien sammeln. Das gilt natürlich nicht nur für das Coronavirus. Aber wir haben es jetzt mal zum Anlass genommen, so einen Service anzubieten und die Kunden darauf aufmerksam zu machen“, sagt Peters.

Angst vor dem Virus ist spürbar - auch bei der Kundschaft

Die Angst vor dem Virus spürt der Werner Geschäftsinhaber nicht nur in den sozialen Medien. Auch die Fußgängerzone sei vergleichsweise leer, sagt er. Die Laufkundschaft sei weniger geworden. Die Kunden, die in seinen Laden kommen, sprechen natürlich über Corona. Und die Sicherheitsmaßnahmen haben sich verschärft - auch im Handy Paradies.

„Wir verzichten aufs Händeschütteln. Und wir desinfizieren unsere Tische und Türklinken noch häufiger als sonst“, erklärt Peters, während er mit einem Desinfektionstuch das Smartphone eines Kunden reinigt. Nicht nur das Display, auch die Rückseite und die Hülle. Ganz penibel.

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Wahrscheinlich könnte der 37-jährige auch mit seinen Desinfektionstüchern gerade richtig Geld verdienen. Die Nachfrage ist schließlich groß. Größer als das Angebot. „Aber die verkaufen wir nicht. Wir brauchen sie ja selbst. Wir haben noch einen Vorrat, allerdings gibt es schon Lieferschwierigkeiten“, so Peters.

Auch bei regulären Reparaturen reinigt der Geschäftsmann die Geräte seiner Kunden, ebenfalls mit Desinfektionsmittel. Doch jetzt sei das nun mal verstärkt der Fall - und ein kostenloser Service auch für diejenigen, die in seinem Laden nichts kaufen oder reparieren lassen wollen.

Eigentlich sollte ohnehin jeder Smartphone-Besitzer sein Handy täglich reinigen, betont Peters. Der Grund sei ganz einfach: „Alle legen immer großen Wert darauf, sich die Hände zu waschen. Aber was nützt das, wenn man anschließend sein verkeimtes Smartphone in die Hand nimmt?“ Erst recht jetzt, wo Grippe- und Coronaviren für Aufregung sorgen.

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