Werner Reisebüros in der Krise: „Die aktuelle Situation ist die reinste Katastrophe“

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Reisen ist inzwischen, trotz der Corona-Krise, wieder möglich - zumindest theoretisch. Die Reisebranche leidet jedoch immer noch stark unter der Krise. Werner Reisebüros berichten von ihrer momentane Lage.

von Charlotte Schuster

Werne

, 11.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den Werner Reisebüros ist das Coronavirus ein großes Thema, denn die Reisebranche hat die Corona-Krise stark erwischt. „Die aktuelle Situation im Reisebüro ist die reinste Katastrophe“, sagt Dorothee Wiewel, die Büroleiterin vom Reisebüro Wiewel, auf Nachfrage. Den Deutschen ist es zwar wieder erlaubt zu reisen, offenbar ist die Reiselust der Werner aber weiterhin verhalten.

Die Kunden würden zwar gerne in den Urlaub fahren, aber sie seien aufgrund des Corona-Virus viel zu verunsichert, erklärt Dorothee Wiewel. Die meisten Leute, die eine Reise buchten, stornierten sie dann doch wegen einer Reisewarnung. „Sie freuen sich auf was und haben ein Ziel. Ihr Ziel wird dann aber wieder zunichte gemacht“, so Wiewel.

Die Inhaberin von dem Reisebüro Wagner, Heidrun Wagner-Peters sagt, dass die momentane Nachfrage fast bei null Prozent liege. Diese Woche habe sie bisher nur eine Reise nach Griechenland für einen Kunden gebucht.

Reiseunternehmen haben 90 Prozent Umsatzeinbüßen

In dem von Corona geprägten Jahr sind die Menschen weniger gereist als in den Jahren zuvor. Das ist auch erkennbar an den Umsatzeinbußen der Reiseunternehmen. Dorothee Wiewel und Wagner-Peters äußern, dass sie bisher ungefähr 85 bis 90 Prozent weniger Umsatz im Vergleich zu letztem Jahr gemacht haben.

Zeitweise konnten bereits gebuchte Reisen kostenfrei storniert werden. Die Kunden haben sich zwar gefreut, aber die Reisebüros hatten somit nicht mal Einnahmen durch Stornierungskosten, erklärt Wiewel. Wagner-Peters gibt an, dass ihre Kollegin bereits seit März in Kurzarbeit sei. Sie selbst sei auch kaum noch im Reisebüro, da die Nachfrage viel zu gering sei.

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„Kurzfristig buchen wird der Trend der nächsten Zeit“

Eigentlich buchen viele Familien bereits im Oktober den Urlaub für das kommende Jahr. Dieses Jahr sehe das jedoch anders aus, berichten die Reisebüros. Die Kunden seien verhalten und warteten erstmal ab, wie sich die Lage entwickele.

Die Nachfragen nach Urlauben für das nächste Jahr seien definitiv viel geringer als es sonst der Fall sei. „Kurzfristig buchen wird der Trend der nächsten Zeit“, sagt Wiewel. Ein paar Familien buchen zwar schon ihren Sommerurlaub für 2021, aber das sei nicht der Regelfall und schon gar nicht der Großteil der Kunden.

In der letzten Woche habe die Inhaberin vom Reisebüro Wagner zwei Reisen für das kommende Jahr gebucht. Ansonsten hätten die Leute bisher nur ihre Urlaube von diesem Jahr umgebucht - in der Hoffnung, dass sie nächstes Jahr stattfinden können.

Tipps vom Reisebüro: „Nicht die ganze Welt ist geschlossen“

„Italien, Spanien und die Türkei sind in den vergangenen Jahren immer sehr gut als Zielgebiet gelaufen, aber dieses Jahr sind nur sehr wenige Menschen dort hingereist“, so Iris Droste, Inhaberin vom Reisebüros Schulz. Dieses Jahr hingegen seien sehr viele Deutsche nach Griechenland, Portugal und Österreich gereist.

Die Herbstferien rücken näher. Die Reiseunternehmer haben einige Tipps für Menschen, die trotz Corona noch gerne in den Urlaub fahren möchten. Droste empfehlt Griechenland. Dort haben sich die Reiserückkehrer und auch ihre Kollegin sehr wohlgefühlt.

Dorothee Wiewel rät, die Lage im Zielort vernünftig auszukundschaften und am Besten kurzfristig zu buchen. „Es geht was, nicht die ganze Welt ist geschlossen“, meint die Büroleiterin. Ihre Kollegin mache momentan Urlaub in Portugal und sei sehr zufrieden mit dieser Entscheidung.

Reisewillige sollten auf den Veranstalter achten, erklärt Wagner-Peters. Bei manchen Veranstaltern könne man seine Reise bis zu 14 Tagen vorher kostenlos stornieren oder auch umbuchen. Dort möge es zwar etwas mehr kosten, aber dafür habe man auch mehr Sicherheit.

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