Die Silvesternacht in Werne 2020 ist ruhig verlaufen. © Joseph Chan/Unsplash
Silvesternacht in Werne

Silvesterfazit: Ordnungsamt, Feuerwehr und Polizei ziehen Bilanz

Feuerwerk auf öffentlichen Plätzen war verboten, ebenso wie Treffen von größeren Gruppen. Trotzdem herrschte Unsicherheit, wie diese Silversternacht wohl ablaufen würde. Nun haben Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr in Werne Bilanz gezogen.

Es war wohl eine der ruhigsten Silvesternächte, die Werne je erlebt hat. Der Verkauf von Feuerwerk und Silvesterböllern war 2020 verboten worden, ebenso wie das Abbrennen und Zünden auf öffentlichen Plätzen. Das hat sich auch in den Einsatzbilanzen von Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt in Werne widergespiegelt.

„Heute Nacht war es ruhig, wir waren einmal für eine Person hinter einer Tür in der Steinstraße um 22.55 Uhr, aber das hatte nichts silvestertechnisches auf sich“, sagte Tobias Tenk von der Freiwilligen Feuerwehr in Werne. Im ganzen Stadtgebiet habe es keinen Einsatz für die Feuerwehrkräfte gegeben. „Das gab es selten, dass nix passiert ist. Sonst gab es immer mal was, zum Beispiel Kleinstbrände.“ Grundsätzlich seien die ehrenamtlichen Kräfte sehr zufrieden. „Einige Kollegen sind nüchtern geblieben für den Notfall, aber wir sind auch froh, wenn man auch mal durchschlafen oder im engsten Kreis gut feiern kann.“

Ordnungsamt nahm 7 oder 8 Stellen mit Feuerwerk wahr

Entsprechend ruhig war die Nacht auch für das Werner Ordnungsamt: „Ich bin total zufrieden und beruhigt“, sagte die Ordnungsamtsleiterin Kordula Mertens. Es habe in der Nacht vom 31. Dezember 2020 auf den 1. Januar 2021 keinen einzigen ordnungs- oder coronabedingten Einsatz gegeben. „Wir haben ein richtig schönes, ruhiges Silvester erlebt.“ Auch wenn es an 7 oder 8 Stellen im Werner Stadtgebiet Feuerwerk, vermutlich Reste der Bürger aus dem Vorjahr, gegeben habe. „Das war überhaupt kein Vergleich zu sonst, wo das ganze Stadtbild voll war. Es scheinen sich ziemlich alle dran gehalten zu haben. Man merkte, dass alle geneigt sind, dass wir es alle hinkriegen.“

Am Silvesterabend hatte das Ordnungsamt noch einen Rundgang durch die Stadt gemacht. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes hatte im Bereitschaftsdienst die Lage in der Stadt im Auge behalten. Hätte es durch Beschwerden von Bürgern coronabedingten Einsatzbedarf gegeben, hätte das Ordnungsamt 5 bis 6 zusätzliche Mitarbeiter zusammenrufen können. Auch diese waren dafür extra nüchtern geblieben. Doch deren Einsatz war nicht nötig geworden.

Am Freitagmorgen (1. Januar) hatte sich Mertens einen Überblick über die Lage im Stadtgebiet verschafft. „Der Bauhof kriegt nichts zu tun“, so die Ordnungsamtsleiterin. „Es ist total sauber, ich habe nicht einen Restböller in der Innenstadt gesehen.“ In den Wohngebieten habe es im privaten Garten und auf den Straßen ein paar Reste gegeben. Auch das Versammlungsverbot, das noch am Silvesterabend vom Oberverwaltungsgericht Münster für NRW für den 31. Dezember und den 1. Januar aufgehoben worden war, hatte auf Werne keine Auswirkungen, da hier keine Versammlungen angemeldet worden waren.

Polizei zu ruhiger Silvesternacht: „Ich gerate ins Schwärmen“

„Ich gerate ins Schwärmen“, sagte auch Stefan Wittler, der am 1. Januar als Dienstgruppenleister in der Kreisleitstelle der Polizei Unna eingesetzt war. Kreisweit habe es nur 38 Einsätze in der Nacht zum Neujahr gegeben. In vielen Fällen habe es sich um Ruhestörungen gehandelt, in einem Fall hatte jemand wegen des Verdachts eines illegalen Feuerwerks die Beamten alarmiert. Das Feuerwerk war jedoch legitim. In Kamen hatten Jugendliche vier Schaufenster in der Fußgängerzone beschädigt. Ein Person habe in Gewahrsam genommen werden müssen, so Wittler. „Für solche Tage haben wir die Zellen eigentlich voll“, so der Beamte.

Denn auch wegen der geschlossenen Gaststätten habe es keinerlei Prügeleien gegeben, zu denen die Polizei hätte ausrücken müssen. In Werne wurden der Polizei um 19.57 Uhr an Silvester mehrere Jugendliche gemeldet, die am Kirchhof nah beieinander gefeiert haben sollen. Als die Polizei um 20.07 Uhr hier eintraf, konnte jedoch niemand mehr angetroffen werden. Es blieb der einzige Einsatz in der Stadt.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
Zur Autorenseite
Eva-Maria Spiller

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.