Auch heute noch füllt Irmtrud Lorenz einige Sachen mit der Schreibmaschine aus, wie sie mit einem Lächeln erzählt. Da muss auch Chef Dr. Thomas Rath schmunzeln. © Jörg Heckenkamp
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Seit 50 Jahren in derselben Praxis: Irmtrud Lorenz (68) denkt nicht ans Aufhören

Irmtrud Lorenz ist am 1. April 2021 genau 50 Jahre in der Praxis von Dr. Rath in Werne beschäftigt. Ihre gesamte Berufstätigkeit beziffert sich sogar auf 53 Jahre. Ans Aufhören denkt sie nicht.

Es dürften sich nur schwer Berufstätige in Werne finden, die länger in ihrem Job arbeiten. Irmtrud Lorenz, gebürtige Wernerin, ist seit 53 Jahren in ihrem Beruf als Arzthelferin tätig. Davon am Gründonnerstag, 1. April 2021, genau 50 Jahre bei ein und demselben Arbeitgeber: bei der Hausarztpraxis Dr. Rath an der Straße Kirchhof.

„In die Lehre bin ich mit 16 Jahren gegangen“, sagt die 68-Jährige. Damals habe das noch „Arzthelferinnen-Lehrling“ geheißen, schmunzelt sie. „Heute heißt das Medizinische Fachangestellte (MFA) und das Berufsbild hat sich stark gewandelt“, sagt ihr Chef, Dr. Thomas Rath (52).

Doch als Irmtrud Lorenz nach ihrer Ausbildung in der Praxis Schuchardt 1971 in die Praxis Rath wechselte, war ihr heutiger Chef gerade einmal drei Jahre alt. Lorenz fing unter Vater Julius Rath an. Und hat es bis heute nicht bereut: „Der Beruf macht mir nach wie vor Spaß. Ich kann mir gar nicht vorstellen, ganz aufzuhören.“

Reduziert hat sie freilich schon. Als Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre Tochter und Sohn geboren wurden, ging Irmtrud Lorenz in Teilzeit. Offiziell ist sie mit 63 Jahren 2016 in Rente gegangen. Dennoch konnte sie sie nicht vorstellen, ganz aufzuhören. Und ihr Chef auch nicht. „Ich bin froh, dass ich sie habe.“

Irmtrud Lorenz, die nun seit 50 Jahren in der Praxis Dr. Rath arbeitet, mit ihrer Kollegin Lisa Kneilmann.
Irmtrud Lorenz, die nun seit 50 Jahren in der Praxis Dr. Rath arbeitet, mit ihrer Kollegin Lisa Kneilmann. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Die versierte Kraft arbeitet aktuelle noch fünf Stunden in der Woche. Jeweils zweieinhalb Stunden montags und donnerstags. „In der Mittagspause, da erledige ich dann die Büroarbeit.“ Mit Patienten hat sie heute nicht mehr so viel Kontakt. „Aber wenn Not am Mann ist, stehe ich natürlich zur Verfügung.“

Zum Arbeitsspektrum einer Medizinischen Fachangestellten gehört heutzutage viel Büro-Arbeit. „Fast schon eine Manager-Tätigkeit“, sagt Thomas Rath. Irmtrud Lorenz erinnert sich noch, wie Julius Rath im Jahre 1994 Computer in der Praxis eingeführt hat. „Das war vielleicht aufregend“, erinnert sie sich. „Aber es hat dann ordentlich die Arbeit erleichtert.“ Dennoch: Manches schreibt sie auch heute noch auf einer Schreibmaschine.

In dem Jahr, in dem ihr heutiger Chef Dr. Thomas Rath geboren wurde, 1968, nahm Irmtrud Lorenz ihre Ausbildung auf.
In dem Jahr, in dem ihr heutiger Chef Dr. Thomas Rath geboren wurde, 1968, nahm Irmtrud Lorenz ihre Ausbildung auf. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Wie viele Patienten sie im Laufe von fünf Jahrzehnten kennengelernt hat, „das weiß ich wirklich nicht“, sagt die 68-Jährige. Stattdessen erinnert sie sich an den Fall „eines jungen Mannes vor zwölf Jahren“. Der hatte seine Untersuchung hinter sich und wollte gerade die Praxis verlassen, „als er in der Tür zum Wartezimmer zusammenbrach“.

Gemeinsam mit dem Doktor versorgten sie den Mann, der einen Herzinfarkt erlitten hatte, holten ihn ins Leben zurück. Irmtrud Lorenz: „Er hat überlebt und es geht im heute noch gut.“

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