Schutz vor Schüssen und Stichen - Schutzwesten fürs SEK kommen aus Werne

Neuansiedlung in Werne

Sie schützen vor Angriffen mit Waffen, Messern oder Schlagstöcken - die Schutzwesten von Maik Schmölzing gingen schon ans Spezialeinsatzkommando in NRW. Nun hat er sich in Werne angesiedelt.

Werne

, 27.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Schutz vor Schüssen und Stichen - Schutzwesten fürs SEK kommen aus Werne

Schuss- und stichsichere Westen aus Werne: Maik Schmölzing hat sich mit seiner Firma OCP Technologie im Wahrbrink angesiedelt. © Andrea Wellerdiek

Die Schutzwesten, die Polizeibeamte und Sicherheitskräfte tragen, um sich vor Angriffen zu schützen, kommen künftig aus Werne. Denn die Firma OCP Technologie hat sich im Gewerbegebiet im Wahrbrink niedergelassen. Das Unternehmen, 2014 gegründet, beliefert fast nur Behörden mit den ballistischen Schutzmaterialien, erklärt Geschäftsführer Maik Schmölzing.

Dabei geht es vor allem darum, individuelle Schutzwesten anzufertigen. „Es gibt eine große Bandbreite. Sie werden je nach den Wünschen des Kunden angefertigt. Dabei ist es ein Unterschied, ob die Weste vor Schüssen mit verschiedenen Kalibern schützen soll oder vor Stichverletzungen durch Messer“, erklärt der 39-Jährige. Die Westen verhindern aber auch Verletzungen. Einmal sei ein Polizist von einem Wagen mitgeschleift worden. Weil er eine Weste trug, habe er sich nicht verletzt, erzählt Schmölzing.

Schutzwesten können bis 3500 Euro kosten

Rund 50 verschiedene Modelle hat er nach eigenen Angaben schon verkauft. Die Westen kosten je nach Ausführung zwischen 300 und 3500 Euro pro Stück. Maik Schmölzing, der seit etwa 20 Jahren in der Branche tätig ist, setzt dabei auf eine spezielle Titanfolie in seinen Westen.

Das komplette Spezialeinsatzkommando der Polizei in Nordrhein-Westfalen (816 Personen) habe er genauso mit Schutzwesten ausgestattet wie die Berliner Beamten. Darüber hinaus liefert er ins Ausland - vor allem nach Dänemark und Ungarn, wie Schmölzing erzählt.

Beschussamt prüft jede Weste

Jede Weste wird im sogenannten Beschussamt in Mellrichstadt (Bayern) getestet und beim erfolgreichen Bestehen zertifiziert. 15.000 Euro kostet das pro Zertifikat, erzählt Schmölzing. Zehn Jahre lang sind die Schutzwesten dann mit einer Garantie versehen. Danach müssen die Westen erneuert werden, so Schmölzing.

Entscheidend sind aber immer auch die finanziellen Mittel in den Behörden. Auch die Richtlinien für die Schutzwesten, die Polizeibeamte oder Sicherheitskräfte tragen, ändern sich - je nach Bedrohungslage. „Früher waren zum Beispiel Kalaschnikows kein Thema. Heute hingegen schon“, sagt Maik Schmölzing.

Schutz vor Schüssen und Stichen - Schutzwesten fürs SEK kommen aus Werne

Das Innere der Schutzwesten: Einige Projektile sind noch zu sehen. © Andrea Wellerdiek

Gewicht hat sich geändert

Ebenso das Gewicht der Westen hat sich im Laufe der Zeit durch neue Techniken und Materialien geändert. So habe eine klassische Weste für den Wach- und Wechseldienst der Polizei vor zehn Jahren dreieinhalb Kilogramm gewogen. Heute sind es nur noch 1,3 Kilo.

Je nach Einsatzgebiet und Bedrohungslage legen die Beamten die Schutzwesten an. Künftig kommen die lebensretten Materialien aus Werne. Da der Geschäftsführer Maik Schmölzing gebürtig aus Werne stammt, sei der Umzug von Hamm in die Lippestadt naheliegend. Neun Mitarbeiter sind aktuell hier beschäftigt.

Doppelt so viel Fläche wie zuvor

Vor zwei Jahren sei die Wirtschaftsförderung mit Schmölzing in Kontakt getreten. „Wir freuen uns, mit der OCP Tech ein neues Unternehmen in den ehemaligen Betrieb von Druck Löcke ansiedeln zu können“, sagt Philipp Cramer von der Wirtschaftsförderung der Stadt Werne. Am neuen Standort habe er mit den 1000 Quadratmetern nun doppelt so viel Fläche wie zuletzt in Hamm zur Verfügung, so Schmölzing.

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