Die Zelte stehen schon. Wann im Corona-Schnelltestzentrum in Werne die ersten Tests durchgeführt werden können, ist noch unklar. Vieles muss noch vor dem Start geklärt werden. © Jörg Heckenkamp
Corona-Testzentrum in Werne

Schnelltestzentrum in Werne: Viele Fragen – etwa zum Start – noch ungeklärt

Die Zelte stehen schon. Geht es bald los für das Corona-Schnelltestzentrum in Werne? Viele Fragen müssen noch geklärt werden. Klar ist, dass es bis zum Start noch dauern kann. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Auf dem Parkplatz am Hagen stehen seit Sonntag (7. März) mehrere weiße Zelte. Hier sollen die Werner Bürger künftig die Möglichkeit haben, sich kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Seit Montag (8. März) hat jeder Bürger das Recht auf einen kostenlosen Test pro Woche. Wird es im neuen Testzentrum in Werne maximal nur diesen einen Test geben? Und ab wann sind Tests hier möglich? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Die Zelte stehen schon. Doch wann kann das neue Schnelltestzentrum in Werne in Betrieb genommen werden?

Das lässt sich heute noch nicht beantworten. Es kann noch einige Tage dauern, bis hier die ersten Tests erfolgen. Denn zunächst einmal haben die Verantwortlichen der Stadt Werne einen ersten Entwurf des Konzepts an das zuständige Gesundheitsamt des Kreises Unna geschickt, wie Frank Gründken, Ordnungsdezernent der Stadt, erklärt. „Da wird geklärt, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben auch sehr früh damit angefangen.“ Nun muss man in Werne auf die Anerkennung des Kreises warten.

Kann das Testzentrum nicht ohne die Anerkennung an den Start gehen?

Nein. Das Gesundheitsamt gibt klar vor, unter welchen Rahmenbedingungen das Schnelltestzentrum am Hagen in Betrieb genommen werden darf. Zudem ist es eine Kostenfrage. „Diese Anerkennung ist zwingend erforderlich, um die anfallenden Kosten beim Bund geltend machen zu können“, erklärt Frank Gründken. Ob am Ende die Bundeserstattungen auskömmlich sind, kann zum jetzigen Zeitpunkt keiner sagen.

Wie viel kostet der Stadt Werne überhaupt das Testzentrum?

Auch das lässt sich noch nicht beantworten. „Zu den Kosten kann ich noch keine Aussagen treffen“, sagt Gründken. Er erklärt aber, dass pro Test 18 Euro erstattet werden sollen. Nun muss aber noch entschieden werden, welche Test-Variante im Werner Testzentrum zum Einsatz kommen soll. Auch da gebe es verschiedene Möglichkeiten, erzählt Frank Gründken. So gibt es etwa Tests, bei denen man bei positivem Befund keinen zweiten Abstrich für einen nachfolgenden PCR-Test nehmen muss. Zudem muss die Frage des Anbieters eines solchen Testzentrums noch beantwortet werden. Bei manchem Anbieter könnte man gleichzeitig auch die nötige Schutzausrüstung für das Personal bestellen, gibt Gründken ein Beispiel.

An welchen Tagen öffnet das Testzentrum?

Das hängt von dem verfügbaren Personal und der Nachfrage ab. Der Wunsch der Verantwortlichen der Stadt ist groß, an allen Tagen Tests zu ermöglichen. „Fünf Tage finde ich utopisch“, sagt Gründken und weiter: „Es geht darum, tagesaktuelle Tests anzubieten.“

Ab dem 8. März hat jeder Bürger das Recht auf einen kostenlosen Test pro Woche. Ist auch im Testzentrum in Werne maximal nur ein Test wöchentlich möglich?

Die Verantwortlichen möchten – Stand jetzt – zusätzliche Tests pro Bürger anbieten. Das hängt aber generell von den Kapazitäten im Testzentrum ab. Einen zweiten oder dritten Test pro Woche müssten die Bürger dann allerdings aus der eigenen Tasche zahlen. „Das wollen wir gern möglich machen. Das ist auf jeden Fall unsere Absicht“, sagt Frank Gründken.

Die Anmeldung soll über eine Online-Terminvereinbarung oder telefonisch erfolgen. Gibt es auch die Möglichkeit, sich kurzfristig vor Ort anzumelden?

Das wird höchstwahrscheinlich nicht möglich sein. Denn: „Wir wollen auf gar keinen Fall eine Warteschlange erzeugen. Dass die Bürger vor Ort stehen und warten, bis sie dran sind, kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Gründken.

Wie viele Tests sind künftig in den Zelten am Hagen möglich?

Das hängt vor allem vom Personal, der Nachfrage und den Öffnungszeiten ab. Jeder Abstrich muss vorbereitet werden. Der Abstrich selbst dauert nur wenige Sekunden. „Wenn man ein eingespieltes Team hat, dann kann man Top-Werte schaffen und alle zwei Minuten Tests durchführen. Das ist aber sehr ambitioniert“, sagt Julia Matlachowsky, Inhaberin der Apotheken am Solebad und am Steinhaus in Werne, und verweist dabei auf das sogenannte Böblinger Modell von Björn Schittenhelm, der als Apothekeninhaber ein an seine Apotheke angeschlossenes, eigenes Testzentrum initiiert hat.

Wie sind bislang generell die Nachfragen nach Corona-Schnelltests in Werne?

Immer wieder habe es Anfragen in ihren Apotheken gegeben, so Matlachowksy. In der Vergangenheit gab es bei den Werner Apotheken allerdings aufgrund der räumlichen Verhältnisse nicht die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Das war bislang nur bei Ärzten möglich, wenn ein Patient typische Symptome gezeigt hat. Nun verweisen die Mitarbeiter der Apotheken auf das neu errichtete Schnelltestzentrum, das schnell in Betrieb genommen werden soll.

Warum wurden die Zelte schon aufgebaut, obwohl es noch dauern kann, bis die ersten Tests auf dem Hagen durchgeführt werden dürfen?

Das hatte praktische Gründe. Das Technische Hilfswerk (THW) hatte laut Ordnungsdezernent Frank Gründken darum gebeten, die Zelte möglichst an einem Sonntag aufzubauen, weil die ehrenamtlichen Mitarbeiter dann am besten verfügbar sind.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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