Schüler in NRW können sich ab sofort einmal in der Wochen freiwillig selbst auf eine Coronainfektion per Schnelltest testen. © picture alliance/dpa
Corona-Schnelltest an Schulen

Schnelltests an Werner Schulen: „Weitere und völlig neue Herausforderung“

Seit dieser Woche stehen den Schulen in NRW Schnelltests für die Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Auch an den Werner Schulen wurden schon die ersten Tests durchgeführt.

Seit Montag (15. März) sind neben den Abschluss-, Grund- und Förderklassen auch alle anderen Jahrgänge in NRW wieder in der Schule – wenn auch im Wechselunterricht. Um der Ausbreitung des Coronavirus weiter entgegenwirken zu können, hat das NRW-Schulministerium am 11. März den Einsatz von Schnelltests an den Schulen verkündet.

Konkret sollen sich alle Schülerinnen und Schüler sowie alle an den Schulen beschäftigten Personen einmal in der Woche testen lassen können – auf freiwilliger Basis. Dafür stellte das Land zu vergangenem Montag insgesamt 1,8 Millionen Tests per DHL für die Schulen zur Verfügung. Dieses Angebot soll nach den Osterferien wöchentlich fortgesetzt werden.

Einige Werner Schulen haben schon erste Erfahrungen gesammelt

Die Selbsttests durchzuführen, sei eine weitere und zudem völlig neue Herausforderung für die Schulen, heißt es vom Ministerium. Grundsätzlich entscheiden die Schulen nach ihren Gegebenheiten über Zeitpunkt und Organisation der Testungen selber, heißt es in der vergangenen Schulmail des NRW-Schulministeriums vom Montag. Durch diese erste Testung der Schüler vor den Ferien sollen erste Erfahrungen an den Schulen im Umgang mit den Tests gesammelt werden.

Am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg in Werne hat diese erste Selbsttestung der Schüler bereits probeweise am Donnerstag (18. März) in drei bis vier Klassen stattgefunden, wie Kollegsleiter Helmut Gravert auf Nachfrage erklärte. Hier waren die ersten Testkits am Dienstag angekommen. Diese ersten Erfahrungen mit den Schnelltests sollten am Donnerstagnachmittag Gegenstand des gemeinsamen Gesprächs im Kollegium sein. „Wir haben erkannt, dass wir das in reflektierter Weise durchgehen müssen“, so Gravert. Er erhoffe sich von dem Testlauf nun Hinweise, wo noch Unterstützungsbedarf ist.

Am Anne-Frank-Gymnasium werden die Selbsttestkits am Montag und Dienstag (22. und 23. März) unter Anleitung der Lehrkräfte in den ersten Schulstunden verwendet. Bei Bedarf besteht auch die Möglichkeit der Testung an der frischen Luft. Ob die Schüler die Tests durchführen, blieb ihnen und den Eltern überlassen. Eine Ausgrenzung der Kinder, die sich nicht testen lassen wollen oder möglicherweise dürfen, sei aber ausgeschlossen, heißt es in dem Elternbrief der Schule. Auch Schülerinnen und Schüler ohne Selbsttest dürften weiter am Unterricht teilnehmen.

Für die Tests werden die Schüler angewiesen, die Masken einer nach dem anderen herunterzunehmen und den Test durchzuführen, um die Schüler sich nicht ungeschützt gegenseitig auszusetzen. „Die Zeit spielt dabei keine Rolle“, hieß es in der Schulmail vom 17. März. Wird ein Schüler positiv getestet, muss dieser sich nach Hause begeben und einen PCR-Test durchführen lassen.

Einige Widersprüche sind bereits eingegangen beim AFG

Auf der Schulpflegschaftssitzung am Dienstag habe es auch einige kritische Stimmen zum Test-Procedere gegeben, allerdings habe sich dies in Grenzen gehalten, so Schulleiter Marcel Damberg. Denn bis Freitag um 12 Uhr haben die Eltern Zeit, den Selbsttests ihres Kindes zu widersprechen. Einige Widersprüche seien bis Donnerstagmittag bereits eingegangen.

Am St.-Christophorus-Gymnasium sind die Schnelltests am Dienstag angekommen, erklärt Schulleiter Thorsten Schröer. Einen ersten Test zur Handhabung habe es auch schon gegeben. „Ich habe meine beiden Kinder in der Mittelstufe das ohne Anleitung machen lassen“, so Schröer. Auch Kollegen konnten die Tests wegen einem Mehrkontingent bereits ausprobieren. Am Montag- und Dienstagmorgen sollen dann die Schüler der Sekundarstufe 1 die Selbsttests in den Klassen durchführen. Die Q1 und Q2 sollen wegen Klausuren am Montag und Dienstag am Mittwoch die Schnelltests durchführen.

In möglichst kleinen Gruppen sollen die Kinder- und Jugendlichen zeitgleich die Masken für den kleinsten, möglichen Zeitraum abnehmen (zwei Mal 15 Sekunden), um die Proben aus dem vorderen Nasenbereich zu nehmen. Sind die Gruppen größer, soll dies in zwei Phasen geschehen. Bei allem Verständnis für die Schnelltests macht dem Schulleiter allerdings die mögliche Stigmatisierung der Kinder und die drohende Veränderung der Gruppendynamik Sorgen. Dieser Aspekt komme in den Anweisungen des Landes zu kurz. „Es wird wenig nachgedacht, wie das emotional aufgefangen wird. Man kann ja auch falsch positiv getestet werden.“

Einige Kinder hätten nach den Bildern in den Medien der PCR-Tests, die teils über die Nase bis hinten in den Rachen geschoben werden, Angst. Dies sei auch ein Grund einiger weniger Eltern, der Testung ihrer Kinder zu widersprechen. Mit viel Aufklärung und separierten Räume, in denen man Ruhe vermitteln werde, wolle die Schule den Kindern im Falle eines positiven Schnelltests Ruhe vermitteln. Dafür werde auch zusätzliches Personal bereit gestellt, darunter Lehrer, die auf ihre freien Tage verzichten, so Schröer.

Sollte ein Kind positiv getestet werden, versuche man derzeit, einen zweiten Schnelltest und auch die unmittelbare Weiterleitung des Kindes an einen Hausarzt zum PCR-Test zu ermöglichen. „Dann weiß man hoffentlich auch am nächsten Tag Bescheid“, so Schröer.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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