Der Verkauf von Non-Food-Artikeln, etwa Textilien, ist auf dem Wochenmarkt in Werne wieder erlaubt. Das sorgt für Unverständnis bei einigen Einzelhändlern, die ihre Geschäfte nicht öffnen dürfen. Die Markthändlerin Silvia Melis, hier auf einem Archivbild, reagiert auf ihre Art auf die Regelung. © Helga Felgenträger (A)
Wochenmarkt in Werne

Pullover-Verkauf auf dem Markt erlaubt: Das ärgert Einzelhändler in Werne

Über die Händler, die zum Wochenmarkt in Werne kommen dürfen, gab es zunächst viele Fragen. Nun ist klar, dass auch Textilien verkauft werden dürfen. Das ärgert Einzelhändler, die das nicht dürfen.

Mit jeder neuen Coronaschutzverordnung des Landes NRW kommen neue Fragen auf. Nicht immer sind alle Regelungen im Detail geklärt, manchmal gibt es Irritationen oder einen gewissen Interpretationsspielraum. So war es zuletzt auch bei den Regeln, die auf Wochenmärkten gelten.

Zunächst durften sogenannte Non-Food-Händler ihre Stände nicht auf dem Markt in Werne aufbauen. Einzig Anbieter, die Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel verkaufen, waren erlaubt. Seit dem 8. Januar allerdings gab es eine Anpassung dieser seit Mitte Dezember bestehenden Regelung. „Nach Absprache mit dem Ordnungsamt und dem zuständigen Ministerium können auf dem Wochenmarkt wieder alle Händler teilnehmen“, erklärte David Ruschenbaum vom Stadtmarketing dazu.

„Einige Einzelhändler empfinden das als Ungerechtigkeit“

Das heißt, dass auch wieder Non-Food-Stände etwa mit Textilien erlaubt sind. Das wiederum sorgt nun für Irritationen bei einigen Einzelhändlern. Sie dürfen schließlich keine Pullover und T-Shirts verkaufen, der Händler auf dem Wochenmarkt hingegen schon. „Da gibt es unterschiedliche Meinungen zu. Einige empfinden das schon als Ungerechtigkeit“, erklärt Ruschenbaum.

Man sei stets in Gesprächen mit den Einzelhändlern. „Da, wo wir sie unterstützen können, tun wir das natürlich.“ Den Unmut könne er verstehen. „Der eine oder andere fragt sich schon: Warum dürfen die und wir nicht?“, so Ruschenbaum weiter.

Lebensmittel dürfen seit Beginn der Corona-Pandemie auf dem Wochenmarkt in Werne verkauft werden.
Lebensmittel dürfen seit Beginn der Corona-Pandemie auf dem Wochenmarkt in Werne verkauft werden. © Helga Felgenträger (A) © Helga Felgenträger (A)

Unterschiedliche Regeln für Markt und Einzelhandel

Es gibt aber eben eine klare Abgrenzung in der Coronaschutzverordnung zum Einzelhandel und zu Wochenmärkten, wie Werner Kneip aus dem Ordnungsamt der Stadt Werne erklärt. „Man sieht genau, dass es sich um zwei verschiedene Punkte handelt. Man unterscheidet zwischen Einzelhandel und den sogenannten reisenden Händlern, die auf Märkten stehen.“

Auch er könne nachvollziehen, dass hier subjektiv ein Ungleichgewicht entsteht. An den Regeln, die das Land NRW vorgibt, können die Kommunen aber nicht rütteln. „Und die Markthändler können sich theoretisch auch reinklagen“, erklärt David Ruschenbaum von Werne Marketing.

Für den Wochenmarkt gilt: Er darf laut Coronaschutzverordnung nicht mit neuen Ständen erweitert werden. Auch die einzelnen Markthändler dürfen ihr Sortiment nicht ergänzen. Und sie müssen es auch nicht. So muss der Anbieter von Textilien keine Alltagsmasken zusätzlich verkaufen, um etwa Waren des täglichen Bedarfs in der Corona-Krise im Sortiment zu haben.

Die Markthändler, die nun wieder auf dem Markt in Werne stehen dürfen, freuen sich über ihre Rückkehr. Am Stand von Silvia Melis gibt es jedoch eine Änderung: Hier verzichtet man auf den Verkauf von Uhren, um dem Juwelier Bleckmann, der nur seine Werkstatt öffnen darf, keine Kunden zu nehmen, erzählt David Ruschenbaum.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
Zur Autorenseite
Andrea Wellerdiek

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.