In einem Mehrfamilienhaus an der Ottostraße stellte die Polizei Waffen in einem Keller sicher. © Jörg Heckenkamp
Waffen sichergestellt

Polizei stellt etliche Waffen bei großem Einsatz in Werne sicher

Ein großer Einsatz von Jugendamt und Polizei sorgte für Aufregung rund um die Ottostraße. Die Hintergründe sind einigermaßen verworren. Klar ist: Die Polizei hat etliche Waffen sichergestellt.

Polizei und Jugendamt waren in großer Personalstärke am Mittwoch und Donnerstag, 6. und 7. Januar 2021, an der Ottostraße. Ziel war eine Adresse in einem Mehrfamilienhaus. Die Hintergründe des Aufsehen erregenden Einsatzes sind mysteriös. Klar ist aber: Die Polizei hat etliche Waffen sichergestellt.

Den Fund der Waffen beziehungsweise ihre Sicherstellung bestätigte am Freitag, 8. Januar, auf Anfrage der Redaktion Vera Howanietz, Sprecherin bei der Kreispolizeibehörde Unna. „Die Waffenbehörde hat dort Waffen sichergestellt zur Gefahrenabwehr“, sagt sie. Zugleich betont sie, dass die Waffen registriert gewesen seien und es sich nicht um einen Straftatbestand gehandelt habe.

Polizei gibt keinen Grund für Waffen-Sicherung an

Die Nachfrage, warum es dann eine Sicherstellung gegeben hat, konnte die Polizeisprecherin nicht beantworten. Das falle in den Persönlichkeitsschutz, da die Person, der die Waffen gehören, eben nichts Illegales getan habe. Zudem verwies Howanietz darauf, dass die Polizei nur im Rahmen der Amtshilfe für das Jugendamt Werne tätig geworden sei.

Maik Rolefs, Amtsleiter Jugend und Familie in Werne, bestätigte auf Anfrage der Redaktion lediglich, dass es einen solchen Einsatz gegeben habe. Warum aber sein Amt und die Polizei eingeschritten sind, ob es sich um eine Kindeswohlgefährdung gehandelt hat, zu all diesen Fragen sagte Rolefs nur: „Dazu darf ich nichts sagen, da bitte ich um Verständnis.“ Man müsse in diesem Fall die unterschiedlichsten Interessen wahren. Was das genau bedeutete, auch dazu wollte sich Rolefs nicht äußern.

Nach Informationen dieser Redaktion handelte es sich bei dem Einsatz des Jugendamtes offenbar um eine Familiengeschichte/Kindeswohlgefährdung mit längerer Vorlaufzeit. Es soll in dem Wohngebäude an der Ottostraße in Werne schon zu einigen derartigen Einsätzen gekommen sein.

Und quasi als Nebenprodukt ist die Polizei auf eine Art Waffenkammer im Keller des Gebäudes aufmerksam geworden. Auch wenn die Waffen, bei denen es sich um verschiedene Kaliber und Ausführungen gehandelt haben soll, legal dort gelagert waren, stellt sich die Frage, warum sie dann sichergestellt worden sind.

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Jörg Heckenkamp

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